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Komposterde? Viel Torf, kaum Kompost!

Es steht Kompost drauf, drin ist aber vorwiegend Torf: Das Produkt «Floragard Komposterde» besteht zu 80 Prozent (!) aus Hochmoortorf und nur zu 20 Prozent aus Kompost. Dass dies nur im Kleingedruckten auf der Rückseite der Verpackung festgehalten ist, stösst dabei sauer auf. Torf hat mit Kompost nichts zu tun und belastet die Umwelt sowie die Tier- und Pflanzenwelt stark. Die Namensgebung ist für den Laien überhaupt nicht verständlich: Wie soll ein Hobbygärtner darauf kommen, dass es sich bei Komposterde nicht um verrotteten Kompost handelt, sondern zu 80 Prozent um Hochmoortorf?

Der Konsumentenschutz hat sich an Floragard und an den Vertreiber BAUHAUS gewandt und gefordert, dass das Produkt «Komposterde» nicht weiter unter diesem Namen verkauft wird. Der Konsumentenschutz fordert eine klare Deklaration der Inhaltsangaben auf der Vorderseite der Verpackung. In seinem Webshop erwähnt BAUHAUS nicht einmal, dass das Produkt Torf enthält, sondern spricht von «unkrautfreiem Grünschnittkompost & Spezialhumus». Das ist sehr ärgerlich, denn viele Konsumentinnen und Konsumenten wissen, dass der Torfabbau sehr schädlich für die Umwelt ist und ganze Landschaften zerstört.

Anbieter verweisen auf Inhaltsdeklaration

Der Hersteller Floragard hält fest, dass das Produkt um das Wort «Erde» ergänzt wurde, damit die Verwechslungsgefahr ausgeschlossen werden kann. Auch sei das Produkt auf der Rückseite korrekt deklariert. Der Vertreiber BAUHAUS sieht es ähnlich, prüft jedoch für die Webshop-Kunden eine Verbesserung der Deklaration. Auch BAUHAUS verweist auf die ausreichende Deklaration der Inhaltsangaben auf der Verpackung.

Torf ist umweltschädlich

Ist in einem Produkt Torf enthalten, so handelt es sich um importierten Torf. In der Schweiz stehen die Moore seit 1987 unter Schutz, bei Torf handelt es sich um trockengelegte Moorerde. Die Moore sind für das Klima und die Biodiversität von grosser Bedeutung, da sie schädliche Klimagase speichern und das globale Klima im Gleichgewicht halten. Laut Bundesamt für Umwelt BAFU  finden sich in den Mooren weltweit ein Drittel der Kohlenstoffvorräte, die in Böden gebunden sind. Damit Torf gewonnen werden kann, wird das Moor trockengelegt, was dazu führt, dass Sauerstoff an das Material gelangt und ein Zersetzungsprozess in Gang kommt. Das Resultat dieses Vorgangs ist unter anderem die Freisetzung von CO2 und Lachgas. Beide tragen zum Klimawandel bei. Neben dem Klima gefährdet der Torfabbau aber auch das Ökosystem intakter Moorlandschaften und damit der dort lebenden Tier- und Pflanzenarten. Da Moore nur sehr langsam wachsen (etwa 1 Millimeter pro Jahr) können Sie sich nach dem Abbau kaum erholen.

Das können Sie tun

Das BAFU macht sich für torffreies Gärtnern stark, damit Natur und Umwelt nicht belastet werden und gibt folgende Empfehlungen ab:

• Achten Sie auf die Bezeichnung «torffrei». Bio ist nicht gleich ohne Torf, so dass Sie auch bei Bio-Erde genau hinschauen müssen.

• «torfarm» oder «torfreduziert» ist nicht gleich «torffrei». Der Torfanteil ist bloss reduziert.

• Verwenden Sie heimische Pflanzen, da diese gut an die hiesigen eher kalkhaltigen, alkalischen Bodenverhältnisse angepasst sind. Torf macht den Boden eher sauer, was üblichen Gartenpflanzen nicht passt.

• Benötigen Sie sauren Boden, wählen Sie Rindenkompost oder gehäckseltes Nadelholz. Auch das Giessen mit Regenwasser macht einen Unterschied.

• Anstelle von Torf wählen Sie besser hiesige Kompostarten wie Rindenkompost, Holzfasern, Holzhäcksel oder Landerde (entsteht im Rahmen der Zuckerproduktion).

Floragard will an ihrer Bezeichnung der «Komposterde» festhalten, während BAUHAUS die Anpassung der Deklaration im Webshop prüft. Wollen Sie torffrei und damit umweltfreundlich gärtnern, befolgen Sie am besten die Empfehlungen des BAFU und schauen sich die Produkte jeweils etwas genauer an.

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