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ÖV-Preise steigen erneut: Der Konsumentenschutz fordert eine zukunftsfähige Verkehrspolitik

Im Dezember steigen die Preise im öffentlichen Verkehr (öV) erneut. Besonders Pendler:innen und Vielfahrer:innen müssen künftig noch tiefer in die Tasche greifen. Der Konsumentenschutz kritisiert die Preiserhöhungen. Er fordert stattdessen eine zukunftsfähige öV-Strategie mit zeitgemässen Preismodellen, langfristiger Finanzierung, Verzicht auf politische Sparmassnahmen und eine Entlastung der öV-Benutzer:innen. Zusammen mit der Interessensgemeinschaft öffentlicher Verkehr Schweiz (IGöV) lanciert er deshalb eine Petition an Bundesrat Albert Rösti.

Mit der angekündigten Preiserhöhung wird der öV für viele Haushalte zu einer noch stärkeren finanziellen Belastung. Zudem wird die politisch gewünschte Verlagerung vom Auto auf den öffentlichen Verkehr faktisch verunmöglicht – ein klarer Widerspruch zu den klima- und verkehrspolitischen Zielen des Bundes.

Kosten nachhaltiger Mobilität nicht auf Konsument:innen abwälzen

Chantal Sempach, Leiterin Nachhaltigkeit und Mobilität des Konsumentenschutzes, fordert eine Strategieänderung: «Solche kurzfristigen Preiserhöhungen belasten die Konsument:innen und schwächen den öV langfristig. Stattdessen braucht es jetzt politische Entscheidungen, die den öV stärken und zukunftsfähig machen.»

Strategie für zukunftsfähigen öV

Mit einer Petition fordern der Konsumentenschutz und die Interessensgemeinschaft öffentlicher Verkehr Schweiz (IGöV) Bundesrat Albert Rösti auf, eine Strategie für einen zukunftsfähigen öV zu entwickeln. Statt weiterer Preiserhöhungen braucht es:

  • Zeitgemässe Preismodelle, die dem heutigen Reiseverhalten angepasst sind. Viele Pendler:innen arbeiten Teilzeit oder tageweise im Homeoffice. Für sie sind flexiblere Abonnemente notwendig, um den öV attraktiv zu machen.
  • Eine langfristige Finanzierungsstrategie für weitere Ausbauprojekte und den Unterhalt bestehender Anlagen. Finanzierungslücken mit weiteren Preiserhöhungen zu stopfen, ist eine riskante Strategie, die langfristig nicht aufgehen kann.
  • Keine politischen Sparmassnahmen beim öV, wie die kürzlich beschlossenen Kürzungen im regionalen Personenverkehr. Solche Entscheide führen zu höheren Billetpreisen und halten die Leute vom Umstieg auf den öV ab.
  • Ausgewogene Preisanpassungen, damit bestimmte Gruppen wie Vielfahrer:innen nicht übermässig belastet werden.

Diese Punkte sind zentral, um den eingeschlagenen Weg für den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel weiterzuführen.

öV bildet das Rückgrat der Schweizer Mobilität

Züge, Busse und Trams bringen täglich rund 1.4 Millionen Menschen zuverlässig ans Ziel. Dies entlastet Strassen und Städte und reduziert Lärm sowie Emissionen. Damit bilden sie das Rückgrat der Schweizer Mobilität. Doch während Autofahren über Jahrzehnte nur moderat teurer wurde, sind die öV-Preise vielerorts massiv gestiegen.

Preiserhöhungen und Sparmassnahmen gefährden Verkehrspolitik

Die erneute Preiserhöhung verschärft diese Entwicklung weiter. Gleichzeitig streicht die Politik wichtige Mittel, die für den Unterhalt und Ausbau des öffentlichen Verkehrs notwendig wären. Die Kosten tragen die Konsument:innen und es entsteht die Gefahr von künftigen Finanzierungslücken. Steigen die Billetpreise weiter, werden künftig wieder mehr Kilometer mit dem Auto zurückgelegt. Dies führt durch Unfälle, Lärm und Umweltverschmutzung langfristig zu weit höheren Folgekosten.

Zur Petition