Liebesbetrug im Internet: Wie schütze ich mich?
Grosse Liebe? Grosse Lüge! Romance-Scammer geben sich online als liebevolle Partner:innen aus, um an Ihr Geld zu kommen. Dieser moderne Heiratsschwindel läuft oft über Monate und endet für viele Betroffene mit hohen Geldverlusten und gebrochenem Vertrauen. Wie Sie sich davor schützen können, erfahren Sie hier.
Das Vorgehen beim Liebesbetrug
Das Vorgehen der Liebesbetrüger:innen ist heimtückisch: Sie kontaktieren die Betroffenen unter einem falschen Online-Profil und überschütten sie mit Komplimenten, bis das Opfer Vertrauen fasst oder sich gar verliebt. Die Kommunikation wird schnell intensiver, regelmässiger und verbindlicher, oft werden früh gemeinsame Zukunftspläne geschmiedet. Doch plötzlich passiert es. Die vermeintliche Traumpartner:in gerät angeblich in eine Notlage und braucht dringend finanzielle Hilfe. Die dafür verwendeten Geschichten sind vielfältig. Von einem erfundenen Überfall bis zu einem gescheiterten beruflichen Projekt. In Sorge um die neue Liebe überweisen Opfer Geld per Transfer oder auf ein Konto im Ausland. Wer einmal gezahlt hat, wird oft weiter unter Druck gesetzt und mit neuen Notlagen konfrontiert, bis das Opfer den Kontakt endgültig abbricht.
Typische Anzeichen einer Liebesbetrüger:in
- Beruflich erfolgreiche und sehr attraktive Person, die im Ausland lebt (z. B. Manager:in, Architekt:in, Soldat:in, Ärztin oder Diplomat:in)
- Spricht bereits vor einem persönlichen Treffen von der grossen Liebe und einer gemeinsamen Zukunft
- Legt (gefälschte) Passkopien vor, um Echtheit zu beweisen
- Verschiebt persönliche Treffen immer wieder mit neuen Ausreden
- Baut schnell intensiven, regelmässigen und langanhaltenden Kontakt per Chat, E-Mail, Telefon oder Videocall auf
- Fordert Geld aufgrund einer angeblichen Notlage (z. B. Verhaftung, Unfall, Krankheit eines Angehörigen, ungültiger Pass oder Raubüberfall)
So gehen Sie vor, wenn Sie selbst betroffen sind
- Zahlungen sofort stoppen: Schicken Sie kein weiteres Geld!
- Kontakt abbrechen: Brechen Sie den Kontakt ab und blockieren Sie die Betrüger:innen auf allen Kanälen, damit Sie diese nicht erneut manipulieren können.
- Beweise sichern: Speichern Sie E-Mails, Chatverläufe, Bilder und Zahlungsbelege.
- Anzeige erstatten: Wenden Sie sich an Ihre Polizei. Ihre Anzeige kann weitere Opfer verhindern.
- Achtung Folgebetrug: Reagieren Sie nicht auf angebliche Behörden, Anwält:innen oder Ermittler:innen, die sich von sich aus bei Ihnen melden. Es könnte sich um weitere Betrugsversuche handeln.
- Hilfe suchen: Sprechen Sie mit Vertrauenspersonen, ziehen Sie psychologische Unterstützung bei und wenden Sie sich bei finanziellen Problemen an die kantonale Schuldenberatung.
Erpressung mit intimen Bildern (Sextortion)
Haben Sie mit den Betrüger:innen intime Fotos oder Nachrichten geteilt, besteht die Gefahr, dass dieses Material später zu Erpressungsversuchen genutzt wird. Dann heisst es: Zahlen oder die Bilder werden veröffentlicht. Brechen Sie in diesem Fall sofort den Kontakt ab und erstatten Sie umgehend Anzeige.
Die wichtigsten Schutzmassnahmen gegen Liebesbetrug
- Nehmen Sie in sozialen Medien niemals Freundschaftsanfragen von Unbekannten an.
- Seien Sie misstrauisch, wenn Online-Bekanntschaften sehr schnell von Liebe sprechen.
- Brechen Sie den Kontakt immer sofort ab, wenn jemand Geld von Ihnen fordert.
- Nehmen Sie weder Pakete noch Geld der Person entgegen (Vorsicht: Geldwäsche!).
- Geben Sie keine sensiblen Daten wie Adresse, Passwort, Ausweiskopien oder Kreditkartennummern preis.
- Nutzen Sie die umgekehrte Bildersuche, um Profilbilder zu überprüfen.
- Informieren Sie sich über Deepfakes: Mit KI manipulierte Fotos, Videos oder Sprachnachrichten können täuschend echt wirken. Wie Sie verfälschte Dateien erkennen können, erfahren Sie hier.
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