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Währungsgewinne meist weitergegeben – Preisniveau bleibt hoch

Frau beim Preisvergleich mit Smartphone in DrogerieBei den Kosmetikartikeln und den Nahrungsmitteln haben die Schweizer Detailhändler die Währungsgewinne nach dem Fall des Euro-Mindestkurses gut weitergegeben. Bei den Zeitschriften hingegen profitierte nur das Tessin vom tiefen Euro-Kurs, die französischen und deutschen Zeitschriften wurden in der Schweiz sogar leicht teurer. Trotz teilweise guter Weitergabe der Währungsgewinne bleibt die Schweiz leider weiterhin ein teures Pflaster. Der Preisvergleich mit dem angrenzenden Ausland zeigt sowohl bei Kleidern, Nahrungsmitteln, Kosmetikartikeln und vor allem Zeitschriften sehr grosse Preisdifferenzen. Dies zeigt eine Preiserhebung der Allianz der Konsumentenschutz-Organisation (SKS, FRC, ACSI), die Ende April 2015, rund 100 Tage nach Aufhebung des Euro-Mindestkurses, durchgeführt wurde.

Unterschiedliche Preisveränderungen je nach Produktsektor

Untenstehende Tabelle zeigt, dass bei den Kosmetikartikeln aus dem Euroraum zwischen August 2014 und April 2015 die Preise um 8.5% (Migros), 6.5% (Coop) und 5.8% (Manor) sanken. Bei den Nahrungsmitteln fielen die Preissenkungen nicht ganz so deutlich aus (Denner -5.1%, Migros -3.7%, Coop -3.3%), sind aber substanziell.

Durchschnittliche Preisveränderungen zwischen Sommer 2014 und April 2015

 

Ein anderes Bild zeigt sich bei den Zeitschriften: Lediglich bei den italienischen Zeitschriften wurden die Währungsgewinne weitergegeben (die Schweizer Preise sanken um 2.8%, währendem sie in Italien im gleichen Zeitraum um 5.8% anstiegen). In der Deutschschweiz stiegen die Preise für Zeitschriften um 0.4%, in Deutschland betrug der Anstieg 1.3%. In der Romandie wurden überhaupt keine Währungsgewinne weitergegeben: die Zeitschriften-Preise stiegen dort wie auch in Frankreich um je 0.7%. Dies obwohl nach Aufhebung des Euro-Mindestkurses von 1.20 Fr am 15. Januar 2015 der durchschnittliche Euro-Kurs auf rund 1.05 Fr. fiel.

Absolute Preisunterschiede nach wie vor hoch

Die gute Weitergabe der Währungsgewinne bei den Kosmetikartikeln und den Nahrungsmitteln kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Preisunterschiede zwischen der Schweiz und dem angrenzenden Ausland nach wie vor sehr gross sind: Kosmetikartikel sind bei den Schweizer Detailhändlern 73% – 80% teurer als beim deutschen Referenz-Detailhändler Kaufland, die Preisunterschiede zu Italien und Frankreich liegen je nach Händler bei 28% – 35%. Auch bei den Nahrungsmitteln sind die Preisunterschiede hoch, gegenüber Frankreich und Deutschland betragen sie rund 40%, die Differenz zu Italien ist traditionell geringer. Die grössten Preisunterschiede finden sich jedoch bei den Zeitschriften, ausgerechnet in jenem Sektor, bei dem die Währungsgewinne nicht oder nur teilweise weitergegeben wurden: Die gleichen Zeitschriften kosten in der Deutschschweiz im Durchschnitt 76% mehr als in Deutschland und 80% mehr als in Frankreich. Im Vergleich zu Italien sind die Zeitschriften in der Schweiz sogar mehr als doppelt so teuer: Der Preisunterschied beträgt exorbitante 142%. Die diesbezüglichen Graphiken und Auswertungen finden Sie im Factsheet.

Spezialfall Kleider

Bei den Kleidern hat der tiefere Eurokurs die Preisdifferenzen zum angrenzenden Ausland deutlich erhöht, von rund 30% im Oktober/November 2014 auf rund 46% im April 2015. Die Schweizer Kleiderverkäufer profitieren nur indirekt vom tieferen Euro-Kurs, da die Einkäufe in den meist asiatischen Produktionsländern in der Regel in US-Dollar oder an den US-Dollar gekoppelte Währungen erfolgt. Angesichts der grossen Preisunterschiede zum angrenzenden Ausland sind jedoch Preissenkungen bei Schweizer Kleiderverkäufern unumgänglich, um eine weitere Zunahme des Einkaufstourismus zu verhindern.

Die detaillierten Resultate finden Sie im Factsheet und auf www.preisbarometer.ch.

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