Sparen beim Einkauf von Lebensmitteln
Wegen der gestiegenen Energie- und Lebenshaltungskosten müssen zahlreiche Haushalte finanziell den Gürtel enger schnallen. Auch beim Einkauf von Lebensmitteln gibt es Sparpotential. Dafür müssen Sie nicht komplett auf Markenprodukte verzichten und nur noch Billiglinien kaufen. Unsere Tipps für den Lebensmitteleinkauf zeigen, wie Sie dank einfacher, aber wirksamer Massnahmen effektiv sparen können, ohne auf den Genuss verzichten zu müssen.
Sparen mit Plan
- Überprüfen Sie, was Sie noch vorrätig haben und was Sie tatsächlich benötigen. Dank regelmässiger Kontrolle der Vorräte vermeiden Sie, dass Lebensmittel über das Verbrauchs- oder Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus im (Kühl-)Schrank stehen und im schlimmsten Fall entsorgt werden müssen. Vergessen Sie den Tiefkühler nicht. Denn auch tiefgekühlte Esswaren können nicht ewig aufbewahrt werden: Gemüse und Früchte in der Regel bis zu einem Jahr, Fleisch und Fisch 3–6 Monate. Mehr Informationen finden Sie unter Lebensmittelabfall vermeiden.
- Eine Planung der Mahlzeiten für mehrere Tage erleichtert den Alltag. Sie wissen jeden Tag, was Sie kochen möchten, kaufen ein, was Sie wirklich benötigen und müssen lediglich noch Frischprodukte zukaufen.
- Für exotische Rezepte benötigt man oft Gewürze und Zutaten, die man in der Alltagsküche nicht verwendet. Überlegen Sie, welche Anschaffungen sich lohnen und welche nur im Schrank herumstehen.
- Informieren Sie sich: Aktionsangebote können das Budget etwas entlasten, kaufen Sie sie aber gezielt ein. Es gibt verschiedene Apps, die Aktionen anzeigen.
- Auch wenn Sie Ihre Mahlzeiten nicht Tage im Voraus festlegen und planen wollen, erstellen Sie eine Einkaufsliste und halten Sie sich möglichst daran. So verhindern Sie, dass Sie sich von den Angeboten (ver-)leiten lassen.
- Gehen Sie nicht hungrig in den Laden. Ein hungriger Magen führt dazu, dass Sie mehr einkaufen, als Sie eigentlich wollten.
Sparen im Laden
- Beachten Sie Sonderangebote und Aktionen (siehe auch Tipp 4), aber greifen Sie nicht unüberlegt zu. Denn mit Aktionsangeboten sparen Sie nur, wenn Sie die Produkte auch wirklich (auf-)brauchen. Achten Sie auf Packungsgrössen. Für einen Zwei-Personen-Haushalt beispielsweise sind viele der Mehrfachpackungen zu viel des Guten.
- Kaufen Sie kein Mineralwasser, sondern konsumieren Sie Trinkwasser. Sie sparen damit nicht nur Geld, sondern ersparen sich das Schleppen und schonen die Umwelt.
- Vergleichen Sie den Grundpreis: Bei Lebensmitteln muss jeweils der Preis pro 100 Gramm oder 100 Milliliter angegeben sein. Vergleichen Sie diesen Preis und lassen Sie sich nicht von der Packungsgrösse und dem gross angeschriebenen Preis oder der Reduktion in Prozent blenden. Achtung: Grosspackungen sind nicht zwingend günstiger als Einzelpackungen. Vergleichen Sie auch hier den Grundpreis.
- Markenprodukte sind oft teurer als No-Name-Produkte oder Eigenmarken der Grossverteiler. Vergleichen Sie Preis, Zusammensetzung und Geschmack und entscheiden Sie dann, ob es sich lohnt, zum teureren Markenprodukt zu greifen.
- Beachten Sie die Angebote ganz unten im Regal: Die günstigen Produkte sind oft dort platziert, auf Augenhöhe findet man in der Regel die hochpreisige Ware.
- Kaufen Sie Gemüse und Früchte saisonal und regional – sie schmecken so am besten und sind preislich am vorteilhaftesten.
- Am Abend bieten viele Grossverteiler Ware, die abläuft, zu einem vergünstigten Preis an. Diese müssen allerdings rasch konsumiert werden. Kaufen Sie sie also nur, wenn sie in Ihren Menüplan passt.
- Schauen Sie sich auch auf den Wochenmärkten um oder beachten Sie die Angebote der Hofläden. Die Waren sind nicht zwingend teurer als im Laden, da der Zwischenhandel wegfällt und die Produzent:innen ihre Produkte deshalb günstiger anbieten können.
Und wenn das Geld doch nicht reicht?
Und wenn das Geld trotzdem nicht reicht, um seinen Bedarf an Lebensmitteln zu decken? Caritas Märkte in der ganzen Schweiz bieten für Armutsbetroffene ein gutes Sortiment an Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Produkten des täglichen Bedarfs. In den 22 Caritas-Märkten kann einkaufen, wer eine Berechtigungskarte vorweisen kann. Die Preise für Markenartikel oder auch Eigenmarken der Detailhändlerinnen sind bis zu 70 % tiefer als in den Läden. Die Qualität der Produkte ist einwandfrei, da diese nach wie vor den Vorgaben des Lebensmittelgesetzes (LMG) unterliegen.
Zum Einkauf im Markt berechtigt sind alle, die finanziell benachteiligt sind. Wer am oder unter dem Existenzminimum lebt, wirtschaftliche Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen zur AHV/IV bezieht, sich in einer Schuldensanierung befindet oder eine KulturLegi besitzt, kann das Angebot der Läden nutzen.
Sparen beim Kochen
- Kochen Sie möglichst selbst. Convenience-Produkte, also stark verarbeitete Lebensmittel wie beispielsweise Fertigpizzas oder bereits gerüstete Salate, sind oft teuer und in ihrer Zusammensetzung nicht ausgewogen. Wenn Sie mit Frischprodukten kochen, tun Sie Ihrer Gesundheit einen Gefallen und sparen Geld.
- Sie sind berufstätig. Kochen Sie mehrere Portionen, so dass Sie Mahlzeiten zum Mitnehmen haben oder diese einfrieren und nach Bedarf auftauen können.
- Indem Sie Reste wiederverwerten und Foodwaste vermeiden, kann ein Mehrpersonenhaushalt bis zu 2000 Franken pro Jahr einsparen. Tipps, Informationen und Rezepte finden Sie in diesem Beitrag.
- Ersetzen Sie Fleisch durch pflanzliche Proteinquellen wie Hülsenfrüchte, Soja oder Nüsse. Damit sparen Sie nicht nur Geld, sondern entlasten auch die Umwelt.
- Lagern Sie Lebensmittel richtig, damit sie möglichst lange geniessbar bleiben. Informationen dazu finden Sie in diesem Online-Ratgeber-Beitrag «Lebensmittelverschwendung vermeiden?» oder «Früchte und Gemüse richtig lagern».
Unterwegs sparen
- Ein Coffee-to-go am Bahnhof, ein Snack am Kiosk: Solche an und für sich kleinen Ausgaben summieren sich, wenn sie zur Gewohnheit werden. Nehmen Sie besser Getränke und Verpflegung von zu Hause mit. Aufs Jahr gerechnet, sparen Sie so einen nicht unerheblichen Betrag.
- Die App «Too good to go» zeigt an, welche Restaurants und Läden vergünstigte Mahlzeiten oder Lebensmittel abzugeben haben.
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