Dating-Report 2025: Hunderte Beschwerden zu Parship und ElitePartner
Problematische Geschäftspraktiken beim Online-Dating sind kein Randphänomen, sondern Teil des Systems. Der Dating-Report 2025 zeigt: Besonders viele Beschwerden sind zu Parship und ElitePartner eingegangen. Für grossen Ärger sorgen mutmassliche Fake-Profile, etwa bei den Schweizer Anbietern date4friends und Qualidates.
Was als Suche nach der grossen Liebe beginnt, endet für viele in Frust und mit unerwarteten Kosten. Denn Partnervermittlungsplattformen arbeiten oft mit fragwürdigen Verträgen und Methoden sowie versteckten Kosten. Dies zeigt die Auswertung der Meldungen auf der vom Konsumentenschutz und dem Beobachter betriebenen Meldeplattform und der Anrufe bei deren Beratungsstellen.

Parship im Zentrum der Beschwerden
Über 300 Beschwerden und Beratungsanfragen sind im vergangenen Jahr zu Online-Vermittlungsplattformen eingegangen. An der Spitze der Beschwerden stehen Parship und ElitePartner – beides Marken der ParshipMeet Group.
Betroffene berichten vom immer gleichen Ablauf: Abos verlängern sich automatisch, Kündigungen werden ignoriert, Rechnungen folgen. Wer nicht bezahlt, erhält Inkassobriefe oder gar eine Betreibung. Unter diesem massiven Druck bezahlen viele auch ungerechtfertigte Rechnungen. Die Inkassobüros selbst ziehen die Rechnung erst zurück, wenn eine gerichtliche Klärung droht.

«Die Plattformen machen die Unsicherheit und Scham der Betroffenen zum Geschäftsmodell», sagt Jan Liechti, stv. Leiter Recht beim Konsumentenschutz. Dabei gelten für Partnervermittlungsverträge zwingende Vorschriften. Wird ein solcher Vertrag nicht eigenhändig unterzeichnet, ist er rechtlich nichtig. Zudem gilt ein jederzeitiges Kündigungsrecht. «Viele dieser Verträge sind daher von Anfang an ungültig. Das wissen auch die Plattformen und vermeiden deshalb gezielt eine gerichtliche Klärung.»
Plattformen betreiben eigene Fake-Profile
Rund 7 Prozent der Beschwerden betreffen animierte Chats und Fake-Profile, die von den Dating-Seiten selbst betrieben werden. Nutzer:innen berichten, dass sie statt mit echten Singles mit Fake-Profilen chatteten. Deren Aufgabe ist es, Gespräche möglichst lange am Laufen und so Abonennt:innen auf der Plattform zu halten.
Besonders die Schweizer Firmen date4friends und Qualidates stehen unter dem Verdacht, solche Profile einzusetzen. Auch zu Plattformen der österreichischen Dating Lions GmbH sind entsprechende Meldungen eingegangen. In deren AGBs findet sich sogar ein Hinweis zum Einsatz von sogenannten «Animateuren», die man «[…] nicht im realen Leben treffen […]» wird.
Zu diesen Plattformen sind entsprechende Meldungen eingegangen:
| Webseite | Firma |
| affaerentreff.ch | Dating Lions GmbH |
| date-onlinekontakte.com | EN Marketing & Media LTD |
| liebeü40.ch | Dating Lions GmbH |
| liebeü50.ch | Dating Lions GmbH |
| liebeü60.ch | Dating Lions GmbH |
| seniorendatingagentur.ch | date4friend AG |
| sugardaddyzone.ch | Qualidates AG |
| treffegirls.com | Howlogic KFT |
| 50slove.ch | Dating Lions GmbH |
Informationen und Unterstützung für Betroffene
Die Stiftung für Konsumentenschutz unterstützt Betroffene mit persönlicher Beratung und praxiserprobten Musterbriefen, um ungerechtfertigte Forderungen abzuwehren und Kündigungen durchzusetzen. Weitere Informationen zu Vermittlungsdiensten finden Sie zudem in unserem Online-Ratgeber.
