Vorsicht vor Anlagebetrug, sonst ist Ihr Geld weg
Alle können Opfer von Anlagebetrug werden. Betrüger:innen locken mit hohen Renditen und schaffen mit professionellem Auftreten Vertrauen. Der Konsumentenschutz gibt Auskunft über die häufigsten Methoden der Kriminellen und wie Sie sich davor schützen.
Häufige Methoden beim Anlagebetrug
Beim Anlagebetrug ändern sich die Methoden rasch. Folgende sind derzeit häufig:
Online-Werbung mit Prominenten, angebliche Skandale oder bekannte TV-Sendungen wie «Die Höhle der Löwen»
Dubiose oder betrügerische Geldanlagen werden häufig mit Online-Inseraten beworben, die Aufmerksamkeit und/oder Vertrauen wecken sollen. Dabei wird oft das Foto einer bekannten Person zusammen mit einer reisserischen Schlagzeile verwendet. Beispiele dafür sind etwa Sandra Boner, die im Schweizer Fernsehen die Sendung «Meteo» moderiert, Bundesrätin Karin Keller-Sutter oder Sportstar Roger Federer. Neuerdings werden nicht nur Fotos, sondern auch gefälschte Interviews und Videos verwendet. Manchmal nutzen die Betrüger:innen auch TV-Sendungen wie «Eco» oder «Die Höhle der Löwen» als Lockmittel. Ein Klick auf die Anzeige leitet oft zu einem Artikel weiter, der wie ein Zeitungsbeitrag aufgemacht ist. Manchmal wird dieser sogar mit dem Logo vom «Blick» oder von anderen Zeitungen versehen und/oder eine angebliche Zusammenarbeit mit tatsächlich existierenden Banken, Vermögensverwalter:innen oder Börsen vorgegaukelt. Am Ende geht es in der Regel um eine angebliche (und geheime) Investitionsmöglichkeit mit sehr hoher Rendite. Die Einstiegsschwelle ist tief, manchmal sind es 100, manchmal 250 Franken, Euro oder Dollar.
Handelsplattformen zeigen grosse Kursgewinne an
Hat das Opfer einmal Geld eingezahlt, erwecken die Betrüger:innen mit gefälschten Fakten den Eindruck, das Investment laufe noch besser als versprochen. Auf einer «Handelsplattform» im Internet richten die Kriminellen persönliche Konten für ihre Opfer ein, auf denen sie die grossen Kursgewinne selbst mitverfolgen können. Manchmal wird ihnen sogar angezeigt, welche Investitionen angeblich getätigt wurden. Dabei geben die Betrüger:innen Aktien und Wertschriften an, deren Kurse unabhängig vom Betrug gerade gestiegen sind – in Wahrheit investieren sie jedoch das Geld nicht und stecken es in die eigene Tasche. Nach der ersten Zahlung meldet sich in der Regel eine «Berater:in» per Telefon oder Chat. Sie baut zuerst ein Vertrauensverhältnis auf und drängt anschliessend darauf, mehr zu investieren. Viele zahlen deshalb tausende von Franken ein, einige sogar ihre ganzen Ersparnisse.
Rückzug und zweiter Betrug
Wird ein Opfer misstrauisch und verlangt eine Auszahlung, verwenden die Betrüger:innen verschiedene Maschen: Manchmal zahlen sie tatsächlich einen kleinen Betrag aus, um das Vertrauen zurückzugewinnen. Meistens verlangen sie jedoch eine weitere Zahlung, damit die Auszahlung erfolgen könne, zum Beispiel eine Kommission, Gebühr, einen Vorschuss, eine Steuernachzahlung oder Ähnliches. Weigert sich das Opfer, brechen die Betrüger:innen den Kontakt abrupt ab. Manchmal meldet sich Monate später eine andere Person, die angeblich vom Betrug erfahren hat und verspricht, das verlorene Geld zurückzuholen. Aber auch hier geht es letztendlich darum, einen Vorwand für weitere Zahlungen zu präsentieren, die nie zurückerstattet werden.
Anlagebetrug mit Schneeballsystemen
Eine besondere Variante sind «Schneeballsysteme». Im Unterschied zum klassischen Betrug zahlen die Betrüger:innen hier zuerst tatsächlich hohe Gewinne aus. Diese werden jedoch nicht aus der Rendite, sondern aus dem Geld von Neukund:innen finanziert. Irgendwann bricht das System zusammen und die Betrüger:innen machen sich mit dem Geld aus dem Staub. Bekannte Beispiele waren der European Kings Club oder Bernie Madoff.
Warnlisten
Vorsicht Anlagebetrug! Die Schweizer Finanzmarktaufsichtsbehörde FINMA warnt mit untenstehender Liste vor Unternehmen, die ohne Bewilligung Finanzdienstleistungen anbieten, oder im Verdacht stehen, Anleger:innen zu schädigen. Fehlt ein Unternehmen auf dieser Liste, ist dies keine Empfehlung! Es kann sein, dass die Anbieter:in noch nicht auf der Liste ist oder zwar legal tätig ist, den Anleger:innen aber trotzdem unvorteilhafte Investitionen vorschlägt. Andere Aufsichtsbehörden und Organisationen stellen ebenfalls Listen zur Verfügung.
IOSCO-Warnliste (International)
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