Startseite Blog Ein grosses Ding …

Ein grosses Ding …

… für eine kleine Sache? Zumindest eine langwierige Angelegenheit: Heute hat TA Swiss (Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung) eine Studie zu den Auswirkungen von Nanotechnologie auf Umwelt und Gesundheit vorgestellt. Die Studie und deren Inhalt ist interessant, die Schlussfolgerungen dazu – langweilig.

Langweilig aber nicht im Sinne, dass sie nutzlos wären, sondern weil wir und TA Swiss diese Forderungen bereits vor Jahren aufgestellt hatten: Rund um die Risikoforschung gibt es noch sehr viel Aufholbedarf, es stehen zahlreiche Fragezeichen zu Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz sowie zur Entsorgung im Raum. Die gesetzlichen Grundlagen hinken der Marktrealität weit hinterher. Gerade die Frage der Deklaration und Information der Produkte, welche in irgendeiner Form synthetische Nanomaterialien enthalten, ist immer noch nicht gelöst.

Bereits vor vier Jahren haben wir in einer Gesetzesrevision verlangt, dass diese Deklaration in die Wege geleitet und den Konsumentinnen und Konsumenten so Transparenz und Wahlfreiheit gewährleistet wird. Im Rahmen des staatlichen Aktionsprogrammes „Synthetische Nanomaterialien“ haben wir zusammen mit den Anbietern nach Möglichkeiten gesucht, um den Konsumenten verlässliche und zugängliche Informationen zur Verfügung stellen zu können. Weder die Bundesämter und schon gar nicht die Anbieter zeigten Lust, freiwillig einen Schritt zu machen: Solange auf EU-Ebene keine Deklaration vorgesehen sei, wolle man in der Schweiz nicht vorpreschen, einen grossen Aufwand betreiben und unnötige Handelshemnisse aufbauen, lautete jeweils die Begründung.

Nun, die EU hat inzwischen sowohl für Kosmetika (seit diesem Jahr) und Lebensmittel (ab 2014) eine Deklarationspflicht eingeführt. Und die Schweiz? Sie lässt vermutlich – trotz unseren Forderungen – eine laufende Revision der Verordnungen ungenutzt verstreichen. Ein Ärgernis, weil andere Anpassungen im Lebensmittelgesetz möglichst nahtlos von der EU übernommen werden, um Handelsschranken zu vermeiden. Die Deklarationspflicht hingegen ist zum Nutzen der Konsumenten und kann offenbar etwas länger warten.

Momentan wird das Lebensmittelgesetz überarbeitet und im Parlament behandelt – eine langwierige Prozedur. Wir zählen und pochen jedoch darauf, dass in dieser Revision die Deklarationspflicht für Nanomaterialen Realität wird. Es darf ja nicht sein, dass wir in vier Jahren hier wieder einen Blog schreiben müssen, der sinngemäss bereits 2009 und eben heute verfasst wurde: Denn die Forschung und Entwicklung im Bereich Nanotechnologie, aber auch die Produktevielfalt schreitet mit Meilenstiefeln voran, da darf der Gesetzgeber nicht länger an Ort treten.


Auf Facebook teilen    Auf Google+ teilen

Es können keine Kommentare hinterlassen werden. Die Kommentarfunktion ist für diesen Beitrag deaktiviert.

Ratgeber

Miniratgeber: Günstig und gut: Lebensmittel

Gönnerpreis: 4.50 CHF
Normalpreis: 9.50 CHF

Ratgeber: Gut, gesund und günstig

Gönnerpreis: 19.00 CHF
Normalpreis: 24.00 CHF

2 Miniratgeber: Smart einkaufen

Gönnerpreis: 8.00 CHF
Normalpreis: 17.00 CHF


Hosting von oriented.net