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Wie kann man hohe Zollgebühren vermeiden?

Web-RatgeberIn ausländischen Online-Shops kosten viele Produkte deutlich weniger als in der Schweiz. Bei der Verzollung der Pakete entstehen aber oft hohe Zusatzkosten. Diese können Sie jedoch vermeiden oder möglichst tief halten. Passieren bei der Berechnung der Verzollungskosten Fehler, können Sie dagegen vorgehen. Es gibt drei Arten von möglichen Kosten: Zollabgaben, Mehrwertsteuer (MWST) und Bearbeitungsgebühren der Spediteure (Post oder Kurierdienste). Dabei entscheidet die Abgabenfreigrenze, ob Zollabgaben und Mehrwertsteuer bezahlt werden müssen.

Mehrwertsteuer (MWST)

Die Schweizer Mehrwertsteuer wird aufgrund des Warenwerts plus Transportkosten sowie allfällige Zollabgaben und Bearbeitungsgebühren berechnet. Der Mehrwertsteuersatz beträgt je nach Produkt 7.7% oder 2.5%. Waren mit einem MWST-Satz von 7.7% sind grundsätzlich bis zu einem Wert von Fr. 65.– mehrwertsteuerfrei. Bei Produkten mit einer Mehrwertsteuer von 2.5% beträgt der Schwellenwert 200 Franken.

Angaben zu den einzelnen Steuersätzen der Waren finden Sie in unserem E-Ratgeber.

E-Ratgeber downloaden

Zollabgaben

Zollabgaben werden anhand des Gewichts berechnet. Die entsprechenden Tarife können Sie unter http://xtares.admin.ch nachschlagen. Besteuert werden zum Beispiel Alkohol, Tabakwaren und Lebensmittel. Bei der Einfuhr durch Privatpersonen spielen diese Zollabgaben jedoch meistens keine Rolle, da sie erst ab einem gewissen Schwellenwert erhoben werden (siehe Abgabenfreigrenze).

Abgabenfreigrenze von 5 Franken

Falls man auf einer Warensendung weniger als 5 Franken Mehrwertsteuer bezahlen muss, verzichtet der Bund darauf, diese Steuer zu erheben (sogenannte Abgabenfreigrenze). Das bedeutet, dass Pakete aus dem Ausland, die zum Normalsatz von 7.7% besteuert würden, nicht der Mehrwertsteuer unterliegen, wenn der Warenwert unter 65 Franken liegt. Falls es sich um Produkte handelt, die zum reduzierten Satz von 2.5% (zum Beispiel Bücher) besteuert werden, beträgt die Limite 200 Franken. Vorsicht: Zum Warenwert zählt nicht zur der Kaufpreis, sondern auch das Porto, die Bearbeitungsgebühr des Spediteurs und die Zollabgaben (siehe Beispiel unten). Bei Sendungen, die unter die Abgabenfreigrenze fallen, werden von der Post, ihren Tochtergesellschaften EMS und GLS sowie DHL, TNT Swiss Post und DPD keine Gebühren erhoben. Andere Kurierdienste (z.B. UPS, FedEx, etc.) verrechnen hingegen Gebühren.

Beispiel: Wie die Gesamtkosten der Verzollung berechnet werden (sollten)

Neuregelung per 1.1.2019: Ab 1. Januar 2019 wird bei mittleren und grossen ausländischen Versandhändlern die Schweizer Mehrwertsteuer auch bei Waren unter der Abgabenfreigrenze von Fr. 5.– erhoben (sogenannte Kleinsendungen). Wenn Sie zum Beispiel bei amazon.de ein Paket bestellen, wird automatisch die deutsche Mehrwertsteuer abgezogen und die Schweizer Mehrwertsteuer draufgeschlagen, sobald Sie zu erkennen geben, dass die Lieferung in die Schweiz erfolgt. Eine Liste der ausländischen Unternehmen, die auch bei Kleinsendungen mehrwertsteuerpflichtig sind, finden Sie hier. Falls Sie bei einem dieser Unternehmen Waren über der Abgabenfreigrenze (das heisst beim Normalsatz von 7.7% über 65 Franken) bestellen, sollte Ihnen bereits beim Kauf die Schweizer Mehrwertsteuer verrechnet werden und nicht wie bisher nachträglich separat vom Spediteur. Möglich ist allerdings, dass Ihnen die Post, bzw. der Spediteur seine Bearbeitungskosten für die Einfuhr des Pakets verrechnet (dies hängt davon ab, was der Online-Shop mit der Post, bzw. dem Spediteur vereinbart hat). Bei kleinen Versandhändlern (weniger als Fr. 100‘000.– Umsatz mit Kleinsendungen), die nicht auf obiger Liste aufgeführt sind, gilt weiterhin das alte System.

Weitere Informationen zur Neuregelung

Folgende Möglichkeiten helfen, die Gesamtkosten der Verzollung möglichst tief zu halten:

Fehler bei der Berechnung der Verzollungskosten

Leider wurden bei der Berechnung der Verzollungskosten in der Vergangenheit oft Fehler gemacht. Es kann sich deshalb lohnen, die Berechnung der Kosten genau zu überprüfen, um zu hohe Zollgebühren zu vermeiden. Nachfolgend einige Beispiele von vorgefallenen Fehlern, auf die man achten sollte:

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Was tun bei fehlerhafter Berechnung oder unverhältnismässig hohen Kosten?

Wenn Sie beim Überprüfen der Berechnung der Zollabgaben, Mehrwertsteuer und Bearbeitungsgebühren einen Fehler bemerken, der zu hohe Zollgebühren generiert, müssen Sie das nicht auf sich sitzen lassen.

Geschenke

Geschenke unter Privatpersonen sind mit entsprechender Deklaration bis zu einem Wert von Fr. 100.- abgabenfrei (ausgenommen Alkohol und Tabakwaren).

Weitere Informationen

Handlicher Ratgeber mit allen Zoll-Infos und Beiblatt mit den aktuellen Freigrenzen und Zollkosten der einzelnen Lebensmittel/Güter – zum Nachlesen und Kontrollieren, wenn Sie unterwegs sind. In Papierform oder als PDF als Sofort-Download erhältlich.

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