Medikamente günstig einkaufen
Um Medikamente möglichst günstig einkaufen zu können, ist es wichtig, die vorhandenen Sparmöglichkeiten zu kennen. Die Medikamentenpreise in der Schweiz gehören im internationalen Vergleich zu den höchsten. Medikamente können das Haushaltsbudget spürbar belasten, insbesondere bei regelmässigen Behandlungen oder mehreren verschriebenen Präparaten.
Um beim Medikamentenkauf Kosten zu sparen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dazu gehören etwa die Verwendung von Generika, Preisvergleiche oder – unter bestimmten Voraussetzungen – Medikamente im Ausland zu kaufen.
Mit Generika und Biosimilars sparen
Generika sind Kopien von Medikamenten, deren Patentschutz abgelaufen ist. Sie enthalten denselben Wirkstoff, wirken gleich und erfüllen dieselben Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen wie das Original, sind aber meist deutlich günstiger.
Biosimilars sind ähnliche Kopien von Medikamenten mit komplexen biologischen Wirkstoffen. Sie sind in der Wirkung, Qualität und Sicherheit mit den Originalen vergleichbar – und ebenfalls deutlich günstiger.
Es lohnt sich also Medikamentenpreise online zu vergleichen oder in der Apotheke nach günstigen Alternativen zu fragen.
Günstigere Alternativen direkt in der Apotheke verlangen
Apotheken können in vielen Fällen wirkstoffgleiche und kostengünstigere Medikamente abgeben. Testkäufe des Konsumentenschutzes haben aber gezeigt, dass sie diese teilweise erst auf Nachfrage anbieten. Es lohnt sich deshalb, beim Bezug eines Medikaments, gezielt nach günstigeren Alternativen zu fragen. Fragen Sie in der Apotheke beispielsweise:
- Gibt es ein Generikum oder Biosimilar?
- Gibt es eine günstigere Alternative?
Preise von rezeptfreien Medikamenten (OTC) vergleichen
OTC steht für «Over the Counter» (= über die Ladentheke) und bezeichnet Medikamente, die ohne Rezept erhältlich sind. Dazu gehören zum Beispiel viele Schmerzmittel, Erkältungs- oder Allergiemedikamente. Weil die Anbieter:innen bei diesen den Preis frei festlegen können, gibt es oft deutliche Preisunterschiede zwischen Apotheken, Online-Anbieter:innen und Drogerien. Daher lohnt es sich, neben der Suche nach günstigen Alternativen (Generika) auch die Preise verschiedener Anbieter:innen zu vergleichen – online oder im Geschäft.
Schweizer Versandapotheken
Schweizer Versandapotheken können sich lohnen, wenn keine persönliche Beratung benötigt wird. In der Schweiz dürfen nur Versandapotheken mit entsprechender kantonaler Bewilligung tätig sein. Zudem ist zu beachten, dass für jede Arzneimittelbestellung ein gültiges ärztliches Rezept erforderlich ist. Verlässliche Informationen zu Arzneimitteln bieten die Patient:innen- und Fachinformationen der in der Schweiz zugelassenen Präparate, die hier abrufbar und behördlich geprüft sind.
Achten Sie darauf, dass die gewählte Versandapotheke über eine offizielle Bewilligung zum Versandhandel verfügt. Eine entsprechende Liste finden Sie hier.
Franchise und Selbstbehalt beachten
Wenn in der Arztpraxis oder Apotheke gesagt wird, ein Medikament werde von der Krankenkasse übernommen, klingt das erst mal gut. Dies bedeutet aber nur, dass das Medikament grundsätzlich von der Grundversicherung gedeckt ist. Die Krankenkasse zahlt jedoch nur, wenn Ihre Franchise bereits ausgeschöpft ist. Ansonsten bezahlen Sie die Kosten selbst.
