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Schweizer Volk ergreift Referendum gegen neue AKW

Heute hat der Konsumentenschutz gemeinsam mit dem Bündnis «Nein zu neuen AKW» über 125’000 Unterschriften bei der Bundeskanzlei eingereicht. Die hohe Anzahl Unterschriften, die in kürzester Zeit gesammelt wurden, zeigt deutlich: Ein grosser Teil der Bevölkerung will weiterhin keine neuen Atomkraftwerke in der Schweiz.

Aus Sicht des Konsumentenschutzes sind neue AKW keine Lösung für die Energiezukunft. Sie sind riskant, rückständig und würden Konsument:innen teuer zu stehen kommen. Erfahrungen aus dem Ausland zeigen, dass Neubauprojekte regelmässig verspätet fertig werden und nur mit finanzieller Unterstützung des Staates umsetzbar sind. Die finanziellen Risiken landen letztlich bei der Allgemeinheit.

Gleichzeitig machen die erneuerbaren Energien grosse Fortschritte. 2025 erzeugten Solaranlagen weltweit erstmals mehr Strom als alle Atomkraftwerke zusammen. Solar und Wind lieferten gemeinsam mehr als doppelt so viel Strom wie die Atomkraft. Während die Erneuerbaren rasant wachsen und laufend günstiger werden, stagniert die Atomenergie: Im vergangenen Jahr gingen weltweit lediglich vier Reaktoren neu ans Netz, während sieben stillgelegt wurden.
Die Planung eines neuen AKW würde in der Schweiz enorme Investitionen binden. Diese werden aber für den raschen Ausbau der erneuerbaren Energien benötigt.

Hinzu kommt die geopolitische Abhängigkeit: Der Bau neuer Reaktoren wird heute von staatlich kontrollierten Unternehmen aus China und Russland dominiert, genauso wie die internationalen Lieferketten für Kernbrennstoffe. Statt die Versorgungssicherheit zu stärken, schaffen neue AKW neue Abhängigkeiten.

Auch aus Umweltsicht bleiben grosse Fragezeichen, das hat dieser Sommer deutlich gezeigt: Atomkraftwerke benötigen grosse Mengen Wasser zur Kühlung ihrer Reaktoren. Angesichts zunehmender Hitze- und Trockenperioden wird Wasser aber immer knapper. Für den langfristigen Betrieb neuer AKW könnte deshalb eine Lockerung des Gewässerschutzes nötig werden.

Für den Konsumentenschutz setzt die erfolgreiche Unterschriftensammlung deshalb ein wichtiges Zeichen. Wer eine sichere, bezahlbare und zukunftsfähige Energieversorgung will, muss den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreiben. Auf eine veraltete Technologie zu setzen, die erst in Jahrzehnten Strom liefern könnte, ist keine Lösung.

Mit über 125’000 Unterschriften hat die Bevölkerung nun erneut deutlich gemacht, dass sie nach wie vor über diese Frage mitentscheiden will.

Mehr zu dem Referendum lesen Sie auf der Seite des Bündnisses «Nein zu neuen AKW».