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Lebensmittelwerbung: Erste Erfolge

Untersuchung der Lebensmittelwerbung am Schweizer Fernsehen

Die erste Bilanz weist Erfolge auf, aber am Ziel ist die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen ACIS, FRC und SKS noch nicht: Während McDonald’s seine Werbung freiwilligen Massnahmen zum Schutz von Kindern unterziehen will, fahren Coop, Migros und auch Ferrero ihren eigenen Kurs. Für die Allianz ist klar, dass eine Verstärkung der freiwilligen Werbeeinschränkungen nötig ist und auch gesetzliche Massnahmen diskutiert werden müssen.

Im Sommer hat die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen eine Analyse von Lebensmittelwerbungen veröffentlicht, welche mit Unterstützung der Gesundheitsförderung Schweiz sowie der Westschweizer Gesundheitsdirektorenkonferenz durchgeführt wurde.

Die Ergebnisse sind eindrücklich: Während einer Stunde Fernsehen prasseln durchschnittlich mehr als 18 Werbespots auf die Kinder nieder. Schaut ein Schweizer Kind pro Tag eine Stunde Fernsehen, sieht es im Jahr rund 40 Stunden Werbespots. Rund ein Viertel davon sind Lebensmittelwerbungen, welche fast ausschliesslich Fast Food, Süssigkeiten und Snacks bewerben.

Aufgrund dieser Resultate der Lebensmittelwerbungen hat die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen die Anbieter aufgefordert, dem Swiss Pledge beizutreten. Diese freiwillige Vereinbarung der Lebensmittelanbieter beinhaltet Einschränkungen bei der Bewerbung von Kindern. Die Antworten der wichtigsten Lebensmittelanbieter, die nicht dem Swiss Pledge angeschlossen sind, sind folgende:

•    Der Fast Food-Anbieter McDonald’s – als Absender von 50% der Lebensmittelwerbungen – hat im Oktober bekanntgegeben, dass er dem Swiss Pledge beitreten will.

•    Ferrero als weiterer wichtiger Absender von Lebensmittelwerbungen begnügt sich weiterhin, Mitglied der IFBA (Global Policy on Marketing & Advertising to Children) und des EU-Pledge (die freiwillige Vereinbarung innerhalb der EU) zu sein, will aber trotz seinem Versprechen die Werbungen im Schweizer Kinderprogramm nicht ganz unterbinden.

•    Coop will seine eigenen, internen Richtlinien beibehalten und sieht von einem Beitritt zum Swiss Pledge ab.

•    Migros ist dabei, ebenfalls eigene Richtlinien zu erarbeiten.

Problematisch bei Coop und Migros wie auch Ferrero ist die Tatsache, dass globale oder interne Standards keiner transparenten Kontrolle unterliegen.

Nestlé und Kellogg’s sind zwar Mitglied beim Swiss Pledge. Dieser schreibt jedoch nicht einheitliche Kriterien vor, welche Nährwerte als gesund gelten dürfen. So bewarb sowohl Kellogg’s wie Nestlé Produkte im Kinderprogramm, welche in anderen Ländern nicht im Kinderprogramm gesendet werden dürften.

Die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen stellt deshalb eine Reihe von Forderungen auf, damit die Situation auf dem Schweizer Werbemarkt zugunsten der Kinder verbessert wird:

•    Wichtige Akteure wie Ferrero, Coop und Migros müssen den Swiss Pledge unterzeichnen.

•    Unternehmen wie Kellogg’s oder Nestlé müssen die Nährwerte ihrer Produkte noch verbessern oder auf die Bewerbung dieser Produkte während dem Kinderprogramm verzichten.

•    Das Versprechen von Nestlé und Kellogg’s, keine Werbung für Kinder im Vorschulalter zu senden, muss tatsächlich eingehalten werden.

•    Werbung für Früchte und Gemüse sind im Kinderprogramm inexistent. Es ist jedoch wichtig, dass Kinder auch solche Produkte sehen. Dies soll offiziell gefördert werden.

•    Der Swiss Pledge muss durch strengere, einheitliche Ernährungskriterien sowie zu Kriterien zu Marketing-Techniken ergänzt werden. Die Programmzeiten ohne Werbung sollen ausgedehnt und ein unabhängiges, detailliertes und transparentes Monitoring eingeführt werden.

Das Bundesamt für Gesundheit hat über sein Programm Actionsanté als einzige Behörde den Swiss Pledge offiziell anerkannt. Die Allianz fordert deshalb, dass sich Actionsanté noch stärker für strengere Kriterien, Transparenz und mehr Mitglieder einsetzt.

Der Fernsehkonsum und die Lebensmittelwerbung sind ein nicht zu unterschätzender Faktor für unausgewogene Ernährung und fördern das Übergewicht von Kindern und Jugendlichen. Die Allianz ist deshalb überzeugt, dass auch über regulatorische Massnahmen diskutiert werden muss, wenn freiwillige Verpflichtungen in absehbarer Zeit nicht die gewünschte Wirkung zeigen. Dieser Ansicht ist auch die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates: Sie will dem Bundesrat im revidierten Lebensmittelgesetz die Kompetenz einräumen, die an Kinder gerichtete Werbung für Lebensmittel einzuschränken.

Zusammenfassung der Studie

Studie (nur auf französisch)


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