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PFAS-Fleisch untermischen: Gesundheitsschutz ist vom Tisch

Der Ständerat gewichtet die Interessen der Landwirtschaft höher als den Gesundheitsschutz: Er hat heute entschieden, dass mit PFAS-Chemikalien belastetes Fleisch mit unbelastetem vermischt und zum Verkauf angeboten werden darf. Der Konsumentenschutz kritisiert dieses Vorgehen scharf: Es schafft einen inakzeptablen Präzedenzfall, richtet sich gegen den Gesundheitsschutz und schadet der Fleischbranche und dem Detailhandel.

Nach einigem Hin und Her der beiden Räte, hat der Ständerat heute einen fatalen Beschluss gefasst: Die Annahme der Motion setzt sie die Konsument:innen wissentlich einem Gesundheitsrisiko aus. Einige der «Ewigkeitschemikalien» im PFAS-Fleisch sind (möglicherweise) krebserregend, Trifluoressigsäure vermutlich fortpflanzungsgefährdend. Gleichzeitig nützt die Motion den betroffenen Betrieben wenig und beschert der Verarbeitung und dem Detailhandel Mehraufwand und höhere Kosten.

Inakzeptabler Präzedenzfall

Konsumentenschutz-Geschäftsleiterin Sara Stalder ist enttäuscht und verärgert: «PFAS reichern sich über die Jahre im Körper an und werden kaum abgebaut. Wenn bewusst mit PFAS verunreinigtes Fleisch in die Lebensmittelkette geschleust wird, dann gefährdet man die Gesundheit der Konsument:innen. Ein solches Vorgehen widerspricht der guten Herstellungspraxis und stellt einen Präzedenzfall dar, der nicht akzeptabel ist.» 

Vertrauen in Schweizer Fleisch nimmt Schaden

Der heutige Entscheid nützt niemandem, verursacht Mehrkosten und ist gesundheitsgefährdend. Und er wird für die Fleischbranche zum Eigentor werden. «Das Vertrauen der Konsument:innen in die Schweizer Lebensmittel- und insbesondere Fleischproduktion wird durch ein solches Vorgehen schwer geschädigt», befürchtet Sara Stalder.

Auch Trinkwasser betroffen

Beim Trinkwasser will die Motion das Sicherheitsniveau ebenfalls senken und erlauben, dass die Höchstgehalte erhöht werden. Auch hier zeigt sich eindeutig: Die Interessen der Landwirtschaft werden höher gewichtet als die Gesundheit der Bevölkerung. 

Der Konsumentenschutz wird nicht locker lassen und sich bei der Vernehmlassung dafür einsetzen, dass die Motion zum PFAS-Fleisch möglichst konsumentenfreundlich umgesetzt wird.