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Alle grossen Krankenkassen haben jahrelang falsch abgerechnet

Eine Umfrage des Konsumentenschutzes bei den 15 grössten Krankenkassen zeigt: Alle haben Spitalrechnungen über Jahre systematisch falsch abgerechnet – zu Lasten der Versicherten. Trotz der entsprechenden Feststellung durch das Bundesgericht weigern sie sich, die jahrelang einkassierten Beträge auch rückwirkend zurückzuerstatten. Einzige erfreuliche Ausnahme ist die Concordia, welche alle Abrechnungen der letzten 5 Jahre korrigiert. Der Konsumentenschutz kritisiert das Verhalten der Krankenkassen und die Haltung des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Dieses hatte die unzulässige Abrechnung ausdrücklich gutgeheissen. Und nun setzt es sich weder für eine transparente Information noch für eine Rückerstattung ein.

Mit dem Spitalbeitrag von 15 Franken müssen Patienten einen Teil der Beherbergungskosten beim Spitalaufenthalt übernehmen. Entgegen jeder Logik haben die 15 grössten Krankenkassen auf diese vom Patienten übernommenen Kosten einen Selbstbehalt von 10% verrechnet, der an die Versicherung gezahlt werden musste. Im Urteil vom 14. Mai 2019 hat das Bundesgericht bestätigt, dass dies unzulässig ist. Die Kassen bekunden zwar die Absicht, künftig korrekt abzurechnen, sie weigern sich aber, vor dem Urteil abgewickelte Rechnungen zu korrigieren und fälschlich einkassierte Beträge rückzuerstatten.

Vorbildliche Reaktion der Concordia

Einzige Ausnahme ist die Krankenkasse Concordia, die vorbildlich reagiert: Sie informiert auf ihrer Website, kontaktiert betroffene Kunden und zahlt falsch abgerechnete Beträge der letzten 5 Jahre zurück.

 

BAG hat falsche Abrechnung ausdrücklich gutgeheissen

Eine schlechte Figur macht einmal mehr die Aufsichtsbehörde, das Bundesamt für Gesundheit. Es hatte die nun vom Bundesgericht als unzulässig eingestufte Abrechnungsmethode ausdrücklich gutgeheissen. In einer Antwort auf eine Interpellation von Konsumentenschutz-Präsidentin und Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo stützt auch der Bundesrat die Haltung des BAG.

Auch nach dem Urteil steht das BAG einer konsumentenfreundlichen Aufarbeitung im Weg: In einem Brief an die Krankenkassen erklärt das BAG, es sei nicht nötig, vor dem Urteil falsch abgerechnete Beträge zurückzuzahlen. Anstatt eine transparente aktive Information über die fehlerhaften Abrechnungen zu fordern, empfiehlt es lediglich, «Versicherten die Auskünfte zu erteilen, die diese zur neuen Rechtsprechung des Bundesgerichts einholen möchten».

Sara Stalder, Geschäftsleiterin des Konsumentenschutzes, kritisiert das Verhalten des BAG: «Offensichtlich bemüht sich das BAG, das eigene Fehlverhalten nicht an die grosse Glocke zu hängen. Stattdessen stellt es sich schützend vor die Krankenkassen, die mit dem Segen des BAG falsch abgerechnet haben. Leidtragende sind einmal mehr die Patienten.»

Der Konsumentenschutz empfiehlt Betroffenen trotzdem eine Rückerstattung zu verlangen. Wenn sich die Krankenkasse nicht kulant zeigt, bleibt immer noch die Möglichkeit im Herbst mit der Grundversicherung zu einer anderen Kasse zu wechseln.

