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Kaum Wettbewerb beim Inland-Paketmarkt für Privatkunden

Post-Pakete-geladen im gelben AutoKonsumentinnen und Konsumenten, die im Inland ein Paket verschicken möchten, haben keine echte Anbieterwahl, das ergeben  Abklärungen der Stiftung für Konsumentenschutz. Wegen ihres bestehenden dichten Vertriebsstellennetzes hat die Schweizerische Post massive Wettbewerbsvorteile. Kaum ein anderer Anbieter bietet der Post beim Paket-Inlandgeschäft für Privatkunden ernsthaft die Stirn. Die Kunden sind damit den Preisvorgaben der Post ausgeliefert.

Vorweihnachtszeit ist Päcklizeit: Zum Glück für die Kundschaft kommt die allgemeine Sortiments- und Preisanpassung im Paketversand der Schweizerischen Post erst nach dem Jahreswechsel. Diese bedeutet konkret, dass Gewichtsklassen zusammengelegt werden, was für die Kundinnen und Kunden in der Mehrheit der Fälle eine Verteuerung bedeutet. Neben dem stetigen Abbau von Poststellen und Dienstleistungen muss die Kundschaft damit eine erneute Verschlechterung hinnehmen.

Kaum Konkurrenz beim Inlandversand
Alternativen zur Schweizerischen Post beim Päckliversand gibt es kaum, denn die privaten Versandunternehmen buhlen gar nicht erst um die Gunst der Kleinkunden: Dies haben Abklärungen des Konsumentenschutzes ergeben. Preisgestaltung und Informationen über Aufgabemöglichkeiten bei den Mitbewerbern der Post sind für Ungeübte schwer verständlich, wenn überhaupt auffindbar. Auf telefonische Nachfrage bei der DHL verweist diese für Inlandpaketversand von Einzelaufträgen auf die Schweizerische Post. Konkurrenten zur Post sind dünn gesät. Lediglich der private Anbieter DPD stellt eine preislich ernstzunehmende Konkurrenz dar.

Preis-Leistungsvergleich schwierig für Kunden
Mit Fr. 7.80 Franken für ein Paket durchschnittlicher Grösse liegt DPD preislich etwas tiefer als die Post. Sie verlangt ab 2018 Fr. 9.70 für ein Paket von 2 bis 10 Kilogramm. Die unterschiedlichen Grundlagen zur Preisberechnung sind für die Kundinnen und Kunden verwirrend: Bei der Post richtet sich der Preis nach dem Gewicht, bei der DPD nach dem Volumen.
Grosse Unterschiede bestehen auch bei den Aufgabemöglichkeiten. Die Post verfügt über ein dichtes Verkaufsstellennetz mit rund 1400 eigenen Filialen und zusätzliche Pickpost Aufgabe- und Abholstellen. Die DPD hat hingegen lediglich rund 400 Pickup Parcelshops, die sich zudem mehrheitlich auf städtischem Gebiet befinden. Die DPD ist somit zwar eine preiswerte Alternative zur Post, ist für diese aber vor allem in ländlichen Regionen keine echte Konkurrenz.

Hohe Einstiegshürden für neue Anbieter
Die hohe Marktmacht der Schweizerischen Post trotz liberalisiertem Markt lässt sich also einfach erklären. Das fehlende Netz von Aufgabe- und Abholstellen stellt für neue Anbieter eine hohe Einstiegshürde dar. Konsumentenschutz-Geschäftsleiterin Sara Stalder: „Über die marktbeherrschende, lukrative Position im boomenden Paketmarkt verliert die Post kaum ein Wort. Sie klagt viel lieber die rückläufigen Volumen bei der Briefpost und rechtfertigt damit ihre Preiserhöhungen“ – notabene trotz Gewinnen in hoher dreistelliger Millionenhöhe (vgl. auch Artikel in der heutigen NZZ am Sonntag). Die Kundinnen und Kunden hingegen stehen diesen Preiserhöhungen quasi machtlos gegenüber, denn sie haben insbesondere für ihre Paketversände nur sehr eingeschränkte Wahlfreiheit.

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