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Die Post ist beim Paketversand konkurrenzlos

Paketpost-AufgabeKonkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft, doch diese fehlt beim Inland-Paketversand für Privatkunden. Der Hauptgrund liegt beim Wettbewerbsvorteil der Schweizerischen Post durch ihr bestehendes dichtes Vertriebsstellennetz. Die Leidtragendend sind die Kundinnen und Kunden, welche keine Auswahlmöglichkeiten haben und damit Preiserhöhungen ausgeliefert sind.

Vorweihnachtszeit ist Päcklizeit: Zum Glück für die Kundschaft kommt die allgemeine Sortiments- und Preisanpassung im Paketversand der Schweizerischen Post erst nach dem Jahreswechsel. Die «Vereinfachung» bedeutet konkret, dass Gewichtsklassen zusammengelegt werden. Kundinnen und Kunden müssen in der Mehrheit der Fälle mehr bezahlen. Die Stiftung für Konsumentenschutz hat auf diese «schön verpackte» Schlechterstellung der Privatkundinnen und -Kunden bereits im August bei Bekanntgabe der Sortiments- und Preisanpassungen hingewiesen. Neben dem stetigen Abbau von Poststellen und Dienstleistungen muss die Kundschaft damit eine erneute Verschlechterung hinnehmen. Der Wunsch nach Alternativen zur Schweizerischen Post wird dadurch verstärkt.

Post hat beim Inland-Paketversand keine ernstzunehmende Konkurrenz

Im Gegensatz zum Briefmarkt, bei welchem die Schweizerische Post unter 50 Gramm immer noch eine Monopolstellung innehat, wurde der Paketmarkt im 2004 liberalisiert und für private Anbieter geöffnet. Für einen liberalisierten Markt mit fairen Preisen braucht es aber einen funktionierenden Wettbewerb zwischen den Anbietern.

Post-Pakete-geladen im gelben AutoDoch entgegen der Aussage der Postregulierungsbehörde (PostReg) von 2011 «buhlen» sich die privaten Anbieter ganz und gar nicht um «die Gunst der Kunden»: Dies hat die Abklärung des Konsumentenschutzes ergeben. Auf telefonische Nachfrage bei der DHL, verweist diese für Inlandpaketversand von Einzelaufträgen wie beispielsweise bei einem Weihnachtspaket auf die Schweizerische Post. Konkurrenten zur Schweizerischen Post sind dünn gesät. Lediglich der private Anbieter DPD stellt eine preislich ernstzunehmende Konkurrenz dar.

Preis-Leistungsvergleiche sehr schwierig

Mit 7.80 Franken für ein Paket durchschnittlicher Grösse liegt DPD preislich etwas tiefer als die Schweizerische Post. Sie verlangt ab 2018 9.70 Franken für ein Paket von 2 bis 10 Kilogramm. Die unterschiedlichen Grundlagen zur Preisberechnung sind für die Kundinnen und Kunden verwirrend: Die Preise berechnet die Schweizerische Post nach dem Gewicht, DPD hingegen nach dem Volumen. Für den Versand kleiner aber schwere Pakete ist DPD daher die geeignetere Anlaufstelle.

Grosse Unterschiede bestehen auch bei der Anzahl der Aufgabemöglichkeiten. Die Schweizerische Post verfügt über ein dichtes Verkaufsstellennetz mit rund 1400 eigenen Filialen und zusätzliche Pickpost Aufgabe- und Abholstellen. Die DPD verfügt dagegen lediglich über 400 Pickup Parcelshops, mehrheitlich auf städtischem Gebiet. Die DPD ist somit zwar eine preiswerte Alternative zur Post, ist für diese aber – vor allem in ländlichen Regionen – nur eine mässige Konkurrenz.

Hohe Einstiegshürden für neue Anbieter

Die hohe Marktmacht der Schweizerischen Post trotz liberalisiertem Markt lässt sich also einfach erklären. Die Erreichbarkeit der Aufgabe- und Abholstelle ist bei Einzelversänden entscheidend für die Wahl des Beförderers. Das fehlende Netz stellt für neue Anbieter eine hohe Einstiegshürde dar. Auch in Zukunft nicht damit zu rechnen, dass die Privatkundschaft von einer grösseren Konkurrenz mit tieferen Preisen im Paketmarkt profitieren kann.

Stossend ist dabei, dass die Schweizerische Post das rückläufige Volumen bei der Briefpost ständig beklagt und damit Sparmassnahmen und Preiserhöhungen rechtfertigt – notabene trotz Gewinnen in hoher dreistelliger Millionenhöhe. Über die marktbeherrschende, lukrative Position im boomenden Paketmarkt aufgrund des massiv zunehmendem Onlineversands verliert die Schweizerische Post jedoch kein Wort. Die Kundinnen und Kunden hingegen haben für ihre Paketversände keine echten Alternativen und stehen Preiserhöhungen machtlos gegenüber.


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