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Farbe bekennen beim Kalbfleisch

Kalbfleischfarbe führt noch immer zu Preisabzügen für die Mäster

Kalbermäster, welche ihre Tiere artgerecht halten und Heu und Gras verfüttern, riskieren empfindliche Preisabzüge, weil das Fleisch natürlicher, d.h. rosa-rötlich statt weiss ausfällt. Die Stiftung für Konsumentenschutz SKS und der Schweizer Tierschutz STS veröffentlichen auf Grund der eingegangenen Antworten ihrer Umfrage eine Liste, dank der die Konsumenten erfahren, welche Fleischverarbeiter, Detailhändler und Labels solche Abzüge praktizieren. Kaum Aufklärung brachte die Umfrage bei der Gastronomie.

Nur weisses Kalbfleisch sei zart und bekömmlich, wurde den Konsumenten während Jahrzehnten eingetrichtert. Das Kalbfleisch wird jedoch nur weiss, wenn die Kälber widernatürlich, ausschliesslich mit Milch und milchähnlichen Produkten, gefüttert werden und unter Eisenmangel leiden

Die neue Tierschutzverordnung schreibt deshalb ab September  2013 vor, dass den Kälbern auch Heu, Gras oder anderes Raufutter zur Verfügung gestellt werden und die Eisenversorgung sichergestellt sein muss. Diese gut gemeinte  Regelung nützt jedoch nichts, wenn die Bauern, die sich daran halten, wegen des natürlicheren, rötlichen Kalbfleisches von der Metzgerschaft mit empfindlichen Preisabzügen bestraft werden.

Die Konsumentinnen und Konsumenten haben im Laden oder im Restaurant bislang keine Information, welche Auflagen der Anbieter bei der Kalbfleischfarbe macht. SKS und STS haben deshalb eine Umfrage bei den Detailhändlern, in der Gastronomie, bei den Labelorganisationen und Verbänden durchgeführt. Das Fazit: Die Käuferin kann grundsätzlich bei Bio-, Coop-Naturafarm- und Migros-TerraSuisse-Kalbfleisch davon ausgehen, dass die Kälber auch Raufutter, etwa Heu, zu fressen bekamen. Beim konventionellen Kalbfleisch muss der Kunde davon ausgehen, dass eine artgerechte Fütterung mit ausreichender Raufutterversorgung der Kälber nicht gewährleistet ist. Farbabzüge für rosa-rötliches und rötliches Kalbfleisch werden offenbar von den meisten Metzgern und Schlachthöfen gemacht. Lediglich bei Bio und Coop-Naturafarm ist der Kunde sicher, dass auf diese tierschutzwidrigen Farbabzüge verzichtet wird.

Kaum aufschlussreiche Antworten waren von den angefragten Gastronomie-Ketten zu erfahren – man habe darauf keinen direkten Einfluss, liess etwa die SV Group verlauten.

SKS und STS fordern deshalb:

1. Rosa- und rötliches Kalbfleisch ist ein Qualitäts- und Gesundheitsmerkmal und steht für eine artgerechte Haltung und Fütterung: Die Konsumentinnen und Konsumenten müssen durch den Handel informiert werden, dass helles Kalbfleisch von blutarmen und krankheitsanfälligen Kälbern stammt.

2. Kalbfleisch muss inskünftig durch das Alter der Tiere definiert werden. Wird diese Grenze richtig gesetzt, hat der Kunde Gewähr, dass er ein zartes Fleisch von einem jungen Tier einkauft und eine Verwechslung mit Rindfleisch ausgeschlossen ist.

3. Es soll nicht mehr gestattet sein, dass Preisabzüge bei Landwirten praktiziert werden, die ihre Kälber tierfreundlich halten und füttern.

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