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Swissness: Löchrig wie ein Schweizer Käse

gerberfondue_swissnessKeine Regel ohne Ausnahme – doch bei der Swissness-Gesetzgebung ist die Ausnahme schon fast die Regel. Das Bundesamt für Landwirtschaft BLW hat heute bekannt gegeben, dass von 80 Ausnahmegesuchen 71 stattgegeben wurde. Für die SKS ist klar, dass diese recht grosszügige Auslegung der Gesuche bei der nächsten Runde in zwei Jahren deutlich restriktiver geschehen muss. Sinn und Zweck der Swissness-Gesetzgebung ist klar: Sie soll die Konsumentinnen und Konsumenten vor Täuschung schützen und das Vertrauen in die Schweizer Produkte wieder herstellen. Denn mittlerweile wird das Schweizer Kreuz kreuz und quer auf allen möglichen Produkten und Nahrungsmitteln aufgedruckt. Ab 2017 sollte dem Wildwuchs Einhalt geboten werden, Schweizer Lebensmittel müssen zu 80 % aus Schweizer Rohstoffen und Zutaten bestehen.

Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Im Gesetz haben viele Sonderzüglein und Ausnahmen einen Platz gefunden. Von der 80% Regelung können Naturprodukte ausgenommen werden, wenn sie in der Schweiz nicht verfügbar sind, zeitlich begrenzt nicht vorhanden sind – etwa wegen Ernteausfällen – oder wenn sie nicht in der erforderlichen Qualität auf dem Schweizer Markt bezogen werden können.

Die beiden letzteren „Schlupflöcher“ geben nun – zu Recht – zu reden: Denn die Lebensmittelhersteller haben beim Bundesamt für Landwirtschaft BLW in den letzten paar Monaten nicht weniger als 80 Gesuche eingereicht! Für die SKS, welche zusammen mit den Bauern und der Industrie in einer Arbeitsgruppe diese Gesuche begutachtet hat, ist das sehr erstaunlich: Das Swissness-Gesetz hat einen ausserordentlich langen Entstehungsprozess hinter sich, dennoch scheint die Lebensmittelindustrie völlig unvorbereitet zu sein und setzt auf die Ausnahmebewilligungen.  Ein Stück weit geht die Strategie auch auf:  Das BLW, beziehungsweise der zuständige Bundesrat, hat nun 58 Ausnahmen bewilligt und damit 71 Gesuche gutgeheissen. Damit wurde die Ausnahmebewilligung sehr grosszügig erteilt. Sie sind allerdings alle befristet auf zwei Jahre, nach diesen zwei Jahren müssen die Gesuche erneut gestellt werden.

Für die SKS ist klar, dass zu diesem Zeitpunkt ein strengerer Massstab angelegt werden muss. Während der nächsten zwei Jahren muss nun Aufbauarbeit geleistet werden, damit diese Produkte in genügender Menge oder Qualität auf dem Markt erhältlich sind. Für Konsumentinnen und Konsumenten ist es beispielsweise nicht nachvollziehbar, weshalb auf dem Schweizer Markt der Industriewein für Fondue qualitativ nicht genügen soll.

Die SKS als wird sich auf jeden Fall weiterhin für eine starke Swissness einsetzen. Für die Konsumenten heisst das so lange: Auch nach 2017 wird es Schweizer Produkte auf dem Markt haben, welche nicht dem entsprechen, was mit der Swissness-Gesetzgebung in Aussicht gestellt wurde.


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