Bei bestimmten Originalmedikamenten, für die ein günstigeres Generikum oder Biosimilar verfügbar wäre, gilt ein erhöhter Selbstbehalt von 40 % statt der üblichen 10 % oder 20 %. Bei diesen lohnt es sich umso mehr, auf Generika oder Biosimilar zu setzen.
Was sind Franchise und Selbstbehalt?
Vorhandene Medikamente nutzen und Packungsgrössen beachten
Nicht jedes Medikament muss neu gekauft werden. Ein kurzer Blick in die eigene Hausapotheke lohnt sich vor dem Gang in die Apotheke oder zur Ärzt:in:
- Welche Medikamente sind bereits vorhanden?
- Ist das Haltbarkeitsdatum noch nicht überschritten?
So lassen sich unnötige Doppelkäufe oft vermeiden. Achten Sie zudem auf die gewählte Packungsgrösse. Grössere Packungen sind nicht automatisch günstiger. Entscheidend sind der Preis pro Dosis, Ihr tatsächlicher Bedarf und die Haltbarkeit des Produkts.
Apothekengebühren (LOA) verstehen und berücksichtigen
Beziehen Sie verschreibungspflichtige Medikamente in einer Apotheke, kann diese zusätzliche Gebühren verrechnen. Diese sind je nach Situation unterschiedlich hoch:
Kostenübersicht Medikamentencheck
Kategorie A (einmalige Abgabe):
- Erstbezug: CHF 5.20
- Wiederbezug: CHF 4.25
Kategorie B (mehrfache Abgabe):
- Erstbezug: CHF 4.05
- Wiederbezug: CHF 2.05
Kostenübersicht Sicherheitscheck Patient:in
Zusätzlich wird pro Kund:in, Tag und verordnender Ärzt:in ein Sicherheitscheck (CHF 3.95) verrechnet. Dieser beinhaltet:
- Führung des Patient:innendossiers
- Prüfung von Wechselwirkungen
- Medikationshistorie
Apotheken die auf Gebühren verzichten
Einzelne Apotheken verzichten auf die Verrechnung des Medikamenten- und Sicherheitschecks, insbesondere bei Direktzahlung. Auch dies ist eine Möglichkeit, Medikamente günstiger zu beziehen.
| Kette | Adresse | PLZ | Ort | Kanton | Telefon | keine B- & M-Checks verrechnet | kein B-Check verrechnet | Sparpotential bei Barzahlung | Stand | Wie viele KundInnen nutzen Angebot? | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Medicus Apotheke | (-) | Luzernerstrasse 30 | 6010 | Kriens | LU | 041 320 96 26 | kriens@medicusapotheke.ch | x | x | verzichtet auf Medikamenten- und Bezugscheck | April 24 | Passiert automatisch bei Barbezahlung |
| Apotheke Dr. Stoffel AG, AlbuVille | Rotpunkt-Apotheken | Obere Bahnhofstrasse 58A | 8640 | Rapperswil | SG | 055 220 60 20 | info@apotheke-drstoffel.ch / drstoffel@bluewin.ch | x | x | verzichtet auf Medikamenten- und Bezugscheck | April 24 | Passiert automatisch bei Barbezahlung |
| Bahnhof-Apotheke | Rotpunkt-Apotheken | Bahnhofplatz/Parkhaus See | 8640 | Rapperswil | SG | drstoffel@bahnhof-apotheke-ch.com | x | x | verzichtet auf Medikamenten- und Bezugscheck | April 24 | Passiert automatisch bei Barbezahlung | |
| Rosengarten Apotheke AG | Rotpunkt-Apotheken | Poststrasse 1 | 8303 | Bassersdorf | ZH | gesund@apothekebassersdorf.ch | x | x | verzichtet auf Medikamenten- und Bezugscheck | September 24 | Passiert automatisch bei Barbezahlung | |
| Wydehof Apotheke | Rotpunkt-Apotheken | Einkaufszentrum Wydehof/Laufenstrasse 4 | 4226 | Breitenbach | SO | wydehof-apo@ovan.ch | x | x | verzichtet auf Medikamenten- und Bezugscheck | September 24 | Passiert automatisch bei Barbezahlung | |
| Apotheke Zollikon | (-) | Bergstrasse 22 | 8702 | Zollikon | ZH | 044 391 22 55 | info@apotheke-zollikon.ch | x | x | verzichtet auf Medikamenten- und Bezugscheck | April 24 | Passiert automatisch bei Barbezahlung |
| Apotheke Schaffhauserplatz AG | Seminarstrasse 1 | 8057 | Zürich | ZH | +41 44 361 61 61 | kappeler@platz.ch | x | x | verzichtet auf Medikamenten- und Bezugscheck | April 24 | zusätzlich bis zu 20% Rabatt auf kassenpflichtige Generika |
Sollte eine Apotheke, die auf die Taxen verzichtet, auf der Apothekenliste fehlen oder fälschlicherweise aufgeführt sein, melden Sie dies bitte unter info@konsumentenschutz.ch. Gerne werden wir die Liste aktualisieren.
