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Schwimmringe und Schwimmflügeli im Test

Von acht Schwimmflügeli fallen zwei durch. Sie erfüllen simple Sicherheitselemente nicht. Das zeigt ein Test von der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) und «Kassensturz». Toys’r’us nimmt sogar ein Schwimmflügeli aus dem Sortiment. Gravierend: Bei einem getesteten Schwimmsitz wird es richtig gefährlich.

Wer mit Kleinkindern in die Badi geht, hat Schwimmflügeli dabei. Wichtig: Die aufblasbaren Armbänder sind bloss Schwimmhilfen. Sicherheit vor Ertrinken können sie nicht bieten. Konkret bedeutet das: Erwachsene müssen sich immer in der Nähe aufhalten und die geflügelten Kleinen im Auge behalten.

Trotzdem können Schwimmflügel über Leben und Tod entscheiden. Denn es kann bei der Rettung um Sekunden gehen, und da kann der Auftrieb von Schwimmhilfen den entscheidenden Unterschied machen. In der Europäischen Norm EN 13138-1:2008 sind verschiedene Qualitätsanforderungen genau definiert, zum Beispiel der minimale Auftrieb oder wie rasch die Luft aus dem Ventil rausgehen darf, wenn versehentlich ein Stöpsel offen ist.

Schwimmflügeli: Die Sicherheitsnorm in drei von acht Fällen verletzt

Die Minimalanforderungen erfüllen Schwimmflügel in Schweizer Läden mit Sicherheit, mag man sich denken. Schön wärs. «Kassensturz» und die Stiftung für Konsumentenschutz SKS haben die acht der meistverkauften Schwimmflügel im Labor Ipi in Stuttgart testen lassen (Testkriterien siehe Ende des Artikels). Sie kosten zwischen 3.90 und 32.90 Franken. Zusätzlich hat das Labor auch vier Baby-Schwimmsitze untersucht. Hier liegt die Problematik etwas anders (siehe weiter unten, Zwischentitel «Lebensgefahr Schwimmring»).

Das Labor hat Mängel aufgedeckt: Die Ventile von drei Schwimmflügeln erfüllen die Sicherheitsnorm nicht, einige weitere sind in diesem Punkt gerade noch «genügend», ein Schwimmflügel rettet sich im sicherheitsrelevanten Prüfpunkt Auftrieb mit Schulnote 4 über die Runden, und bei einem Modell sind die Signalfarben nicht ausreichend.

Kind Schwimmflügeli

Toys’r’us nimmt Bema-Flügel aus Neopren aus dem Verkauf

Mangelhaft waren die Ventile von Happy People (3.90 Franken) und beider Schwimmflügel von Bema, der wohl meistverkauften Marke in der Schweiz. Alle drei Modelle verlieren rascher Luft als erlaubt, wenn sich der Stöpsel versehentlich öffnet. Bei Happy People ist der Luftverlust am gravierendsten, ebenfalls über der Norm beim Bema-Flügel aus Neopren (29.90 Franken). Beim normalen Bema-Flügel aus Kunststoff verlor nur die eine Kammer zu viel Luft, deshalb wird dieses Modell im Test knapp «genügend» bewertet.

Die beiden Hersteller weisen darauf hin, dass ihre Flügel im Zertifizierungstest vom Tüv Rheinland die Norm erfüllt hätten. Die Zertifikate würden beweisen, dass sie alle Anforderungen erfüllen würden. Happy People schreibt, dass bei Normtests verschiedene Resultate herauskommen könnten. Diese Argumentation ist bei so einfachen Tests, die mit geeichten Messgeräten durchgeführt werden müssen, allerdings schwer nachvollziehbar. Konsequent gehandelt hat Toys’r’us: «Im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes haben wir uns dazu entschieden, den Artikel aus dem Verkauf zu nehmen.»

Testsieger Swimsafe: Kombination aus Schaumkern und Luftkammer

Friedola schreibt zu seinen mangelhaften Bema- Schwimmflügeln, man habe die Flügel sogleich intern überprüft und kein Problem festgestellt. Zusätzlich hat die deutsche Firma angekündigt, sie werde die Flügel beim Tüv Rheinland erneut zertifizieren lassen. Zu den Neopren-Schwimmflügeln argumentiert Friedola ausserdem, dank der Beschaffenheit des Materials habe dieser Flügel auch bei Luftverlust einen besseren Auftrieb als ein Flügel aus Plastik.

Am besten abgeschnitten hat ein anderes ungewöhnliches Flügeli: Der teure FlipperSwimsafe (32.90 Franken) hat zwar Kammern zum Aufblasen, sie sind aber mit einem Kunststoff-Schaumkern gefüllt. Dadurch haben diese Schwimmhilfen sogar dann Auftrieb, wenn die Luft raus ist. Dieses Modell hat auch die besten Noten im Praxistest erhalten. Das grosse Volumen ist aber für den Transport ein Negativposten.

Ebenfalls «gut» sind die Schwimmflügel der Marke Beco, gekauft bei SportXX online. Es hat keinen grösseren Schwachpunkt und ist deutlich günstiger als der Testsieger – es kostet knapp 10 Franken.

Resultatübersicht Schwimmflügeli

Lebensgefahr Schwimmring

Noch mehr Zündstoff als in den Resultaten der Schwimmflügel steckt in den Laborergebnissen der Schwimmsitze. Das sind Schwimmringe für Babys, die im Ring eine Plastikfolie mit Löchern für die Beine haben. Das Baby sitzt also im Ring. In einem der Sicherheitstests hat das Labor simuliert, was passiert, wenn der Ring kentert, wenn es ihn umdreht. Das Kind muss in diesem Fall zwingend aus dem Sitz gegen unten herausrutschen. Passiert das nicht, kann das Kind ertrinken, weil es unter Wasser gefangen ist.

Im Test ist genau dies mit der Prüfpuppe passiert. Die Puppe, die für diesen Normtest in den Labors verwendet wird, blieb mit den Beinen in der Folie stecken. Das ist nicht nur in der Theorie gefährlich: Es sind schon Babys so ums Leben gekommen. Im Praxistest hat sich dieser Mangel bestätigt. Die Erwachsenen gaben an, dass sie die Kinder nur schwer aus dem Ring herausheben konnten.

Resultatübersicht Schwimmringe

So wurde getestet

Das Labor hat in einem Praxistest die Schwimmhilfen durch Eltern von Kindern unterschiedlichen Alters bewerten lassen (Gewichtung Schwimmflügel 40%, Schwimmsitze 25%). Die Prüfpunkte im Labortest nach der gültigen Europäischen Norm EN 13138–1:2008:

Schwimmflügel

Schwimmsitze für Babys


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