Der öffentliche Verkehr wird immer teurer
Mitte Dezember steigen die Preise im öffentlichen Verkehr (öV) erneut. Gleichzeitig fallen in den meisten Regionen die Rabatte auf Mehrfahrtenkarten weg. Damit wird der öV für viele Haushalte zu einer noch grösseren finanziellen Belastung. Die Entwicklung steht zudem im klaren Widerspruch zum politischen Ziel des Bundes, mehr Menschen zum Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Verkehr zu bewegen.
Bereits im März hat die öV-Branche eine Erhöhung der Tarife im nationalen Direkten Verkehr angekündigt. Zwar hat der Preisüberwacher die ursprünglich geplante Erhöhung nach unten korrigiert, trotzdem müssen öV-Nutzende künftig rund 3.6 Prozent mehr für ihre Tickets bezahlen. Auch bei den Abonnementen und Mehrfahrtenkarten muss in Zukunft draufgelegt werden. Besonders betroffen sind Pendler:innen und Vielfahrer:innen.
Das GA wird zum Luxusgut
Das GA der zweiten Klasse kostet neu erstmals mehr als 4000 Franken im Jahr. Auch das Halbtax-Abo wird um fünf Franken teurer. Besonders einschneidend ist jedoch die Abschaffung der Rabatte auf Mehrfahrtenkarten in zahlreichen Tarifverbünden. Bislang profitierten Reisende – darunter auch viele Familien – je nach Region von Vergünstigungen zwischen fünf und zwanzig Prozent. Diese Rabatte fallen ab Dezember weg.
Wer noch profitieren möchte, kann Abonnemente und Mehrfahrtenkarten bis zum 12. Dezember zu den bisherigen Konditionen kaufen.
Wer mit dem GA unterwegs ist hat ebenfalls die Möglichkeit, etwas zu sparen: Das GA kann man hinterlegen, wenn man es mindestens fünf Tage lang nicht braucht. So kann man für maximal 30 Tage eine Gutschrift auf die nächste Rechnung erhalten.
Der öffentliche Verkehr muss zukunftsfähig bleiben
Gemeinsam mit der Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr Schweiz (IGöV) fordert der Konsumentenschutz Bundesrat Albert Rösti mit einer Petition auf, eine Strategie für einen bezahlbaren und zukunftsfähigen öffentlichen Verkehr zu entwickeln.
Statt immer neuer Preiserhöhungen braucht es zeitgemässe und faire Preismodelle und eine langfristig gesicherte Finanzierung sowie den Verzicht auf politische Sparmassnahmen auf Kosten der Fahrgäste.
Steigen die Billetpreise weiter, legen Reisende künftig wieder mehr Kilometer mit dem Auto zurück. Dies führt durch Unfälle, Lärm und Umweltverschmutzung langfristig zu weit höheren Folgekosten.
