Startseite Medienmitteilungen WEKO: Bald Untersuchungsaufträge vom Bundesrat?

WEKO: Bald Untersuchungsaufträge vom Bundesrat?

Viele Branchen behalten Währungsgewinne immer noch für sich

Der Detailhandel reagiert schrittweise, der Fachhandel verweigert Preissenkungen: diverse Kleidermarken, Schuhe, Sportartikel, Unterhaltungselektronik und Zeitschriften kosten in der Schweiz teilweise mehr als drei Mal so viel wie in Deutschland. Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) hat betroffene Unternehmen im August 2011 angeschrieben und aufgefordert, die Preise für überteuerte Produkte bis Mitte September 2011 um mindestens 20% zu senken. Geschehen ist mit wenigen Ausnahmen nichts. Grund dafür könnten Wettbewerbsbeschränkungen sein, wie das Schreiben der Sportartikel-Kette Athleticum vermuten lässt. SKS-Präsidentin Prisca Birrer-Heimo will nun vom Bundesrat wissen, ob er das Sekretariat der Wettbewerbskommission mit Untersuchungen beauftragen wird.

Kleider, Schuhe, Sportartikel, Unterhaltungselektronik und Zeitschriften kosten in der Schweiz teilweise mehr als drei Mal so viel wie in Deutschland – dies zeigt eine Preiserhebung der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) vom 24. August 2011. Die SKS hat alle in der Preiserhebung aufgeführten Unternehmen schriftlich aufgefordert, die Preise für überteuerte Produkte bis Mitte September 2011 um mindestens 20% zu senken. Die Resultate sind ernüchternd: Einzig Inter Discount und Athleticum haben Preissenkungen vorgenommen; Ochsner Sport stellt ebenfalls eine Preissenkung in Aussicht. Die Migros-Tochter SportXX verweist auf die von der Migros bereits bekanntgegebenen Preissenkungen, Charles Vögele auf derzeitige „attrative Rabattaktionen“. HM, die Jelmoli Versand AG, Philips, Sportscheck und Valora wollen keine Preissenkungen vornehmen.  Esprit, Walbusch, Shop-24.ch, Sony und Dell haben die Aufforderung der SKS nicht beantwortet.

Bundesrat soll Untersuchungen beantragen

Dass Handlungsbedarf besteht, zeigen nicht nur die enormen Preisunterschiede zwischen der Schweiz und Deutschland, auch die Begründungen dafür lassen aufhorchen. Athleticum schreibt der SKS: „Der Sportartikelmarkt unterliegt noch viel stärker als andere Branchen dem Preisdiktat der offiziellen Markenimporteure“ und wird noch deutlicher: „In den Anfangsjahren nach der Firmengründung litten wir (…) sehr oft unter Lieferboykotten gewisser Importeure. Dank unserem starken Wachstum sind wir heute von dieser Problematik glücklicherweise nur noch in Ausnahmefällen betroffen.“ Für SKS-Präsidentin und Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo ist klar, dass die Wettbewerbskommission (WEKO) in einem solche Fall untersuchen müsste, ob eine unzulässige Wettbewerbsbeschränkung vorliegt. Sie nimmt aber auch den Bundesrat in die Pflicht und hat eine entsprechende Parlamentarische Anfrage eingereicht.

Revision des Kartellgesetzes

Die Preiserhebung der SKS zeigt aber auch aktuelle Mängel des geltenden Kartellgesetzes auf. HM, Esprit, Walbusch oder Charles Vögele zum Beispiel verkaufen identische Kleider in der Schweiz über 90% teurer als in Deutschland. Die SKS fordert deshalb die Ergänzung des Kartellgesetzes mit einem neuen Artikel, der solche ungerechtfertigten Preisdifferenzierungen verbietet.

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