Fragen zu Konsum oder Recht? Hier finden Sie Antworten

Irreführende Preisanschriften bei IKEA: Konsumentenschutz fordert Anpassung

IKEA-Preisschilder sind so gestaltet, dass Konsument:innen kaum erkennen können, dass die gross angeschriebenen «Familienpreise» nur für «IKEA Family» Mitglieder gelten und der eigentliche Preis massiv höher ist. Der Konsumentenschutz hat das zuständige Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) informiert, das bereits die Preisschilder von Migros und Coop kritisiert hatte. Das SECO wird nun auch bei IKEA intervenieren. Der Konsumentenschutz fordert IKEA, Migros und Coop auf, ihre Preisanschriften umgehend anzupassen und transparent zu gestalten.

Mitglieder des IKEA-Kundenbindungsprogramms «IKEA Family» erhalten Rabatte auf ausgewählte Produkte. Auf den Preisschildern sind diese prominent hervorgehoben, während der reguläre, tatsächlich zu bezahlende Preis, kaum sichtbar ist. «Kund:innen bemerken den tatsächlichen Preis, wenn überhaupt, erst an der Kasse und zahlen Aufpreise von mehreren Hundert Franken. Diese Art von Preisanschrift ist irreführend. Sie verstösst gegen die Regeln der Preisbekanntgabe», so Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz.

Sowohl online, als auch in den IKEA-Geschäften wird der «IKEA Familienpreis» prominent hervorgehoben. Konsument:innen, die mit dem Kundenbindungsprogramm und den damit verbundenen exklusiven Rabatten nicht vertraut sind, werden getäuscht. Aus Angestelltenkreisen hat der Konsumentenschutz erfahren, dass die «IKEA Familienpreise» an der Kasse regelmässig zu Unklarheiten und Missverständnissen führen.

slide2
slide3
slide4

Konsumentenschutz ruft SECO auf den Plan

Die Preisbekanntgabeverordnung (PBV) hält fest, dass Preisangaben für Kund:innen nachvollziehbar und unmissverständlich sein müssen. Da dies hier offensichtlich nicht der Fall ist, hat der Konsumentenschutz das SECO informiert, welches die Oberaufsicht über die PBV ausübt. Zwar liegt die Zuständigkeit für die Kontrolle und Durchsetzung der PBV primär bei den Kantonen. Doch das SECO erachtet die Preisanschrift bei IKEA ebenfalls als nicht korrekt und hat angekündigt, beim national tätigen Möbelhaus zu intervenieren.

Auch Migros und Coop müssen nachbessern

Auch andere grosse Detailhandelsketten wie Migros und Coop loten bei der Preisanschrift immer wieder die Grenzen des rechtlich Erlaubten aus und arbeiten mit Täuschungen bei den Preisangaben. Das SECO ist bereits vor Wochen aktiv geworden und hat die Preisschilder von Coop als grenzwertig und jene von Migros als «nicht regelkonform» bezeichnet. «Im Beispiel von Migros ist das Problem, dass der Einzelhandelspreis durchgestrichen ist und das verhindert, dass man ihn gut lesen kann», erläutert das SECO. Migros muss ihre Preisschilder anpassen. Dazu Sara Stalder: «Unsere Stichproben zeigen, dass die Migros noch immer irreführende Preisschilder verwendet. Dies und die SECO-Intervention bei IKEA, zeigen, dass bei der Einhaltung der Preisbekanntgabeverordnung einiges im Argen liegt. Wir fordern die grossen Schweizer Detailhandelsketten auf, ihre Preisangaben umgehend anzupassen, damit sie den rechtlichen Vorgaben entsprechen».

Konsument:innen sollen verwirrende Preisangaben melden

Damit der Konsumentenschutz solche irreführenden Preisangaben frühzeitig erkennen, prüfen und dagegen vorgehen kann, ist er auf Meldungen von wachsamen Konsument:innen angewiesen. Sara Stalder fährt fort: «Wir behalten die Detailhändler im Blick und rufen Konsument:innen dazu auf, uns verwirrende Preisangaben zu melden». Konsument:innen können so einen wichtigen Beitrag zu mehr Transparenz und Fairness im Handel leisten.

Weitere Informationen: