Startseite Medienmitteilungen Dem Druck der Pharma nicht standgehalten

Dem Druck der Pharma nicht standgehalten

SKS ist unzufrieden mit den Massnahmen des Bundesamtes für Gesundheit

Der Druck der Pharmaindustrie ist enorm. Dies zeigt der Massnahmenkatalog, welcher das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und Bundesrat Pascal Couchepin heute vorgelegt haben. Die Sparmöglichkeiten wurden nur zur Hälfte ausgeschöpft, 400 Millionen Franken Einsparungen sind viel zu wenig: Ohne Qualitätsverluste wären mindestens 800 Millionen Franken möglich. Die SKS ist enttäuscht und unzufrieden.

Das BAG hat es in der Hand, ohne langwierige gesetzliche Anpassungen Sparmassnahmen zu treffen. Mit Spannung wurde erwartet, welches Rezept das Bundesamt für Gesundheit in diesen Tagen präsentiert, damit die Erhöhungen der Krankenkassenprämien etwas gemildert werden kann. Im BAG hat man wohl weniger Gehör für die Anliegen der Versicherten, dafür umso mehr für die Interessen der Pharmaindustrie. Längst nicht alle Möglichkeiten wurden voll ausgeschöpft:

•    Die Senkung des Vertriebsanteils von 15 auf 12 % ist keine neue Massnahme. Erst eine weitere Senkung auf 10 % bringt Einsparungen. Das hat auch die SKS und die Gruppe Ineichen mit SKS-Präsdientin Simonetta Sommaruga gefordert.

•    Im erweiterten Länderkorb fehlt Italien oder ersatzweise Belgien – eines der beiden Länder muss für den Preisvergleich unbedingt einbezogen werden.

•    Positiv wertet die SKS die regelmässige Überprüfung der Medikamente auf ihre Wirtschaftlichkeit, Zweckmässigkeit und Wirksamkeit. Ein konsequentes Umsetzen dieser Kriterien heisst für die SKS aber auch, dass die Krankenkassen bei austauschbaren Medikamenten in Zukunft den Preis des wirtschaftlichsten – das heisst: des günstigsten – Arzneimittels abgelten.

•    Die ausserordentliche Überprüfung aller Medikamente muss aufgrund eines Länderkorbs vorgenommen werden, der auch Italien umfasst.

•    Nicht erwähnt wird die Mittel- und Gegenstände-Liste MiGeL. Die Leute bezahlen mit der heutigen Regelung viel zu hohe Preise für Produkte wie Einlagen, Prothesen oder Verbandsmaterial. Das belastet die Krankenkassenprämien unnötig.

Die Lobbyisten der Pharma haben offenbar gute Arbeit geleistet. Denn die grossen Pharmaunternehmen werden diese Einsparungen, wie sie das BAG vorsieht, kaum zu spüren bekommen: Roche, das schweizweit umsatzmässig drittgrösste Unternehmen und Novartis – auf Platz vier – haben auch im letzten Jahr trotz Rezession Milliardengewinne geschrieben. Die Pharma droht zwar mit wirtschaftlichen Konsequenzen, sollten schärfere Massnahmen durchgesetzt werden, der wirtschaftliche Schaden durch den Kaufverlust, -den die hohen Prämien mit sich bringen – ist jedoch viel gravierender.

„So kann man die Kosten nicht in den Griff bekommen“, ärgert sich SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder. „Zudem fliesst weiterhin ein grosser Teil des Gewinns der zu hohen Medikamentenpreise ins Ausland ab, da rund 70% der Medikamente importiert sind.“

Noch gestern hatte die SKS dem Departement des Innern eine Petition überreicht, welche rasche und wirkungsvolle Massnahmen im Medikamentenbereich fordert. Sehr zahlreich waren auch die Reaktionen von Konsumentinnen und Konsumenten, welche sich bei der SKS meldeten: Preisvergleiche mit Ausland, nicht angepasste Packungsgrössen der Medikamente, neue, viel teurere Medikamente stossen bei ihnen auf Unverständnis. Diese Versicherten werden kaum Verständnis dafür aufbringen, dass die Pharmaindustrie vom Gesetzgeber mit Samthandschuhen angefasst wird.

Hoffnungen setzt die Stiftung für Konsumentenschutz aufs Parlament. Ein erstes ermutigendes Zeichen kam aus der Gesundheitskommission des Nationalrates: Dort wurde beschlossen, dass Medikamente, die nicht wirtschaftlich sind, nicht mehr bezahlt werden. Das brächte Einsparungen von über 400 Mio. Franken pro Jahr mit sich!


Auf Facebook teilen    Auf Google+ teilen

Es können keine Kommentare hinterlassen werden. Die Kommentarfunktion ist für diesen Beitrag deaktiviert.

Ratgeber

Kinder-Impfungen – eine Entscheidungshilfe

Gönnerpreis: 19.00 CHF
Normalpreis: 24.00 CHF

Miniratgeber: Komplementärmedizin

Gönnerpreis: 4.50 CHF
Normalpreis: 9.50 CHF

E-Ratgeber: Komplementärmedizin

Gönnerpreis: 3.50 CHF
Normalpreis: 7.50 CHF


Hosting von oriented.net