Medikamente günstig im Ausland kaufen
Im Ausland sind viele Medikamente deutlich günstiger als in der Schweiz. Dabei ist jedoch wichtig zu wissen: In der Regel übernimmt die Krankenkasse die Kosten für im Ausland gekaufte Medikamente nicht. Die Krankenkasse darf im Ausland gekaufte Medikamente nur vergüten, wenn Sie diese während eines vorübergehenden Auslandsaufenthaltes aufgrund einer Erkrankung selbst benötigen. Dies gilt unabhängig davon, wie günstig sie sind oder ob sie ärztlich verschrieben wurden.
Wann lohnt sich der Auslandkauf?
Ein Einkauf im Ausland kann sich vor allem dann lohnen, wenn Sie die Kosten ohnehin selbst tragen müssen, etwa weil die Franchise nicht ausgeschöpft wird. Bei sehr teuren Medikamenten kann der Bezug in der Schweiz hingegen sinnvoller sein, da diese vollständig an die Franchise angerechnet werden.
Entscheidend ist zudem wie hoch der Preisunterschied ist und ob sie die Einfuhrbestimmungen einhalten können.
Einfuhrbestimmungen beachten
Für den Eigengebrauch dürfen Sie in der Regel Medikamente im Umfang eines Monatsbedarfs in die Schweiz eingeführt werden.
Beachten Sie dabei Folgendes:
- Wertfreigrenze von CHF 150: Wenn Sie insgesamt Waren über diesem Wert einführen, müssen Sie die Mehrwertsteuer bezahlen.
- Für bestimmte Medikamente (z. B. Betäubungsmittel) gelten zusätzliche Vorschriften.
- Bewahren Sie die Kaufquittung für den Grenzübertritt auf.
Online im Ausland bestellen
Privatpersonen dürfen Arzneimittel für den Eigenbedarf und in der Regel im Umfang einer Monatsration in die Schweiz einführen. Da viele gefälschte oder unseriöse Arzneimittel im Umlauf sind, ist beim Bezug aus dem Ausland besondere Vorsicht geboten.
Medikamente sollten nur über zertifizierte Online-Apotheken bezogen werden. Diese sind am EU-Sicherheitslogo erkennbar und im Versandhandelsregister eingetragen. Das Logo ermöglicht die Überprüfung der Registrierung. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.
Von Bestellungen bei nicht überprüfbaren Anbieter:innen wird dringend abgeraten, auch wenn diese auf den ersten Blick attraktiv erscheinen.
Weiteres Sparpotenzial nutzen
Neben dem Medikamentenkauf lohnt sich auch, die eigene Krankenversicherung zu prüfen. Die Prämien können sich je nach Anbieter:in und Modell stark unterscheiden. Unser unabhängiger Prämienvergleich hilft Ihnen dabei, mögliche Einsparungen zu erkennen und unkompliziert zu einer anderen Krankenkasse zu wechseln.
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