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Alfred Neukomm, Pionier mit langem Atem

Geschichten aus 50 Jahren SKS

Die Argumente, welche Alfred Neukomm in den ersten Jahren seiner Tätigkeit als SKS-Sekretär zu hören bekam, könnten von heute sein: Deklarieren sei zu teuer, die Lieferanten aus dem Ausland würden niemals mitmachen, entgegnete man ihm auf seine Forderung, Medikamente mit einem Verfallsdatum zu versehen. Die Argumente mögen teilweise noch gleich klingen, viel anderes hat aber geändert, seit Alfred Neukomm 1967 seine Arbeit aufnahm  – auch dank ihm.

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Alfred_Neukomm_2014Begonnen hat die langjährige Ära unter Alfred Neukomm in einem kleinen „Büroli“ – wie er es liebevoll bezeichnet – in der Monbijoustr. 61. Im selben Haus wo die SKS auch heute zu finden ist. Eingeengt zwischen dem Coiffeurpersonal- und einem Lederverband sowie dem Gewerkschaftsbund begann er, das weite, noch brachliegende Feld des Konsumentenschutzes zu bearbeiten. Unterstützt wurde er von der Sachbearbeiterin Marianne Langenegger. „So sassen wir zu zweit in dem kleinen Raum“, erinnert sich Neukomm, „und drängte sich dann noch eine Delegation erboster Anbieter in den Raum, standen wir Nase an Nase da.“

Massiver Widerstand

Die Anbieter enervierten sich oft über die SKS. Alfred Neukomm „erdreistete“ sich, nicht nur Warentests durchzuführen, sondern die Ergebnisse auch samt dem Produkte- und Anbieternamen zu veröffentlichen. Aus heutiger Sicht kaum vorstellbar: Die Konsumentinnen und Konsumenten erfuhren damals nichts über den Grundpreis eines Produktes, auch über den Inhalt und die Zusammensetzung gaben die Hersteller auf den Packungen keine Informationen. Der Widerstand gegen mehr Konsumenteninformation war massiv: Mit Prozessandrohungen oder Schadenersatzforderungen sah sich Neukomm oft konfrontiert. Oder auch mit faulen Ausreden: Wenn die Kunden die Medikamente im feuchten Badezimmer aufbewahren würden, dann sei es unmöglich, ein Verfallsdatum festzulegen, bekam Alfred Neukomm etwa zu hören.

100mal streiten für eine Abstimmung

Auch heute, wenn Alfred Neukomm auf seine Zeit als Sekretär und später SKS-Stiftungsratspräsident zurückblickt, hört man sein grosses Engagement heraus. Während seiner aktiven Zeit waren es 70, 80 Arbeitsstunden pro Woche, welche er für die Anliegen der SKS einsetzte. Abend für Abend war er in der ganzen Schweiz unterwegs, vom Kanton Uri bis ins Bündnerland.Beim Frauenverein und im Rotaryclub war er zu Gast und hielt Vorträge. Während dem Abstimmungskampf für die Verankerung des Konsumenten-Artikels in der Bundesverfassung besuchte Neukomm rund 100 Streitgespräche und Veranstaltungen, um für die Konsumenteninteressen zu weibeln und gegen die Opposition der Wirtschaft anzukämpfen.

Als er einmal von Chur kommend spät abends wegen einer Zugverspätung den letzten Anschluss nach Bern verpasste, ging er zum Bahnhofvorsteher: Er könne nicht in Zürich bleiben, er habe am nächsten Morgen früh eine Sitzung in Bern. Der Vorsteher liess einen Personenwagen an einen Güterzug hängen, so dass Neukomm nach Bern und noch zu drei, vier Stunden Schlaf kam. Statt Service public Service privé

Viele Erfolge verbucht

SKS-Team_70er-JahreNicht nur die Waren- und Dienstleistungstests und die Information lag Alfred Neukomm am Herzen – er machte sich auch auf politischer Ebene für den Konsumentenschutz stark. Nach seiner Wahl zum Nationalrat 1979 konnte er direkt im Parlament Einfluss nehmen und als Kommissionpräsident die Gestaltung des Konsumenteninformationsgesetzes KIG massgeblich mitgestalten.

Alfred Neukomm brauchte einen langen Atem. Die Preisbekanntgabe-Verordnung und die Gewichtsangaben, die Verfallsdaten und Pflegehinweise auf Textilien, das Produktehaftpflichtgesetz oder das Tourismusrecht: Jede Errungenschaft bedeutete schon damals jahreslanges Engagement.

Alfred Neukomm kann sich heute nicht mehr erklären, wie er das grosse Pensum über so lange Zeit bewältigen konnte. „Ich war mit Freude und Begeisterung an der Arbeit“, meint er rückblickend. Und auch erfolgreich: Die lange Liste seiner Erfolge erklärt vermutlich auch seinen langen Atem.

Alfred Neukomm prägte die Geschicke der SKS während langen Jahren: Von 1967 bis 1985 amtete er als Sekretär der SKS, ab 1985 – 1994 war der Stiftungsratspräsident der SKS. Daneben bekleidete er verschiedene politische Mandate: Von 1970 – 1979 war er Berner Grossrat, von 1984 – 2000 Gemeinderat der Stadt Bern und von 1979 – 1985 war er SP-Nationalrat. 2012 wurde er zum Gemeindepräsidenten von Hallau, seinem Geburtsort, gewählt.

 


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