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Das Repair Café erobert die Schweiz

Das Repair Café Arth ist das 100. Repair Café der Schweiz. Die Reparaturveranstaltung hat am Samstag, 26. Januar in Arth das erste Mal ihre Tore geöffnet. Das Innerschwyzer Repair Café ist nicht die einzige neue Reparaturmöglichkeit: Mittlerweile gibt es bereits 104 Repair Cafés, wie auf der Seite www.repair-cafe.ch zu sehen ist.

Seit der Konsumentenschutz Repair Cafés fördert, wächst die Schweizer Reparaturbewegung konstant: Innerhalb von rund fünf Jahren entstanden in der Schweiz 100 Repair Cafés. Das zeigt, dass es der Bevölkerung ein Anliegen ist, defekte Dinge reparieren zu können und der Wegwerfwirtschaft etwas entgegen zu halten. Die Politik muss diese Anliegen aufnehmen.

Was ist ein Repair Café

Bei Repair Cafés handelt es sich um ehrenamtliche Treffen, an die Besucher defekte Produkte mit Hilfe von ehrenamtlichen Profis reparieren. Werkzeuge können kostenlos benutzt und gängige Ersatzteile günstig gekauft werden. Das Reparatur-Angebot ist lokal unterschiedlich. Repair Cafés bieten die Möglichkeit, konkret etwas gegen den Ressourcenverschleiss und die wachsenden Abfallberge der Wegwerfwirtschaft zu unternehmen. Ganz nebenbei wird das Portemonnaie geschont und man trifft andere Besucher bei Kaffee und Kuchen.

Konsumentenschutz: Förderer und Coach der Reparaturkaffees

Der Konsumentenschutz fördert und koordiniert die Deutschschweizer Reparatur-Organisationen. Er hilft bei der Gründung von neuen Repair Cafés mit kostenloser Anleitung, Beratung, Flyern, Plakaten sowie einer Haftpflichtversicherung. Das Engagement des Konsumentenschutzes zeigt Früchte: 2014 gründete der Konsumentenschutz in Bern das Repair Café. Mittlerweile gibt es über 100 Repair Cafés in der Schweiz. Der Konsumentenschutz unterstützt die Repair Cafés als Reaktion auf die Hersteller-Strategie des geplanten Verschleisses von Gegenständen. Bereits im Jahr 2013 prangert der Konsumentenschutz  die sogenannte geplante Obsoleszenz an und veröffentlicht ein umfangreiches Dossier.

Reparieren muss in der Politik ankommen

Der Reparaturbewegung ist der Grund, weshalb vier nationale Politiker Vorstösse für bessere Produkte eingereicht haben. Die Motion von Marianne Streiff-Feller (EVP) soll die Garantiedauer für Produkte auf fünf Jahre erhöhen. Stefan Müller-Altermatt (CVP) will Konstruktionsdaten für nicht mehr verfügbare Ersatzteile kostenlos im Internet verfügbar machen, damit sie mit 3D-Druckern nachgebildet werden können. Das Postulat von Isabelle Chevalley (GLP) fordert den Bundesrat auf, die Vorteile einer Kennzeichnung der Mindestnutzungsdauer von Produkten zu benennen. Konsumentenschutzpräsidentin Prisca Birrer-Heimo (SP) schliesslich will einen Bundesratsbericht über die Vorteile von reparaturfreundlich designten und entsprechend gekennzeichneten Produkten. Die Vorstösse wurden vom Bundesrat allesamt zwar abgelehnt. Doch nun sind die Politikerinnen und Politiker am Zug und könnten den Entscheid des Bundesrats korrigieren.

Politische Vorstösse zum Thema

  1. Motion von Stefan Müller-Altermatt, CVP: Bessere Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Ein Gesetzesentwurf soll sicherstellen, dass Produktehersteller die Konstruktionsdaten von nicht mehr verfügbaren Ersatzteilen im Internet frei zugänglich machen, damit sie mittels 3D-Drucker nachgebildet werden können.
  2. Motion von Marianne Streiff-Feller, EVP: Fairness für Konsumenten, mehr Schutz für die Umwelt. Die Garantiezeit soll für Produkte von zwei auf fünf Jahre erweitert werden.
  3. Postulat von Isabelle Chevalley, GLP: Kennzeichnung der Mindestnutzungsdauer von Produkten.Ein Bericht soll die Vorteile einer Kennzeichnung der Mindestnutzungsdauer von Produkten aufzeigen.
  4. Postulat von Konsumentenschutz-Präsidentin Prisca Birrer-Heimo, SP: Verbesserung und Kennzeichnung der Reparaturfreundlichkeit von Produkten. Ein Bericht soll die Vorteile darlegen, die entstehen, wenn sichergestellt wird, dass Produkte reparaturfreundlich designt werden und die Reparaturfähigkeit gekennzeichnet ist.

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