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NFP 59: schwarz-grüne Box Gentechnik

Macht es Sinn und ist es verantwortbar, in der Schweiz gentechnisch veränderte Pflanzen kommerziell anzubauen? Dieser Grundfrage und verschiedenen Facetten davon nahm sich das Nationale Forschungsprogramm NFP 59 in den letzten Jahren mit einem Budget von 12 Millionen Franken an. Seit heute liegen die Ergebnisse nun auf dem Tisch.

Als Mitglied der Begleitgruppe, welche Einsicht in die Zusammenfassung der verschiedenen Studien des NFP 59 hatte und diese auch kommentieren konnte, sollten mir die Ergebnisse eigentlich bekannt sein. Dennoch bin ich überrascht: Die Studien wiesen nicht nur auf Chancen hin, sondern auch klar auf Risiken und Gefahren. Diese muss man im nun vorliegenden Synthesebericht mit der Lupe suchen, dafür werden allfällige Nutzen prominent in den Vordergrund gestellt. Die unbestritten wissenschaftliche Arbeit von mehreren Jahren wird damit leider einseitig dargestellt.

Das ist aber nur ein wunder Punkt dieses NFP59. Aus Sicht der Konsumentinnen und Konsumenten sind meiner Ansicht nach ein paar wesentliche Fragen und Tatsachen nicht korrekt geklärt worden, bzw. müssen auch in Zukunft mit einbezogen werden.

Ein verdecktes Experiment mit Brotverkauf befasste sich mit der Akzeptanz von Lebensmitteln, welche gentechnisch verändert sind. Die Anlage dieser Studie – eine verfälschte Verkaufssituation mit einem unrealistischen Sortiment und ebensolcher Preisbildung – ist jedoch nicht wissenschaftlich und die Schlussfolgerungen deshalb irreführend.

Eine andere NFP 59-Studie zeigt auf, dass mit mehr Wissensvermittlung die Akzeptanz von Gentechnik in der Bevölkerung nicht erhöht wird. Es ist also nicht so, dass die Bevölkerung aus Unwissenheit oder Ignoranz die Gentechnik ablehnt. Im Gegenteil, die Aufklärung kann die Ablehnung sogar verstärken. Die mehrheitlich ablehnende Haltung der Bevölkerung ist in den letzten Jahren konstant geblieben und war kaum Schwankungen unterworfen. Schuld, bzw. Ursache ist auch nicht eine einseitige Medienberichterstattung. Befürworter und Gegner der Gentechnik können sich punkto Berücksichtigung in den Medien das Wasser reichen und kommen zu gleichen Teilen zu Wort.

Solange die Konsumentinnen und Konsumenten keinen Nutzen in der Gentechnik erkennen können, wird diese Skepsis bleiben. Diese tendieren viel eher zu einer nachhaltigen und naturnahen Produktion statt zur schwer kontrollier- und steuerbaren Gentechnik. Mit dieser würden den Konsumentinnen und Konsumenten im Gegenteil zusätzliche Kosten und längerfristig gentechnisch-verunreinigte Lebensmittel drohen. Die Anstrengung, eine möglichst GVO-freie Produktion neben einer gentechnischen Produktion zu erhalten, würde einen hohen Aufwand und grosse Kosten mit sich bringen. Wer diese Kosten schliesslich tragen muss, ist unschwer auszumachen.

Vieles bleibt also ungeklärt. Gewiss ist für mich allerdings, dass die Schweizer Landwirtschaft und die Konsumentinnen und Konsumenten mit der bisherigen Praxis, einer GVO-freien Schweizer Landwirtschaft, sehr gut gefahren sind.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

PS. Auf der Website der Arbeitsgemeinschaft Gentechnologie finden Sie ausführliches Material und Bewertungen zu den einzelnen Studien und dem nun vorliegenden Gesamtbericht.

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