Drahtzieher hinter 61 illegalen Dropshipping-Shops aufgedeckt und angezeigt
Eine Recherche des Konsumentenschutzes bringt ans Licht, dass zahlreiche illegale Dropshipping-Shops von wenigen Unternehmen betrieben werden, die international agieren. Der Konsumentenschutz hat vier Akteure aus der Schweiz, den Niederlanden, Polen und den Vereinigten Arabischen Emiraten abgemahnt und angezeigt. Diese sind für mindestens 61 Dropshipping-Shops mit Domains aus zahlreichen Ländern verantwortlich. Auf Social Media haben sie über 8’000 Werbeanzeigen geschaltet. Derweil zeigen letztjährige Strafanzeigen bereits Wirkung: Drei Strafbefehle wurden erlassen, fünf weitere Verfahren sind noch hängig.
Der Konsumentenschutz erhält täglich Meldungen zu mutmasslich illegalen Dropshipping-Shops und prüft diese. «Unsere Auswertung zeigt, dass viele Dropshipping-Shops nicht etwa einzelne, von Privatpersonen betriebene Websites sind. Dahinter steckt ein zunehmend professionell organisiertes Netzwerk von Betrüger:innen», erklärt Sara Stalder, Geschäftsleiterin des Konsumentenschutzes. «Wir haben 13 grössere Betreiber:innen ausfindig gemacht und abgemahnt, die insgesamt mindestens 96 Shops betrieben haben. Gegen vier Unternehmen, mit mindestens 61 Shops, haben wir Strafanzeigen eingereicht.»

Drahtzieher operieren flexibel, schnell und international
Die Betreiber:innen schalten teilweise mehrere Tausend Werbeanzeigen auf Social Media, um innert kürzester Zeit ein möglichst breites Publikum zu erreichen. Sie nehmen ihre Fake-Shops immer wieder offline und schalten sie teils unter Dutzenden Domains verschiedener Länder wieder online. Dem Konsumentenschutz sind zudem Fälle bekannt, in denen professionell aufgebaute Shops gezielt weiterverkauft werden – um im Hintergrund Geld zu verdienen oder um bei Rechtsstreitigkeiten Spuren zu verwischen. Die Betreiber:innen machen sich dabei die vermeintliche Anonymität des Internets zunutze und operieren in einem rechtlichen Graubereich.
Vom Konsumentenschutz angestossene Strafverfolgung zeigt Wirkung
«Weil laufend neue Shops auftauchen, sind wir bereits letzten Sommer aktiv geworden», sagt Sara Stalder. «Wir haben 17 angeblich «schweizerische» Online-Shops abgemahnt, die gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb verstossen. Acht uneinsichtige Betreiber:innen haben wir angezeigt». Bisher führten die Ermittlungen der Strafbehörden bereits zu drei Strafbefehlen gegen die Verantwortlichen, die restlichen fünf sind noch hängig.
Viele Dropshipping-Shops sind illegal
Illegale Dropshipping-Shops verstossen gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Sie verkaufen Ware weit über deren Wert und werben mit irreführenden Rabattpreisen, die keine sind. Oft präsentieren sie sich als vermeintlich lokales Traditionsunternehmen und locken mit gefälschten Bewertungen, welche Kund:innen zum Kauf verleiten sollen. Tatsächlich liefern sie aber minderwertige Billigware direkt aus China – oder gar nichts.
So schützen sich Konsument:innen
Der Online-Ratgeber des Konsumentenschutzes erklärt, wie Konsument:innen zweifelhafte Dropshipping-Shops erkennen. Er enthält zudem eine Liste von bekannten, problematischen Shops. «Wir raten Konsument:innen, unbekannte Online-Shops genau zu prüfen und nicht voreilig ein auf Social Media beworbenes Produkt zu kaufen» empfiehlt Sara Stalder. Der Konsumentenschutz ruft Konsument:innen dazu auf, verdächtige Online-Shops zu melden, um andere zu warnen und betrügerische Angebote schneller zu stoppen.
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