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Coronavirus: Fragen rund ums Reisen

Web-Ratgeber

Reise wird nicht durchgeführt

Es kann sein, dass eine Reise wegen der Krise rund um das Coronavirus nicht durchgeführt werden kann. Beispielsweise, weil die Benützung der Infrastruktur vor Ort (Restaurants, öffentlicher Verkehr, Unterhaltung/Museen etc.) stark eingeschränkt ist oder weil es eine Reisewarnung des BAG (oder allenfalls des EDA) oder eine Einreisesperre für diese Destination gibt. Wenn Sie die Reise bei einem Reisebüro gebucht haben, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass diese als Pauschalreise gilt und damit unter das Bundesgesetz über Pauschalreisen fällt. In diesem Fall ist der Anbieter verpflichtet, ein alternatives Reiseprogramm anzubieten, falls möglich. Eine solche Alternative müssen Sie akzeptieren, wenn die ursprünglich gebuchte Reise nur geringfügig geändert wird. In der aktuellen Corona-Situation wird es sich aber in den allermeisten Fällen um wesentliche Vertragsänderungen handeln (bspw. Verschiebung der Reise um 3 Monate). In einem solchen Fall können Sie wählen, ob Sie diese Änderung annehmen wollen, oder die Rückerstattung aller bereits getätigten Zahlungen einfordern möchten. Sie haben mit anderen Worten ein Recht auf die Rückerstattung Ihrer Zahlungen.

Sie sind nicht verpflichtet, als Alternativentschädigung Gutscheine zu akzeptieren.

Anmerkung: Einzelne EU-Mitgliedstaaten sehen vor, dass der Veranstalter seine Rückerstattungspflicht mit dem Ausstellen von Gutscheinen erfüllen kann. Die EU selber verzichtet in ihren Leitlinien zur Anwendung der EU-Passagierrechte vom 18. März 2020 aber ausdrücklich auf eine derartige Auslegung.

Reiseannullationsversicherungen

Sehen Sie dazu die jeweiligen Informationen unter den nachfolgenden Kapiteln.

Bund: Reisewarnung und Rückholaktion

Am 11. März 2020 hat die WHO die aktuelle Coronakrise zur Pandemie erklärt. Nicht zuletzt gestützt auf diese Erklärung rät der Bundesrat seit dem 13. März 2020, bis auf weiteres auf nicht dringliche Auslandreisen zu verzichten. Mit diesem Rat verzichtet der Bundesrat gleichzeitig darauf, explizite Reisewarnungen für bestimmte Regionen/Länder herauszugeben. Zur Zeit ist noch unklar, wie die Versicherer diesen „Rat“ des Bundesrates interpretieren bzw. welche Auswirkungen er auf ihre Leistungspraxis hat.

Will ein Reiseveranstalter eine Reise durchführen, für welche keine explizite Reisewarnung vorliegt, der Kunde die Reise aber aus Respekt nicht antreten möchte, erstattet allenfalls eine abgeschlossene Reiseannullationsversicherung die Kosten.

Achtung: Viele Reiseannulationsversicherungen sehen gerade den Fall einer Epidemie/Pandemie als Leistungsausschlussgrund vor und übernehmen keine Annulationskosten.

Seit einigen Tagen läuft zudem eine Rückholaktion des Bundes, im Rahmen welcher Schweizer Staatsangehörige in die Schweiz zurückgeflogen werden – zur Zeit in erster Linie aus Nordafrika, sowie Mittel- und Südamerika. Rückkehrwillige Bürgerinnen und Bürger können sich über die Travel Admin App für einen Rückholflug anmelden.

Wenn Sie sich noch im Ausland aufhalten, sollten Sie sich bemühen, wenn immer möglich mit einem offiziell organisierten nach Hause fliegen zu können. So können Sie verhindern, auf einen der wenigen noch durchgeführten, völlig überteuerten kommerziellen Flüge angewiesen zu sein.

Empfehlungen für Reisende (Bundesamt für Gesundheit)

Reisehinweise EDA

Stornierung aus persönlichen Gründen

Wer aus Respekt oder Angst eine Reise umbuchen oder stornieren möchte, hat keinen generellen Anspruch auf kostenlosen Rücktritt vom Vertrag. In diesem Fall ist die Kulanz der Reise- und Transportunternehmen entscheidend. Allenfalls werden Kosten über eine abgeschlossene Reiseannullationsversicherung zurückerstattet. Bevor jedoch keine Epidemie oder sogar Pandemie ausgerufen worden ist, ist dies aber eher unwahrscheinlich. Andererseits ist es möglich, dass die Versicherungsbedingungen Epidemien/Pandemien gerade als Ausschlussgründe für die Versicherungsleistung vorsehen. Dies würde wiederum dazu führen, dass die Versicherung nicht leistet und Annullierungskosten selber zu tragen sind bzw. allfällig geleistete Anzahlungen verloren sind.

