Startseite Medienmitteilungen Kartellgesetz: Nationalrat unternimmt nichts gegen Hochpreisinsel Schweiz

Kartellgesetz: Nationalrat unternimmt nichts gegen Hochpreisinsel Schweiz

Der Nationalrat hatte heute die Gelegenheit etwas gegen die Hochpreisinsel Schweiz zu unternehmen – er wollte jedoch von einer Änderung des Kartellgesetzes nichts wissen. Für die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) ist dieser Entscheid nicht nachvollziehbar, denn in der Schweiz zahlen Konsumentinnen und Konsumenten für identische Produkte deutlich mehr als in den Nachbarländern. Der Hauptgrund dafür sind nicht höhere Kosten, sondern die gezielte Kaufkraftabschöpfung durch international tätige Konzerne.

Der Nationalrat hat es heute abgelehnt, auf eine Änderung des Kartellgesetzes einzutreten . Damit wurde die Chance verpasst, etwas gegen die Hochpreisinsel Schweiz zu unternehmen: Der vom Ständerat vorgeschlagene Artikel 7a hätte Schweizer Unternehmen ermöglicht, Waren und Dienstleistungen direkt im Ausland zu beziehen, anstatt über den Alleinimporteur in der Schweiz, der in der Regel deutlich höhere Preise verlangt. Prisca Birrer-Heimo, Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), kritisiert diesen Entscheid scharf: „Ohne Verschärfung des Kartellgesetzes wird es bei Importprodukten auch weiterhin einen ‚Zuschlag Schweiz‘ geben. Dieser Kaufkraftabfluss ins Ausland ist absolut unnötig und schadet unserem Land.“
Nach wie vor zahlen Schweizerinnen und Schweizer für identische Produkte deutlich mehr als in den angrenzenden Ländern. Insbesondere die Preisunterschiede zu Deutschland sind unerklärlich gross. Laut Preisbarometer.ch kosten in der Schweiz Kosmetikartikel (66%), Zeitschriften (55%), Kleider (28%), Spielzeuge (27%), Sportartikel (23%) und Schuhe (15%) deutlich mehr als in Deutschland. Dies obwohl die Mehrwertsteuer in Deutschland klar höher ist als in der Schweiz.*

*Basis für den Vergleich ist entweder die Gesamtbranche oder jeweils der günstigste der drei umsatzstärksten Händler in Deutschland und in der Schweiz, Stand 5. März 2014.

2 Kommentare zu “Kartellgesetz: Nationalrat unternimmt nichts gegen Hochpreisinsel Schweiz”



James Ursula

Das darf nicht sein. Der Alleinimporteur ist ein Wegelagerer, welcher ohne etwas zu tun einfach horrende Gebühren erhebt. Dagegen muss unbedingt etwas unternommen werden! Wir verlangen die Namen dieser dafür verantwortlichen Personen. In wessen Taschen fliesst dieses gestohlene Geld? Unser Bundesrat muss die Interessen des Volkes vertreten und den Schweizer Unternehmen endlich grünes Licht geben für den direkten Import.
.



Kenel

Ich möchte gerne die Namen der „Vollksvertretter“ welche dagegen gestimmt haben kennen, um bei den nächsten Wahlen entsprechend zu handeln

Ratgeber

Miniratgeber: Zölle, Steuern und Co. – grenzenlos einkaufen

Gönnerpreis: 4.50 CHF
Normalpreis: 9.50 CHF

E-Ratgeber (PDF): Zölle, Steuern und Co. – Grenzenlos einkaufen

Gönnerpreis: 3.50 CHF
Normalpreis: 7.50 CHF

Hosting von oriented.net