Startseite Themen Keine gesetzlich erlaubte Konsumententäuschung

Keine gesetzlich erlaubte Konsumententäuschung

Tierische Lebensmittel sollen nicht als frei von Gentechnik ausgelobt werden können, wenn Gentechnik bei der Produktion der Futtermittel eine Rolle gespielt hat: Der Konsumentenschutz wehrt sich gegen diese Form der Konsumententäuschung. Zudem verlangt der Konsumentenschutz, dass in der Revision der Verordnungen zum Lebensmittelgesetz (Stretto III) der Information der Konsumentinnen und Konsumenten mehr Gewicht beigemessen wird – etwa im Bereich Herkunfts- und Nährwertdeklaration.

Es ist bereits möglich, in der Schweiz Produkte als gentechfrei zu kennzeichnen. Es muss allerdings lückenlos bewiesen werden können, dass im ganzen Produktionsprozess keine Gentechnik angewandt wurde. Zudem müssen bereits gentechnisch veränderte Produkte bewilligt sein. Das heisst, ein Apfel darf nur dann als gentechfrei deklariert werden, wenn er tatsächlich nicht gentechnisch verändert ist und ein GVO-Apfel auf dem Markt oder zumindest bewilligt ist.

An dieser strengen Regelung stört sich die Schweizer Landwirtschaft seit Jahren: Im Gegensatz zu umliegenden Ländern können sie tierische Produkte nicht als gentechfrei ausloben, obwohl das pflanzliche Futter gentechfrei ist.

Trotz Gentechnik eine Gentechfrei-Auslobung?

Die Lösung, welche die Motion Bourgeois verlangt und die nun in die Revision Stretto III eingeflossen ist, ist jedoch täuschend. Tierische Produkte sollen nun als gentechnikfrei ausgelobt werden können, obwohl den Futtermitteln Vitamine und Aminosäuren zugesetzt werden, welche mit Hilfe von Gentechnik hergestellt sind. Die Zusätze enthalten zwar selbst keine gentechnisch veränderten Organismen mehr, bei der Herstellung wurde aber klar Gentechnik angewendet.

Der Konsumentenschutz findet, dass man solche Produkte nicht explizit als gentechnikfrei ausloben darf, dies kommt einer Täuschung der Konsumenten gleich.Zudem gibt es im Lebensmittelrecht eine Bestimmung, welche festhält, dass man Selbstverständlichkeiten nicht ausloben darf. Das könnte dazu führen, dass Bio-Produkte nicht als gentechnikfrei ausgelobt werden können, obwohl sie es seit jeher sind. Den Konsumenten hingegen wäre nicht mehr klar, was es bedeutet, wenn ein Produkt nicht als gentechnikfrei deklariert ist. Im Laden stünden Produkte, die mit gentechfrei deklariert sind, neben solchen ohne Auslobung. Enthalten diese nun Gentechik? Täuschung und Verwirrung wäre mit dieser Kennzeichnung vorprogrammiert.
Hilfreich für die Konsumenten wäre hingegen eine Kennzeichnung von tierischen Produkten, welche mit Hilfe von gentechnisch-veränderten Futtermitteln produziert wurden.

Grosse Lücken bei der Information

Der Konsumentenschutz vermisst in den 23 Verordnungen, die bis am 26. August in der Vernehmlassung sind, wichtige Bestimmungen zur Information der Konsumentinnen und Konsumenten. Im neuen Lebensmittelrecht, welches vor zwei Jahren in Kraft getreten ist, wurde neu ein Zweckartikel eingefügt, der die Konsumenten-Information explizit aufführt. Dennoch wurden in der Revision wichtige Lücken nicht geschlossen: In der Nährwertdeklaration müssen Zucker und gesättigte Fettsäuren nicht ausgewiesen werden, obwohl dies in der EU obligatorisch ist. Produkte mit einer ungünstigen Nährwertbilanz – etwa mit viel Fett, Zucker oder Salz – dürfen weiterhin mit sogeannten Health claims versehen werden, so dass Zuckerbonbons und übersüsste Frühstücksflocken mit zugesetzten Vitaminen oder Ballaststoffen werben dürfen. Auch eine vereinfachte Nährwertdeklaration auf der Packungsvorderseite wird in den Verordnungen nicht aufgenommen, ebenso wie die verbesserte Herkunftsdeklaration von Rohstoffen.

Zur Vernehmlassungsantwort

 


Das können Sie tun

💥Meldung machen
💳Spenden

Medienmitteilungen zum Thema
Alle News anzeigen
Nützliches
Es wurden keine Dateien gefunden.

Ich mache an die SKS zum Thema 'Keine gesetzlich erlaubte Konsumententäuschung' folgende Meldung:

Vielen Dank für Ihre Meldung.
Die Meldung wird an die Projektleitung geschickt und fliesst in die Projektarbeit ein.

Es ist ein unbekannter Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es später nochmals.

Spenden

Projektspende

Preis:

Unsere Arbeit wird durch eine breite Gönnerschaft finanziert. Deshalb können wir uns jeden Tag völlig unabhängig und schlagkräftig für Ihre Interessen als Konsumentin oder Konsument einsetzen.

Unterstützen Sie jetzt unsere Arbeit mit einem Beitrag: wählen Sie unten die Spendenhöhe und bezahlen sie online oder mit Einzahlungsschein.

Herzlichen Dank!



Ratgeber

Ratgeber: Mehr als Filet und Steak

Gönnerpreis: 29.00 CHF
Normalpreis: 34.00 CHF

Ratgeber: Gut, gesund und günstig

Gönnerpreis: 19.00 CHF
Normalpreis: 24.00 CHF

2 Miniratgeber: Smart einkaufen

Gönnerpreis: 8.00 CHF
Normalpreis: 17.00 CHF

Hosting von oriented.net