Tipp: Wenn eine Reiseannullationsversicherung abgeschlossen wird sollte man darauf achten, dass möglichst wenige Ausnahmen von der Leistungspflicht vorgesehen sind.

Individuelle Hotelbuchungen und Wohnungsmieten

Will der Kunde eine Reise nicht antreten und hat dabei ein Hotelzimmer oder eine Ferienwohnung individuell gebucht, dann wird er womöglich die vollen Stornierungsgebühren bezahlen müssen, falls für das Gebiet, in dem die Unterkunft liegt, keine offizielle Reisewarnung vorliegt. Allenfalls zeigt sich der Anbieter kulant, wenn Sie als Kunde wegen einem „schlechten Bauchgefühl“ auf den Aufenthalt in der Unterkunft verzichten möchten.

Befindet sich die Unterkunft jedoch in einem Gebiet, welches zu einer Sperrzone erklärt worden ist oder gar unter Quarantäne steht, dann kann die Unterkunft bereits rein objektiv betrachtet nicht mehr bezogen und benutzt werden. So wird einerseits der Vermieter/Hotelier von seiner Leistungspflicht befreit, andererseits entfällt auch die Zahlungspflicht des Kunden und allfällig geleistete Vorauszahlungen/Anzahlungen müssen zurückerstattet werden bzw. eine Reiseannullationsversicherung hat allfällige Stornierungskosten zu tragen.

Achtung: Reisewarnungen von Schweizer Behörden sind in diesem Zusammenhang irrelevant – für Unterkunftsbetreiber vor Ort sind lediglich Anordnungen ihrer nationalen Behörden relevant, allenfalls eine übergeordnete Reisewarnung der WHO. Falls keine Warnungen/Sperrungen/Quarantäneanordnungen der lokalen Behörden vorliegen, können Sie sich einem Hotel gegenüber allenfalls auf die momentanen lokalen Begebenheiten (eingeschränkte oder geschlossene Infrastrukturen und/oder eingeschränkten Kultur- und Freizeitaktivitäten) berufen, durch welche der Aufenthalt in der Unterkunft keinen Sinn mehr macht. Allenfalls zeigt sich der Betreiber kulant und erlässt ihnen die Stornierungskosten.

Im Hotel unter Quarantäne gestellt, wer kommt für die Kosten auf?

Wenn der Kunde in einem betroffenen Gebiet in einem Hotel unter Quarantäne gestellt ist, enstehen ihm weitere Kosten. Diese Kosten muss er leider selber tragen. Allenfalls kommt eine Reiseversicherung für die Kosten auf.

Individuell gekaufte Bahntickets

Solange der Zugverkehr aufrecht erhalten wird, behalten Bahntickets ihre Gültigkeit und es besteht grundsätzlich kein Recht auf Rückerstattung. Gemäss eigenen Angaben zeigen sich aber z.B. die SBB kulant, wenn Kunden eine Bahnreise ins Ausland nicht antreten wollen. Nähere Informationen zum eingeschränkten Fahrplan der SBB finden Sie hier.

Rückerstattungsanspruch bei Flugreisen

Passagiere haben gemäss der europäischen „Fluggastrechte-Verordnung“ (VO (EG) Nr. 261/2004) ein Recht auf Ticketrückerstattung oder wahlweise eine alternative Beförderung. Auch hier sind Sie nicht verpflichtet, Gutscheine zu akzeptieren.

Daneben besteht ein Recht auf Entschädigung, ausser die Fluggesellschaft kann sich auf „aussergewöhnliche Umstände“ bzw. höhere Gewalt für den Flugausfall berufen. Inzwischen hat die EU die Coronakrise als „aussergewöhnliche Umstände“ qualifiziert. Gemäss Leitlinien der EU zur Anwendung der EU-Passagierrechte vom 18. März 2020 dürfte somit das Recht auf Entschädigung entfallen, wenn Flüge in Folge staatlich verordneter Flugverbote, Einreisesperren oder aus Gründen des Gesundheitsschutzes der Besatzung nicht durchgeführt werden. Trotzdem bleibt die Frage jeweils im Einzelfall zu prüfen. Die EU-Verordnung ist auch in der Schweiz direkt anwendbar.

Flugtickets Swiss

Swiss konzentriert sich zur Zeit auf die Umbuchung von Flugreisen, Rückerstattungen werden momentan keine geleistet. Informationen zu Stornierungen, Umbuchungen und dem eingeschränkten Flugplan bei Swiss finden Sie hier.

Reisehinweise EDA    Reisemedizinische Beratung: safetravel.ch

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zuletzt aktualisiert am 16.03.2020

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