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Petition: Studie zu PFAS ist nicht teuer, die Folgekosten sind es!

Wissenschaft und Medizin wissen zu wenig, wie sich PFAS und andere Chemikalien auf die Gesundheit auswirken. Dennoch hat der Bundesrat eine geplante, langjährige Studie aus Spargründen gekippt. Sie sei mit etwa 240 Millionen Franken, verteilt auf die Studiendauer von 20 Jahren, zu teuer. Der Konsumentenschutz lanciert zusammen mit der Kampagnenorganisation Campax eine Petition, damit die Studie weitergeführt wird. Sie ist dringend notwendig, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.

PFAS sind ein enormes Problem, denn die «Ewigkeitschemikalien» sind inzwischen fast überall nachweisbar, sie bauen sich kaum ab und sind gesundheitsschädlich. Sie stören die Funktion von Leber, Niere und Schilddrüse, beeinträchtigen den Fettstoffwechsel und schwächen das Immunsystem. Und sie können Krebs auslösen.

Eine auf 20 Jahre ausgelegte Studie hätte hier für mehr Klarheit und eine bessere Datengrundlage sorgen können. Für rund 240 Millionen Franken sollte erforscht werden, wie sich eine Schadstoffbelastung durch Chemikalien über einen längeren Zeitraum auf die Gesundheit auswirkt.

Sparen bei der Gesundheit

Um Kosten zu sparen, hat der Bund die Studie im Herbst gekippt. Das ist unbegreiflich. Denn der Betrag erscheint völlig angemessen im Verhältnis zu den Kosten, welche für die Dekontaminierung der stark mit PFAS belasteten Standorte auf die Schweiz zukommen. Diese werden auf 26 Milliarden Franken geschätzt. Im Verhältnis dazu sind 240 Millionen Franken für die Forschung ein relativ kleiner Betrag.

Hinzu kommen allfällige Gesundheitskosten, die schwer zu beziffern sind. Ein Bericht, welcher der Bundesrat 2019 erstellen liess, schätzt diese Kosten auf mindestens 1 bis 1,6 Milliarden Franken pro Jahr! Das menschliche Leid, das diese Krankheiten verursachen, ist nicht zu ermessen. Aber auch aus rein wirtschaftlicher Sicht ist es kostengünstiger, in die Forschung zu investieren, als morgen für die vermeidbaren Schäden zu zahlen.

Unterschreiben Sie die Petition!

Der Konsumentenschutz und Campax haben deshalb eine Petition lanciert. Der Bundesrat wird aufgefordert, die voreilige Entscheidung zu überdenken und die nationale Studie über die Risiken von PFAS und weiteren Chemikalien für die menschliche Gesundheit wieder aufzunehmen. Nicht nur, um die enormen Sanierungskosten zu vermeiden, die auf die Bevölkerung zukommen, sondern vor allem, um deren Gesundheit zu schützen. Der Bundesrat muss daran erinnert werden, dass der Schutz der Bevölkerung seine wichtigste Aufgabe ist.

Bewusst PFAS ins Essen mischen?

Anstatt die Gefahr ernst zu nehmen, hat das Parlament letztes Jahr eine äusserst problematische Motion durchgewunken. Diese verlangt, dass PFAS-verseuchtes Fleisch mit weniger belastetem Fleisch vermischt und so trotzdem verkauft werden darf. Der Konsumentenschutz erachtet dies als eine bewusste Gesundheitsgefährdung der Konsument:innen. Denn auch Mengen unter dem Höchstwert sammeln sich an und können die Gesundheit gefährden. Dieses Vorgehen ist aber auch nicht wirtschaftlich: Denn die Produzent:innen erhalten einen tieferen Preis, weil auch die edlen Stücke zu Hackfleisch oder Wurst verarbeitet werden müssen. Für die Verarbeitung fallen hingegen höhere Kosten an, da das Fleisch vermischt und kontrolliert werden muss. Keine durchdachte Lösung also!

Petition unterschreiben!