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Roaming: Strafanzeige gegen Swisscom

Woman in Paris using her cell phone in front of Eiffel TowerRecherchen der Stiftung für Konsumentenschutz zeigen, dass Swisscom ihren Kunden während Jahren Roaming-Gebühren verrechnet hat, die gar nicht angefallen sind. Die Stiftung für Konsumentenschutz reicht deshalb Strafanzeige gegen Swisscom ein und fordert, dass die Gebühren vollumfänglich rückerstattet werden.

Spricht ein Anrufer eine Nachricht auf die Voicemail-Box eines Handy-Kunden, der sich im Ausland aufhält, kann das schnell teuer werden: Da der Anruf zuerst ins Ausland geleitet wird und nachher wieder zurück in die Schweiz auf den Voicemail-Server, werden dem Handy-Kunden die Roaming-Gebühren für eingehende als auch für abgehende Anrufe verrechnet, wobei jede angebrochene Minute aufgerundet wird.

Abonnements-Kunden übervorteilt

Recherchen der Stiftung für Konsumentenschutz zeigen, dass Swisscom seit „einigen Jahren“ ein sogenanntes Anti-Tromboning-System verwendet: Dieses System erkennt, ob sich der Angerufene im Ausland befindet. Spricht nun ein Anrufer (der sich meistens in der Schweiz befindet) auf die Combox eines Swisscom-Kunden, läuft der Anruf nicht mehr über ausländische Netze, sondern direkt vom Anrufer über das Schweizer Netz zu Swisscom. Damit sparte Swisscom die Roaming-Gebühren für solche Anrufe, verrechnete diese jedoch seit mehreren Jahren weiterhin ihren Kunden. Seit wann genau Swisscom dies so praktiziert, verschweigt das Unternehmen. Laut Swisscom komme das System „nur“ bei Abonnements-Kunden, nicht jedoch bei Prepaid-Kunden zum Einsatz. Zudem sei die Verwendung nicht in allen Ländern beziehungsweise bei allen ausländischen Anbietern möglich.

Strafanzeige gegen Swisscom

Die Stiftung für Konsumentenschutz reicht nun Strafanzeige gegen Swisscom ein und fordert die Rückerstattung der zu viel einkassierten Roaming-Gebühren. „Eine unbürokratische Entschädigung der betroffenen Kunden ist das Mindeste!“, verlangt Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz.

Salt- und Sunrise-Kunden nicht betroffen

Auf Anfrage des Konsumentenschutzes gaben Salt und Sunrise an, kein Anti-Tromboning-System zu verwenden. Im Gegensatz zu Swisscom werden bei diesen Anbietern somit tatsächlich immer ausländische Netze beansprucht, wenn sich der Angerufene im Ausland befindet und eine Nachricht auf seine Voicemail-Box erhält.

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