8 Kommentare zu “Alle grossen Krankenkassen haben jahrelang falsch abgerechnet”



Mary

Es sind immer wir, die am Schluss bezahlen müssen. Vor allem bereichern sich die Ärzte/Spitäler mit sehr seltsamen Taxpunkten/Positionen. Ich habe mal wegen einer Physiotherapieverordnung bei meinem Arzt VOLLE 50 MINUTEN GEWARTET! Die Angestellten Schwestern haben mich ignoriert, keiner hat mir gesagt dass ich so lange warten müsste, obwohl ich meinen abgemachten Termin hatte. Dann kam die Ärztin, die nur meinte „sie hätten viel zu tun“, aber von Entschuldigung keine Spur… Ich war noch nie in meinem Leben so derart verärgert, da kam der Ärztin noch in den Sinn, mir den Puls zu messen! Der war natürlich sehr hoch! Da kam auch noch eine dumme Bemerkung von der Ärztin, die ich gar nicht brauchte. Ich hab sie nur angeschaut, ob das wirklich ihr Ernst war, mir in so einer Situation noch so „frech“ zu kommen. Ich war nicht einmal 5 Minuten im Behandlungsraum, bekam ich auch die Physiotherapieverordnung, die ich vor Ort leider nicht genau angeschaut habe. Zu Hause habe ich bemerkt dass sie einen völlig anderen Physiotherapeuten, samt falscher Adresse angegeben hat! 3 Monate später kam die Rechnung für diese „Behandlung“ von meiner Krankenkasse: mein Anteil war 10% von 50 CHF. Ich glaubte es einfach nicht! Da standen Positionen drauf, für die 5 Minuten, die gar nicht realistisch waren. Erste 5 minuten Patient ab 18…usw…noch einige Positionen, letzte 5 minuten, aber von der Physiotherapieverordnung keine Spur…Ich fand das sehr seltsam, drum schrieb ich ein e-Mail an meine Ärztin und an meine Krankenkasse, was an dem Tag alles passiert ist (meine lange Wartezeit). Natürlich fragte ich auch was all die Positionen zu bedeuten haben, ich kam ja nur wegen einem „Blatt Papier“, es wurde ja auch Fehler mit der Physiotherapeuten +Adresse gemacht usw.. MEINE KRANKENKASSE SAGTE UND SCHRIEB MIR SIE KÖNNEN KEINEN FEHLER AUF DER ARZTRECHNUNG FINDEN. AUF MEINE FRAGE WAS GENAU DIE 4 POSITIONEN BEDEUTEN UND OB SIE FÜR EINE EINFACHE VERORDNUNG GERECHTFERTIGT WAREN, SAGTE MIR DIE KRANKENKASSE, DER ARZT DÜRFE ALLE POSITIONEN BERECHNEN, DIE ER WILL, Z.B. AUCH „AKTENSTUDIUM IN ABWESENHEIT DES PATIENTEN“. ICH DACHTE ICH HÖRE NICHT RECHT!!! DAS IST NUR EINE VON DEN GANZ FIESEN POSITIONEN: AKTENSTUDIUM DURCH DEN ARZT, IN ABWESENHEIT DES PATIENTEN, UND DANN EINE ZAHL DAHINTER, DASS EINEM JA SCHLECHT WIRD! Es ist eine sehr grosse Schande, dass wir als Patienten, von niemanden ernstgenommen werden. Auch leider nicht von der Krankenkasse, wen wir eine Frage zu unseren Rechten haben. Ich habe mich auf jeden Fall geweigert, so eine Rechnung zu bezahlen, die falsch ist. Die Ärztin liess nicht locker, sie beharrte auf diese Zahlung usw..Am schluss habe ich die Rechnung doch bezahlen müssen, aber ich lasse mich von dieser Ärztin nie wieder behandeln. In den Medien werden Patienten kritisiert, dass wir wegen jeder kleinen Lapalie zum Arzt rennen. Aber was ist mit den Ärzten, die für die Behandlungen Positionen berechnen, die gar nicht stimmen? Wer kontrolliert die Ärzte? Niemand. Dann fragt man sich, weshalb die Krankenkassenprämien ins Unermessliche steigen. UNSERE GESUNDHEIT ist ja langsam UNBEZAHLBAR, aber nicht wegen uns, den Patienten, sondern weil das System vom Bund die Ärzte, Spitäler, Pharma- und Ernärungsindustrie noch mehr bereichert…



Alois Amrein

Absolute Schweinerei. Wo bleibt da der Rechtsstaat, der muss das Bundesgerichtsurteil konsequent umsetzen und die Kassen zur Rückzahlung zwingen. Sonst wird die Justiz zum Theater.



Helene Naegeli

Meinem Mann wurden für einen Spitalaufenthalt von 5 Tagen (Stoma im Kehlkopf musste schrumpfen.Ohne Operation, ärztliche Betreuung, musste lediglich in den ersten 2 Tagen durch die Pflege abgesaugt werden, brauchte keine Wäsche, wurde künstlich durch die Nase ernährt) Fr. 15’000.- verrechnet! Auf unsere Nachfrage, wie sich diese Kosten zusammensetzen, kam die lapidare Antwort vom Spital: das können wir ihnen nicht im Detail auflisten!!!! Habe die KK angefragt ob sie diese Rechnung unbesehen bezahle: ja, wenn die Taxpunkte stimmen, bezahlen wir!!!!!! Das ist jetzt eine Weile her, aber regt mich immer noch auf!



Arthur Berini

Das sind offizielle Erklärungen welche das reale leisten der Pflegekräfte nicht wieder spiegelt. die Preise von einzelnen Leistungen werden grosszügig (oder in Unkenntniss der Facharbeit) Pauschal vor besprochen und so ausbezahlt, ohne dabei die effektiven Leistungen des Pflegepersonals zu berücksichtigen. Diese preise, werden vom zuständigen Gesundheitsamt in den verschiedenen regionen mit Fachleuten der Versicherungen erarbeitet, ironischerweise, um die Prozesse billiger zu machen. – Der Wahnsinn der Fachidiotie.



christian clavadetscher

warum nur wundert mich das nicht? ach so, klar. weil uns der bund oder überhaupt die institution land immer abzockt. was früher die vögte sind heute die beamten…



Nora Nold

Bin bei der kpt versichert. Ist himmeltraurig was da getan wurde, wird. Frechheit und abzocke



en abzockte

fettischti Mafia vum Bund deggt.Supersach



Alex Fleury

Die Group Mutuel verweigert mir seit über einem Jahr die Rückerstättungen des Psychologen meines ältesten Sohnes! Dieser Artikel bestätigt mir deren Verhalten, dass ich ihnen schon vorwarf.

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