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Online-Ratgeber

Wie wechsle ich meine Bank?

Wenn Sie Ihr Vermögen zu einer anderen Bank wechseln, sollte dies sorgfältig überlegt und vorbereitet geschehen. Insbesondere der Transfer von Wertschriften kann sehr teuer sein.

Wenn Sie zu einer Bank mit besseren Konditionen wechseln, können Sie viel Geld sparen. Das sollten Sie beachten:

Wechsel von Privat- und Sparkonten

Die Spannbreite bei der Verzinsung von Sparkonten ist gross. Ein Vergleich bietet zum Beispiel Moneyland. Die Verzinsung ist aber nicht das einzige wichtige Kriterium. Beachten Sie unbedingt auch die Gebühren, Servicequalität, Erreichbarkeit von Filialen und Geldautomaten, Qualität des Online-Bankings und die finanzielle Stabilität und Absicherung der Bank.

Wechsel light: Neue Bank, ohne bei der alten zu kündigen

Statt die Kundenbeziehung zur alten Bank sofort zu beenden, können Sie diese (vorläufig) auch beibehalten und zusätzlich bei der gewünschten neuen Bank Kund:in werden. Dies hat folgende Vorteile:

  • Risikostreuung: Grundsätzlich ist es sinnvoll, sein Vermögen bei mehreren Banken anzulegen, vor allem wenn Ihr Vermögen über 100’000 Franken liegt. So können Sie das Risiko streuen und flexibler auf eine Änderung von Zinssätzen und Konditionen reagieren.
  • Aufwandsminimierung: Wer zum Beispiel das Online-Banking nicht umstellen möchte, kann bei seiner Bank bleiben, einen Teil seines Vermögens jedoch zu einer anderen Bank mit besseren Konditionen transferieren.

Ein Nachteil dieser Variante ist, dass Sie für jede Bankverbindung separat Gebühren bezahlen.

Vollständiger Wechsel: Kündigung bei der alten Bank

Möchten Sie bei der alten Bank kündigen, sollten Sie Folgendes beachten:

  • Eröffnen Sie zuerst die Konten bei der neuen Bank. In der Regel ist ein Privatkonto und ein Sparkonto sinnvoll. Das Privatkonto brauchen Sie für alltägliche Ausgaben und um Rechnungen zu bezahlen. Der Zins auf dem Sparkonto ist höher, dort sollte das Vermögen sein, das sie vorläufig nicht brauchen. Je nachdem müssen Sie auch eine neue Kreditkarte beantragen. Beachten Sie auch eventuell vorhandene 3a-Konten.
  • Sobald Sie die Konten bei der neuen Bank eröffnet haben, kündigen Sie bei der alten Bank und lassen das Vermögen zur neuen Bank transferieren (dies wird auch «Saldierung der Konten» genannt). Eventuell müssen Sie das Vermögen auch schrittweise transferieren, denn ab einer bestimmten Summe gibt es Rückzugslimiten. Wenn Sie beispielsweise pro Quartal oder Halbjahr mehr als eine bestimmte Summe von Ihrem Konto nehmen, müssen Sie eine Strafzahlung leisten. Mit einem gestaffelten Rückzug können Sie dies umgehen.
  • Stellen Sie sicher, dass Sie weiterhin Ihre Rechnungen bezahlen: Achten Sie vor allem darauf, laufende Daueraufträge, eBill- und/oder LSV-Zahlungen neu einzurichten.
  • Hinterlegen Sie Ihre neuen Kontoangaben, wo es notwendig ist: bei der Arbeitgeber:in für die Lohnzahlung, aber auch für Rückzahlungen der Steuerbehörden, der Krankenkasse, Versicherungen, der Vermieter:in, der Ausgleichskasse, für die Überweisung von Nebenverdiensten etc.

Wechsel von Wertschriften

  • Gehen Sie zuerst zur zukünftigen Bank und nehmen Sie dabei Ihren aktuellen Vermögensauszug mit. Führen Sie mit der neuen Kundenberater:in das übliche Anlagegespräch und stellen Sie ihr sämtliche Fragen, welche Ihnen Ihre aktuelle Kundenberater:in nicht oder unbefriedigend beantwortet hat. Je nach Fachkenntnis können Sie Ihr Vermögen auch selbst anlegen.
  • Der Transfer von Wertschriften kann sehr teuer sein. Manche Banken verrechnen pro Position über 100 Franken! Manchmal ist die neue Bank bereit, diese Transferkosten ganz oder teilweise zu übernehmen. Besprechen Sie dies mit Ihrer neuen Kundenberater:in. Wenn Sie sich einigen, kann sie auch den Transfer Ihrer Wertschriften veranlassen. Manchmal ist es jedoch günstiger, die Wertschriften noch im Rahmen der alten Bankbeziehung zu verkaufen und so die Transfergebühren einzusparen. Sie selbst oder die Kundenberater:in der neuen Bank kann, wenn Sie das wünschen, wieder ein ähnliches Portfolio zusammenstellen.

Sind Sie sich unsicher, ob Sie Ihre Anlageberater:in wechseln sollten oder nicht? Dann hilft Ihnen dieser Online-Ratgeber mit wichtigen Tipps weiter.