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Notfall «Online-Banking-Betrug»: Die wenigsten Banken sind 24/7 erreichbar

E-Banking- und TWINT-Betrug werden immer raffinierter. So werden etwa während der Ferienzeit Bankkonten mithilfe von gestohlenen Buchungsdaten leergeräumt. Selbst wenn achtsame Konsument:innen solchen Betrug umgehend bemerken und stoppen wollen, scheitern sie oft am fehlenden Support der Banken. Eine Recherche des Konsumentenschutzes zeigt: Obwohl im Notfall jede Minute zählt, sind nur 4 der 20 grössten Schweizer Banken durchgehend erreichbar. Der Konsumentenschutz fordert dringend einen zeitgemässen Kund:innensupport.

Mit der E-Banking-App oder per TWINT zu bezahlen, gehört für die meisten Konsument:innen zum Alltag – sei es an der Parkuhr, beim Online-Shopping oder Ferienbuchen. Gleichzeitig häufen sich Betrugsfälle mit gestohlenen Zugangsdaten oder falschen QR-Bezahlcodes.

Banken bieten miserablen Notfallservice

Der Konsumentenschutz hat bei den 20 grössten Schweizer Banken (exklusive Privatbanken) nachgefragt, wie es um die telefonische Erreichbarkeit in Notfällen steht. Das Ergebnis ist erschreckend: Ein Viertel der untersuchten Banken bietet bei TWINT-Notfällen keinen telefonischen 24-Stunden-Service an. Noch gravierender sieht es bei E-Banking-Betrugsfällen aus. Lediglich 4 der 20 Banken unterstützen ihre Kundschaft telefonisch rund um die Uhr. «Solche veralteten Kund:innendienste sind für Betroffene, die unmittelbar Hilfe benötigen, ein No-Go», kritisiert Konsumentenschutz-Geschäftsleiterin Sara Stalder scharf. «Die meisten Betrugsopfer bemerken einen unbefugten Zugriff auf ihr Konto dann, wenn sie selbst nicht arbeiten – abends, am Wochenende oder in den Übersee-Ferien. Genau dann, wenn die meisten Banken ihren Notfallservice einstellen.»

Immer perfidere Betrugsmaschen

Im digitalen Zeitalter sind Betrugsversuche alltäglich, professionell organisiert und werden immer perfider. Mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) können Kriminelle sogar Stimmen von Vorgesetzten, Angehörigen oder Bekannten am Telefon täuschend echt fälschen. Zudem lassen sich Phishing-Nachrichten erstellen, die exakt auf die Situation der Opfer zugeschnitten sind. So auch in einem aktuellen Fall: Betrüger:innen verschafften sich mit gestohlenen Buchungsdaten der Plattform Booking.com Zugriff auf Schweizer Bankkonten. Über einen angeblichen Rückerstattungslink locken sie die Opfer auf eine gefälschte TWINT-Seite. Mehrere Konten wurden dabei leergeräumt. Der fehlende Kund:innensupport bietet Betrugsbanden die Möglichkeit, Konten ausserhalb der Bürozeiten leerzuräumen. Der Schaden geht dann zulasten der Kund:innen, ausser die Bank zeigt sich kulant. Darauf können sich Geschädigte aber keinesfalls verlassen.

Banken haben Digitalisierung verschlafen

Betrüger:innen nutzen geschickt neue digitale Möglichkeiten, die Banken hingegen hinken dieser Entwicklung hinterher. Heutzutage können betrügerische Abbuchungen über Push-Nachrichten sogar am Strand am anderen Ende der Welt und in einer anderen Zeitzone bemerkt werden. Da dies oftmals ausserhalb schweizerischer Bürozeiten passiert, sind den Konsument:innen die Hände gebunden. «Viele Konsument:innen sind sich mittlerweile bewusst, welche Gefahren im digitalen Zeitalter lauern. Das nützt allerdings wenig, wenn Banken einen Notfallservice wie im letzten Jahrhundert bieten. Betrüger:innen haben daher ein leichtes Spiel», moniert Sara Stalder. Der Konsumentenschutz fordert die Banken auf, endlich einen zeitgemässen 24/7-Notfallservice anzubieten, um finanzielle Schäden zu verhindern.