Take-away-Angebot: Vegane Ernährung – nicht auf die Schnelle
Wie einfach oder wie schwierig ist es, sich mit vegetarischen oder veganen Take-away-Angeboten zu verpflegen? Der Konsumentenschutz hat anlässlich des Veganuary 2026 das Angebot an fünf Bahnhöfen in mittleren Schweizer Städten geprüft. Fazit: Ohne Käsesandwiches ist das Angebot verschwindend klein. Insbesondere vegane Angebote sind nach wie vor rar – und es gibt grosse Unterschiede je nach Ort.
«Ein Angebot an vegetarischen oder veganen Sandwiches ist wichtig», betont Konsumentenschutz-Geschäftsleiterin Sara Stalder, «denn ein gutes Angebot beeinflusst die Nachfrage positiv». Gerade bei der Sandwich-Wahl ist es der Gesundheit zuliebe vorteilhaft, nicht nur auf gepökeltes Fleisch oder den oft stark gesalzenen Käse zu setzen. Die vegane Ernährung schont auch die Umwelt. Die Fleisch- und Käseproduktion mit ihrem Ressourcenverbrauch und dem CO2-Ausstoss stellt für die Umwelt eine massive Belastung dar.
Fleisch und Käse: 90 % des Angebotes
In den fünf Bahnhöfen von Burgdorf, Kloten, Liestal, Solothurn und Visp hat der Konsumentenschutz insgesamt 431 Sandwich-Sorten gezählt. Davon enthalten 266 Sandwiches (62 %) Fleisch oder Fisch, 122 (28 %) sind vegetarisch. Vegetarische Sandwiches ohne Käse gibt es 18 (4 %) und gerade noch 25 (6 %) sind vegan. Ein beachtlicher Anteil? Relativ, denn diese 25 vegane Sandwiches sind ungleich verteilt. Elf davon sind in Solothurn zu kaufen, die restlichen 14 fallen auf vier Orte. Und pro besuchtem Laden sind es durchschnittlich gerade 1,4 vegane Sorten, die der Konsumentenschutz vorgefunden hat. In fünf Läden ist gar kein veganes Sandwich erhältlich.

Weniger ist nicht mehr, sondern zu wenig
Was bei der Erhebung, die anfangs Winter durchgeführt wurde, weiter aufgefallen ist:
- Das Angebot hängt stark von den Anbieterinnen ab: Gewisse nationale Anbieterinnen bieten auch in kleineren Städten ein Standard-Angebot an fleischlosen Take-away-Möglichkeiten. Ohne diese wäre das fleischlose Angebot überall mager.
- Die drei lokalen Bäckereien, die der Konsumentenschutz geprüft hat, setzen ganz auf tierische Varianten. In deren Sortiment stehen 80 Sorten mit Fleisch einem einzigen veganen Sandwich gegenüber.
- Nur weil ein Angebot an veganen Sandwiches vorhanden ist, bedeutet das nicht automatisch, dass auch Kaffee mit pflanzlichen Milchalternativen erhältlich ist. In Solothurn, dem Bahnhof mit dem besten veganen Sandwich-Angebot, bietet nur ein Geschäft vegane Kaffeespezialitäten an. In Visp ist dies bei keinem der drei Geschäfte im Angebot, während in Burgdorf alle drei Verkaufsstellen pflanzliche Alternativen zu Milch anbieten, obwohl dort 95 % der Sandwiches mit Fleisch oder Käse belegt sind.
- Wer sich vegetarisch oder flexitarisch ernährt, aber nicht (immer) Käse will, ist in der Auswahl sehr eingeschränkt. Vegetarische Sandwiches ohne Käse sind noch rarer als vegane Angebote.
- Veganer:innen müssen das Angebot in einem Bahnhof kennen, um gezielt zu einem Sandwich zu kommen, ansonsten ist das Risiko gross, dass sie leer (hin-)ausgehen.
- Das Angebot ist nirgends so, dass Flexitarier:innen grosse Lust bekommen, eine vegane Variante auszuprobieren.
Fazit
Offenbar setzt die Bevölkerung in der Schweiz immer noch auf ihr konventionelles Fleisch- oder Käsesandwich – oder die Anbieterinnen haben den Trend noch nicht erkannt. Das Angebot schafft jedoch die Nachfrage. «Es ist an der Zeit, dass alle Anbieterinnen, auch die lokalen, auf mehr Diversität in ihrem Angebot setzen», ist Konsumentenschutz-Projektleiterin Josianne Walpen überzeugt, «das würde der Gesundheit der Bevölkerung wie auch der Umwelt nützen». Der Veganuary (siehe Kasten) ist eine gute Gelegenheit, kreativ zu sein und ein ansprechendes Angebot zu bieten.
Einladung zu einem «tierfreien» Monats
Auf den diesjährigen Veganuary hin – die Konsument:innen sind eingeladen, im Januar oder darüber hinaus die vegane Ernährung auszuprobieren – hat der Konsumentenschutz das Angebot an fünf Bahnhöfen in mittleren Schweizer Städten geprüft. Finden Vegetarier:innen, Veganer:innen, aber auch Flexitarier:innen ein Angebot an fleischloser Take-away-Verpflegung? Geprüft wurde das Angebot an Sandwiches und Kaffee mit pflanzlichen Milchalternativen bei den Anbieter:innen im Bahnhofsgebäude. Die ausführlicheren Resultate finden Sie hier.
