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Bundesrat: Hohe Löhne sind nicht Ursache der Hochpreisinsel Schweiz

goldener_einkaufskorb_hochpreisinsel_webIn einer Antwort auf einen Vorstoss von SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer zum Thema „Erodiert die Mittelschicht?“ kommt der Bundesrat zum Schluss, dass im Vergleich zu den EU-Kernländern (EU15) die Preise in der Schweiz (im Jahr 2013) durchschnittlich um 41.4% höher waren. Ursache davon sind jedoch nicht primär die hohen Schweizer Löhne, wie immer wieder behauptet wird.

Der Bundesrat schreibt (S.16): „Generell lässt sich festhalten, dass höhere Preise nicht zwangsläufig das Ergebnis eines im internationalen Vergleich hohen Lohnniveaus sein müssen. Sowohl die längere Wochenarbeitszeit als auch die im europäischen Vergleich hohe Arbeitsproduktivität erlauben ein höheres Lohnniveau in der Schweiz. Die höheren Preise dürften damit weniger Ausdruck eines hohen Lohnniveaus, sondern insbesondere auch das Resultat einer hohen Kaufkraft der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten sein, welche die Produzenten und Händler abzuschöpfen wissen.“

Diese Schlussfolgerung steht im Übrigen im Einklang mit einer Studie, die im Auftrag von Migros, Coop, Denner, Valora, Manor und Charles Vögele erstellt wurde. Diese kommt zum Schluss, dass die Angestellten im Schweizer Detailhandel mehr verdienen als in Deutschland, Frankreich, Österreich oder Italien, aber: Die sogenannten Lohnnebenkosten (zum Beispiel AHV- oder Unfallversicherungsbeiträge) sind in der Schweiz vergleichsweise niedrig. Zudem sind die Schweizer Angestellten produktiver: Sie leisten mehr pro Stunde und sie sind weniger oft krankheitshalber abwesend. Werden all diese Faktoren berücksichtigt, kommt der Verfasser der Studie zum Schluss (Seite 40): „Sofern bei den Arbeitskosten neben den nominalen Kosten auch die erbrachte Leistung berücksichtigt wird, also ein Vergleich der Lohnstückkosten vorgenommen wird, hat der Schweizer Detailhandel einen Kostenvorteil von 5 Prozent.“ Auf gut Deutsch heisst das: Das Auffüllen eines Supermarktregals kostet Migros, Coop oder Denner im Durchschnitt sogar weniger als den Grossverteilern in den umliegenden vier Ländern.

Halten wir fest: Gewisse Markenartikel kosten in der Schweiz mehr als doppelt so viel wie zum Beispiel in Deutschland. Obwohl es immer wieder behauptet wird: Die Schweizer Löhne sind dafür nicht ausschlaggebend, zu diesem Schluss kommt nun auch der Bundesrat.

Update 20.09.2016: Die Stiftung für Konsumentenschutz lanciert zusammen mit ihren Partnern die Fair-Preis-Initiative

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