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Bedenkliches Angebot der Krankenversicherung CSS

Row of people working out on treadmillsDie Krankenversicherung CSS hat ab heute ein bedenkliches Versicherungsmodell im Angebot: Wer an einem Tag 7’500 oder mehr Schritte macht, erhält einen Rabatt von 20 Rappen auf die Prämien der Zusatzversicherung. Für 10’000 Schritte pro Tag gibt’s 40 Rappen, pro Jahr ist folglich ein maximaler Rabatt von 146 Franken möglich. Die Schrittzahl muss mit einem Schrittzähler erfasst werden, der die Daten jede Nacht automatisch an die CSS übermittelt. Die Krankenversicherung ist also an 365 Tagen im Jahr darüber informiert, wie oft man sich bewegt.

 

Wer sowieso regelmässig joggt oder wandert, kann sich damit über einen kleinen Zustupf freuen. In gewisser Weise lässt sich dies auch rechtfertigen, da diese Person etwas für ihre Gesundheit tut. Was geschieht aber, wenn sie krank wird oder einen Unfall erleidet und für einige Zeit ans Bett gefesselt ist? Die CSS ist über die ausbleibenden Schritte informiert – Tag für Tag. Selbst bei einer Grippe oder schweren Erkältung, die zwar keinen Arztbesuch erfordern, aber die nötige Schrittzahl verunmöglichen, weiss die CSS, dass möglicherweise ein gesundheitliches Problem vorliegen könnte. Das Gleiche gilt für eine längerfristige Beeinträchtigung der Gesundheit, die jeden treffen kann.

Die CSS gewinnt dadurch zusätzliche Daten, welche auf einen veränderten Gesundheitszustand ihrer Versicherten hinweisen könnten. Sie will diese zwar nicht weitergeben aber „zur Angebotsgestaltung CSS-intern“ nutzen. Es ist durchaus denkbar, dass so Versicherte, deren Bewegungsprofil auf eine Verschlechterung der Gesundheit oder ein abnehmendes Gesundheitsbewusstsein hindeuten, mit höheren Prämien oder eingeschränktem Zugang zu anderen Versicherungsprodukten bestraft werden könnten. Schliesslich basiert das Krankenversicherungsgeschäft darauf, die gesundheitlichen Risiken von Versicherten abzuschätzen, und entsprechend hohe Prämien festzulegen oder eine Zusatzversicherung auch mal zu verweigern.

Hinzu kommt, dass die Anzahl Schritte pro Tag ein denkbar schlechtes Mass für die tatsächliche Fitness darstellt. Wer am Wochenende mit dem Fahrrad ein paar Pässe bezwingt oder täglich im Kraftraum trainiert, wird deshalb keine grossartigen Schrittzahlen vorzuweisen haben und eher als unsportlich erscheinen.

Als wären diese Bedenken nicht schon gravierend genug, kann man sich überlegen, wie die nächsten Schritte aussehen könnten: Eine günstige Krankenversicherung unter der Bedingung, dass Puls und Kalorienverbrauch in Echtzeit übertragen werden, eine Fahrzeugversicherung mit variablen Prämien – abhängig vom über GPS ausgewerteten Fahrverhalten, usw. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt…

Es ist zu hoffen, dass es nie so weit kommt. Um dies sicherzustellen, sollte sich heute jeder überlegen, wie viel ihm seine eigenen persönlichen und gesundheitsrelevanten Daten Wert sind und ob 40 Rappen pro Tag ein angemessener Preis dafür ist.

 


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