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Wie kaufe ich günstig ein und ernähre mich gesund?

Sich gesund und günstig ernähren: Das ist schwierig, wenn man im Laden von bunter Werbung, überquellenden Regalen, raffinierten Verpackungen oder Aktionsangeboten verführt wird. Mit unseren Tipps und Tricks können Sie sich dagegen wappnen. Denn wenn Sie die Strategie der Anbietenden erkennen, ist es einfacher, sie zu umgehen und so einzukaufen, dass es Ihrer Gesundheit und Ihrem Portemonnaie guttut.

Beim Lebensmitteleinkauf Geld sparen, ohne auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu verzichten? Das ist möglich, denn meistens sind es nicht die frischen Produkte, die Sie teuer zu stehen kommen, sondern unnötige, überteuerte Einkäufe. Unsere Tipps und Informationen helfen, gezielt und günstig einzukaufen, sich aber trotzdem gesund zu ernähren.

Erstellen Sie ein Budget

  • Der Dachverband Budgetberatung Schweiz rechnet für eine vierköpfige Familie pro Monat mit Ausgaben von 850 Franken für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke.
  • Berechnen Sie in Ihrem Budget auch eine realistische Summe fürs Auswärtsessen, für Gäste oder alkoholische Getränke ein.
  • Überprüfen Sie, ob es in Ihrem Budget sinnvollere Sparmöglichkeiten gibt als bei den Lebensmitteln. Oft gibt es beispielsweise bei Versicherungen noch Potenzial.

Setzen Sie sich eine Grenze

  • Setzen Sie sich ein Limit, wie viel Sie für Früchte, Gemüse, Fisch und Fleisch ausgeben.
  • Fleisch nimmt den grössten Teil des Budgets ein. Sie können Geld sparen, indem Sie anstelle von Fleisch regelmässig andere Eiweissquellen wie Eier, Milchprodukte, Hülsenfrüchte oder Tofu in den Speiseplan integrieren. Weniger Fleisch entlastet auch die Umwelt.

Überlegt und clever Einkaufen

  • Erstellen Sie eine Einkaufsliste und halten Sie sich daran.
  • Gehen Sie nicht hungrig einkaufen, sonst kaufen Sie mit Sicherheit mehr ein, als Sie eigentlich wollten.
  • Beachten Sie den Grundpreis (also den Preis pro Kilo, 100 Gramm oder Liter), denn nur dieser Preis ist aussagekräftig und vergleichbar: Bei zwei scheinbar gleich grossen Schinkenpackungen kann der vermeintlich teurere Schinken günstiger sein, einfach weil dort mehr enthalten ist. Das stellen Sie aber nur fest, wenn Sie den Grundpreis von 100 Gramm vergleichen.
  • Greifen Sie bei Aktionen nur dann zu, wenn Sie Verwendung für das Produkt haben und es auch konsumieren.
  • Achten Sie darauf, ob es sich wirklich um ein Aktionsangebot handelt oder ob das Produkt lediglich auffällig präsentiert wird. Das Schild «Aktuell» ist beispielsweise leicht mit «Aktion» zu verwechseln.

Die Tricks der Händler:innen

  • Es beginnt bei der Einrichtungsstruktur: Von den Frischprodukten beim Eintreten in den Laden bis zu den Süssigkeiten an der Kasse – Ihre Tour durch den Laden ist so gestaltet, dass Sie an möglichst vielen Waren vorbeikommen.
  • Grosse Einkaufswagen verleiten dazu, mehr einzukaufen, weil sich die Produkte darin «verlieren».
  • Sonderaktionen werden so platziert, dass man sie nicht übersehen kann oder sie sogar im Weg stehen.
  • Für die günstigen Produkte müssen Sie sich in der Regel strecken oder bücken: Denn sie sind meist zuoberst oder zuunterst im Regal eingereiht. Auf Augenhöhe werden vor allem teure Markenprodukte platziert.
  • Kaufen Sie keine Lebensmittel, die speziell für Kinder angepriesen werden: Oft sind sie teurer als die Produkte in der gewöhnlichen Verpackung.

Zu den Produkten der Billigpreislinien greifen?

  • Unverarbeitete oder wenig verarbeitete Produkte (etwa frisches oder tiefgefrorenes, ungewürztes Obst und Gemüse, Konserven) sind bezüglich des Nährstoffgehalts unproblematisch. Es kann jedoch sein, dass Sie bei Herkunft und Produktionsweise (zum Beispiel Bioproduktion) Abstriche machen müssen.
  • Stark verarbeitete Produkte der Billiglinien – wie etwa Fertiggerichte – enthalten oft mehr Zusatzstoffe und Zucker oder allgemein eine ungünstigere Zusammensetzung.
  • Fleisch und Fleischwaren der Niedrigpreispalette sind nicht selten von minderer Qualität und enthalten Salzwasser, Bindemittel oder verschiedene andere Zusatzstoffe.
  • Produkte, die einen Zusatznutzen für die Gesundheit versprechen, sind sehr teuer. Eine gesunde Darmflora, mehr Abwehrkräfte oder einen tieferen Blutdruck zaubern sie bestimmt nicht her.
  • Falls das Produkt mit dem Nutri-Score gekennzeichnet ist, können Sie die Nährwertqualität auf einen Blick erkennen.

In der Küche alles in Butter?

  • Lagern Sie Wurstwaren in der kältesten Zone des Kühlschrankes.
  • Frisches Fleisch oder Fisch in Frischhaltefolie oder in der Originalverpackung gehören ebenfalls in den kältesten Teil des Kühlschrankes.
  • Achten Sie darauf, dass bestimmte Öle wie Baumnussöl oder Haselnussöl ebenfalls im Kühlschrank aufbewahrt werden müssen.
  • Kartoffeln hingegen sollten kühl und trocken, aber nicht im Kühlschrank gelagert werden.
  • Beachten Sie das Verbrauchs- und das Mindesthaltbarkeitsdatum und unterscheiden Sie die zwei Daten (siehe auch unseren Ratgeber dazu).

Die teuersten Lebensmittel

  • Am teuersten zu stehen kommen uns die Lebensmittel, die wir nicht konsumieren und wegwerfen. Im Durchschnitt wirft eine vierköpfige Familie jährlich Lebensmittel im Wert von 2’000 Franken weg – eine beachtliche Summe und ein Verschleiss an wertvollen Ressourcen.
  • Weitere Tipps zum Einkaufen und zu Foodwaste finden Sie in diesem Beitrag.

Diese Informationen wurden mit Unterstützung von Suisse Balance, die nationale Projektförderstelle Ernährung und Bewegung vom Bundesamt für Gesundheit und von Gesundheitsförderung Schweiz, erarbeitet.Logo der Gesundheitsförderung Schweiz "Suisse Balance" des Bundesamts für Gesundheit

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