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Unfaire Sanktionen: Kein Pardon bei Assura, Helsana und KPT

Versicherte in einem Sparmodell von Assura, Helsana und KPT müssen bei einem Fehlverhalten mit drastischen Sanktionen ohne Vorwarnung rechnen. Die Helsana droht gar in sämtlichen Sparmodellen schon beim ersten Verstoss mit teuren Konsequenzen. Der Konsumentenschutz fordert faire Regeln mit einer Erinnerung bei Regelverletzungen, denn diese passieren häufig unabsichtlich. Dass dies machbar ist, zeigen Concordia, Groupe Mutuel, Sanitas und neu auch die SWICA.

Ein vergessener Anruf beim Telmed-Dienst oder ein Termin bei einer Spezialist:in ohne vorherige Überweisung durch die Hausärzt:in: Für einige Krankenkassen ist das bereits Grund genug, ihre Kund:innen mit teuren Konsequenzen zu bestrafen. Die Folgen können gravierend sein: Entweder wird man in das teurere Standardmodell umgeteilt oder die Behandlungskosten werden nicht übernommen. In einigen Fällen werden sogar beide Massnahmen ergriffen. Betroffen ist ein Grossteil der Versicherten, rund drei Viertel der Bevölkerung ist in einem Sparmodell wie Telmed, Hausarzt oder HMO versichert.

Forderungen zeigen Wirkung – aber einige Krankenkassen bleiben stur
Der Konsumentenschutz vergleicht jährlich die Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) der zehn grössten Krankenkassen. Und der Druck zeigt Wirkung: Die AVB werden von Jahr zu Jahr fairer und versichertenfreundlicher. Trotzdem besteht weiterhin Handlungsbedarf. Bei Assura, Helsana und KPT ist für Versicherte in Sparmodellen meist keine zweite Chance vorgesehen.
«Wer im Krankheitsfall einmal vergisst, den Telmed-Dienst anzurufen, darf nicht sofort bestraft werden», sagt Sara Stalder, Geschäftsleiterin des Konsumentenschutzes. «Dass Assura, Helsana und KPT weiterhin auf Sanktionen ohne Vorwarnung setzen, ist nicht nachvollziehbar. In Sparmodellen sollen klare Regeln gelten, diese müssen aber angemessen und fair sein. Ein einzelner Verstoss darf nicht direkt zu einschneidenden Konsequenzen führen.»

Das zeigt der Vergleich

• Sanktionen ohne Vorwarnung: Sind bei Assura und KPT in einzelnen, bei der Helsana in allen Sparmodellen möglich. Bereits der erste Verstoss kann weitreichende Folgen haben.
• Etwas fairere Regeln: Bei CSS und Visana, sowie in den übrigen Modellen von Assura und KPT, greifen Sanktionen erst ab der zweiten Regelverletzung.
• Am fairsten: Concordia, Groupe Mutuel und Sanitas sanktionieren erst ab dem dritten Verstoss. Neu gilt dies auch für die Sparmodelle der SWICA.

Zum Vergleich

Die AVB sind verbindlich, nicht die Praxis
Einige Krankenkassen betonen, dass sie ihre Regeln in der Praxis weniger streng umsetzen als in den AVB festgehalten. Darauf sollten sich Versicherte aber nicht verlassen. «Die AVB sind die einzige rechtlich bindende Grundlage. Ob eine Krankenkasse im Einzelfall Gnade walten lässt, liegt allein in ihrem Ermessen», sagt Sarah Lengyel, Leiterin Gesundheit des Konsumentenschutzes.

Empfehlung für Konsument:innen
Wer ein Sparmodell abschliesst, sollte nicht nur auf die Prämie achten, sondern auch die möglichen Konsequenzen bei einem Regelverstoss prüfen. Der Fairness-Check des Konsumentenschutzes zeigt die in den AVB aufgeführten Sanktionen der Sparmodelle sämtlicher Krankenkassen an. So lässt sich ein Sparmodell finden, das nicht nur günstig, sondern auch fair ist.

Weitere Informationen:
Übersicht aller Modelle
Fairness-Check
Unabhängiger Prämienvergleich