Assura bewirbt Frauen-Modell mit irreführenden Argumenten
Die Assura versucht mit leeren Versprechungen, Frauen als Kundinnen zu gewinnen. Auf ihrer Webseite stellt sie Leistungen als exklusiv dar, die in Wirklichkeit von jeder Grundversicherung obligatorisch übernommen werden. Der Konsumentenschutz hat gegen diese Täuschung Beschwerde bei der Schweizerischen Lauterkeitskommission (SLK) eingereicht.
Seit letztem Herbst führt die Krankenkasse Assura ein neues Grundversicherungsmodell namens FeminaVita. Der Name FeminaVita und der Slogan «Für Frauen – in jeder Lebensphase» suggerieren geschlechtsspezifische Vorteile und Zusatzleistungen. Solche sind in der Grundversicherung aber gar nicht erlaubt.
Als grossen Vorteil preist die Assura auf der Webseite an: «Frauen profitieren von einer franchisefreien Kostenübernahme für gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen und Brustkrebsvorsorge.» Was gut klingt und als exklusiver Vorteil dargestellt wird, sind in Tat und Wahrheit gesetzlich festgelegte Pflichtleistungen, die von jeder Krankenkasse übernommen werden müssen. Die Assura versucht damit gezielt, die Unwissenheit von potenziellen Kundinnen auszunutzen.
Weil die Assura bis heute noch nicht reagiert hat und das irreführende Angebot weiterhin anpreist, hat der Konsumentenschutz nun eine Beschwerde bei der Schweizerischen Lauterkeitskommission (SLK) eingereicht. Die SLK prüft Werbungen auf Ehrlichkeit und Fairness.
In der obligatorischen Grundversicherung müssen übrigens alle Personen aufgenommen werden – unabhängig von Geschlecht, Alter und Gesundheitszustand. Es können sich also auch Männer bei FeminaVita, dem Modell «Für Frauen – in jeder Lebensphase» anmelden.
