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Dynamische Preise in Skigebieten: Tipps, wie Sie günstig fahren

Viele Schweizer Skigebiete haben dynamische Preise eingeführt. Die Preise ändern sich je nach Saison und Auslastung des Gebietes. Auch der Wochentag oder sogar die Wetterprognosen beeinflussen die Höhe des Preises. Vor allem grosse Skigebiete setzen auf diese für die Kund:innen undurchsichtige Preisfestsetzung. Transparenz und die Möglichkeit, Skigebiete miteinander zu vergleichen, gehen dabei verloren. Worauf Sie beim Kauf von Skitickets achten sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Am Montag kostet das Tagesticket 65 Franken, am Samstag plötzlich 98 Franken. Solche Preisschwankungen sind kein Zufall: Immer mehr Schweizer Skigebiete setzen auf dynamische Preise, die sich je nach Saison, Nachfrage, Wochentag oder Wetterprognose verändern.

Was als flexibles System gedacht war, führt bei vielen Gästen zu Verwirrung und Intransparenz. Denn der «dynamische» Preis hängt nicht mehr von fixen Tarifen ab, sondern ob die Sonne scheint, ob Wochenende ist oder auf welche Art und Weise Sie buchen.

Warum Skigebiete auf dynamische Preise setzen

Laut den Skigebieten profitieren beide Seiten von dynamischen Preisen:

  • Anlagen werden gleichmässiger ausgelastet
  • Frühbucher:innen und Nebensaison-Gäste erhalten günstigere Tickets
  • Kurzentschlossene bezahlen dafür etwas mehr

Die Praxis zeigt jedoch: Die Preise sind oft nicht nachvollziehbar. Je nach Zeitpunkt kann der Skipass schwanken, ohne dass die Gründe dafür transparent gemacht werden. Die Vermutung liegt nahe, dass dynamische Preismodelle genutzt werden, um Ticketpreise an Tagen zu erhöhen, an denen viele Gäste erwartet werden. Dies sind Feiertage, das Wochenende und vor allem während der Schulsportferien.

So funktionieren die Preismodelle

Die Schweizer Skigebiete lassen sich in drei Kategorien einteilen:

  1. Fixe Preise: Der Preis bleibt gleich, unabhängig vom Buchungszeitpunkt oder der Auslastung. Dies führt zu maximaler Transparenz und Vergleichbarkeit.
  2. Dynamische Preise mit Maximalpreis: Der Preis schwankt, aber das Skigebiet kommuniziert einen klaren Höchstpreis. Sie können daher wenigstens mit einem maximalen Preis planen.
  3. Dynamische Preise ohne Maximalpreis: Der Preis steigt mit der Nachfrage. Eine Obergrenze wird nicht kommuniziert. Gäste haben keine Kontrolle über die Entwicklung, wodurch Kaufdruck entsteht.

Ganzjahrespässe: Flexibel, aber nicht immer ein Schnäppchen

Neben Tages- oder Saisonkarten bieten viele Bergregionen inzwischen Verbundsganzjahrespässe an. Damit können Sie Sommer- und Winteraktivitäten in mehreren Gebieten nutzen, ohne sich um dynamische Preise kümmern zu müssen. Solche Angebote sind attraktiv, lohnen sich aber nur, wenn Sie diese auch regelmässig nutzen.

Auch bei den Ganzjahrespässen gilt: Preise, Leistungen und Rückerstattungsbedingungen unterscheiden sich stark. Weitere Informationen erfahren Sie in unserem Artikel: Wandern, Ski fahren, sparen? Lohnen sich die Ganzjahrespässe?

Wie Sie günstig Ski fahren – Tipps und Tricks

Der Konsumentenschutz hat die Preismodelle sowie die Preistransparenz und Gewährleistungsbedingungen in den vergangenen Saisons unter die Lupe genommen. Daraus ergeben sich klare Empfehlungen:

1. Buchen Sie so früh wie möglich

Wenn Sie bereits wissen, an welchem Tag Sie auf die Piste gehen werden, buchen Sie so früh wie möglich. Frühbucher:innen erhalten oft deutliche Rabatte.

Stolperstein Rückerstattung

Prüfen Sie aber immer die Rückerstattungs- oder Umtauschbedingungen. Die Skigebiete handhaben die Rückerstattung bei Unfall oder Krankheit sehr unterschiedlich. Teilweise werden ärztliche Atteste verlangt. Bei Krankheiten, die keinen Arzttermin nötig machen, lohnt sich ein Attest nur, wenn der Ticketpreis höher ist als die Kosten eines Arztzeugnisses. Dies gilt auch für zusätzlich angebotene Ticketversicherungen. Wann sich eine Ticketversicherung lohnt, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

2. Für Spontane: Rund eine Woche vorher buchen

Unsere Analyse aus der Saison 2023/24 zeigt, dass die Preise in der Regel 6–7 Tage vor dem Skitag deutlich ansteigen. Wenn Sie rund eine Woche vorher buchen, profitieren Sie von einem einigermassen moderaten Preis. Ausserdem können Sie zu diesem Zeitpunkt auch das Wetter und die Pistenverhältnisse einigermassen einschätzen.

3. Für sehr Spontane: Fixe Preise bevorzugen

Entscheiden Sie sich erst am Vorabend oder am Skitag selbst, empfiehlt es sich, ein Skigebiet mit fixen Preisen oder mit klarer Preisobergrenze zu wählen. Kaufen Sie die Tickets online: Die Online-Tarife sind in den meisten Gebieten günstiger als an der Tageskasse. Vor Skigebieten mit dynamischen Preisen ohne Maximalpreis raten wir ab.

4. Vergünstigungen und Kombiangebote nutzen

Viele Skigebiete bieten zudem spezielle Ermässigungen an, wie etwa Halbtages-, Stundenkarten oder Vergünstigungen für Familien/Senior:innen/Lernende/Studierende/IV-Bezüger:innen, welche die Kosten etwas senken.

Tipp:

Reisen Sie mit dem Zug an, lohnt sich ein Blick auf das SBB-Angebot «Snow’n’Rail». Damit sparen Sie nicht nur beim Skipass, sondern auch bei der klimafreundlichen An- und Abreise.

Kompaktratgeber: Meine Rechte bei Kauf und Reklamation

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