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Replay-TV: Politik unterstützt Interessen der TV-Anstalten

Die SRG und weitere TV-Veranstalter wollen, dass zeitversetztes Fernsehen (sog. Replay-TV) nur noch mit ihrer Zustimmung zulässig ist. Die Konsequenzen einer derartigen Regelung wäre entweder ein massiver Kostenanstieg für den Konsumenten, die Einschränkung oder schlimmstenfalls die Abschaffung von Replay-TV. Unklar ist, ob dieser Vorstoss lediglich ein Mittel darstellt, um Druck auf die Telecomanbieter auszuüben. Das Ausfechten von sich gegenüberstehenden Interessen auf dem Buckel des TV-Konsumenten?

Bei Replay-TV ist es möglich, die Werbeblöcke zu überspulen. Diese Funktion ist bei TV-Konsumenten sehr beliebt und deshalb sind sie auch bereit, dafür eine entsprechend Abonnementsgebühr zu bezahlen. TV-Veranstalter fordern seit langem, diese beliebte Art des TV-Konsums müsse reguliert werden, weil sie wegen Überspulen ihrer Werbeblöcke zu viele Werbeeinnahmen verlieren. Statistische Untersuchungen beweisen allerdings, dass die Werbeeinnahmen im TV-Bereich noch immer stetig am Steigen sind.

Die TV-Veranstalter versuchen nun, ihr Anliegen in die laufende Revision des Fernmeldegesetzes (FMG) einzubringen. Ein Lobbyschreiben an die zuständige Nationalratskommission (KVF-N) war offensichtlich erfolgreich: Am 3. Juli entschied die Kommission mit wuchtiger Mehrheit (17 zu 4 Stimmen bei 3 Enthaltungen), den Grundsatz der Signalintegralität ins FMG aufzunehmen. Signalintegralität bedeutet zum Einen, dass die TV-Programme (die Programmsignale) zeitgleich, unverändert und vollständig weiterverbreitet werden müssen. Unter dieser Bestimmung dürfte Replay-TV bzw. die Werbeüberspulmöglichkeit nur noch mit Zustimmung des TV-Veranstalters angeboten werden. Zu erwarten ist, dass die Telecomunternehmen daraus entstehende Mehrkosten auf den Endkonsumenten überwälzen werden. Zum Anderen wären die Telecomunternehmen verpflichtet, die sog. HbbTV-Signale weiterzuleiten. Über dieses Signal liefert z.B. die SRG Zusatzinformationen zu laufenden Sendungen und verschiedene Services (z.B. auch eine Mediathek, über welche wiederum bereits ausgestrahlte Sendungen – somit ebenfalls eine Art Replay-TV – rückwirkend abgerufen werden können). Die Telecomanbieter liefern dieses Signal nicht mit, da es zu viel Internet-Bandbreite besetze und dies bedrohe wiederum die Telecom-Grundversorgung der betroffenen Regionen.

Verursacht Replay-TV tatsächliche eine unfaire Aufteilung von Werbeeinnahmen zwischen Programmlieferanten und Telecomunternehmen? Drohen wegbrechende Werbeeinnahmen tatsächlich die Qualität des TV-Programm zu beeinträchtigen? Können HbbTV-Signale ohne Beeinträchtigung der Internetqualität weiterverbreitet werden oder nicht? Diese Fragen zu beantworten ist Aufgabe der involvierten Akteure auf Anbieterseite. Nur sie kennen die Fakten und können eine für alle Seiten ausgewogene Lösung finden. Keine Option ist die Einführung einer Regulierung durch die Hintertür, welche die Probleme einmal mehr auf dem Buckel des Endkonsumenten löst.

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