Startseite Medienmitteilungen Abgasskandal: Nächster Schritt zu fairer Entschädigung

Abgasskandal: Nächster Schritt zu fairer Entschädigung

Scales of Justice symbol - legal law concept image.Vor genau einem Jahr hat sich die Stiftung für Konsumentenschutz SKS der holländischen Stiftung „VW Car Claim“ angeschlossen. Über einen aussergerichtlichen Vergleich wollte der Konsumentenschutz erreichen, dass auch betroffene Autobesitzer in der Schweiz fair entschädigt werden. Aber der VW-Konzern blockt Verhandlungen in Europa konsequent ab. Daher ist der Verhandlungsweg gescheitert. Wie auch europaweit andere Akteure bereitet sich der Konsumentenschutz nun vor, den Rechtsweg zu beschreiten.

Der VW-Abgasskandal ist nach wie vor brandaktuell. Während sich VW in den USA bereits Mitte 2016 im Rahmen eines Vergleichs bereit erklärt hatte, den 500‘000 geschädigten VW-Fahrzeughaltern insgesamt über 20 Milliarden USD an Schadenersatz zu bezahlen, verweigert VW in Europa jede Lösung. Die Geschädigten können sich nicht organisieren, um genügend Druck aufzubauen, denn die Politik weigert sich bis anhin, ihnen bei Massenschadenereignissen ein gutes Rechtsinstrumentarium zur Hand zu geben. Das ist im EU-Raum nicht anders als in der Schweiz (siehe „Verwirrspiel des Bundesrates“).

VW wartet seelenruhig die Verjährung ab

Um sich für die Rechte von Geschädigten in Massenschadenereignissen stark zu machen, hat sich die SKS europaweit vernetzt. Vor fast genau einem Jahr hat die SKS die Zusammenarbeit mit der holländischen Stiftung „Volkswagen Car Claim“ bekannt gegeben. Über 2‘000 Betroffene Autobesitzer aus der Schweiz haben sich bei Car Claim angemeldet, die eine aussergerichtliche Einigung für die Entschädigung von europäischen Konsumenten anstrebt. Da es keine Rechtsinstrumente für Massenschadensereignisse gibt, wähnt sich der VW-Konzern in Europa in Sicherheit. Anders als in den USA lässt sich der Grosskonzern daher auf Verhandlungen gar nicht erst ein und wartet seelenruhig die Verjährung der Ansprüche ab: Eine unglaublich arrogante Haltung den europäischen Kunden gegenüber. Sara Stalder, Geschäftsleiterin der SKS: „Massenschadenfälle wirken sich heutzutage meist grenzüberschreitend aus. Es ist nötig und zielführend, dass die Konsumentenorganisationen in solchen Fällen international vernetzt und aktiv sind.“

Es bleibt nur der Rechtsweg

Nun bereitet sich Car Claim in Holland das Einreichen einer Klage vor. Zwar wird das Urteil nur für Geschädigte in Holland Rechtswirkung entfalten – eine grundsätzliche Feststellung über die Verantwortung von VW hätte jedoch grosse Signalwirkung für ganz Europa. Die SKS will auch den Druck aus der Schweiz verstärken und prüft nun ebenfalls das Ergreifen von rechtlichen Schritten. Voraussichtlich wird für die Teilnahme an einem Klageprojekt ein kleiner Unkostenbeitrag erhoben; ansonsten besteht kein finanzielles Risiko. Sowohl geschädigte Konsumentinnen und Konsumenten, als auch durch ihre Wagenflotte betroffene kleine und mittlere Unternehmen können sich hierfür auf der Website der SKS unverbindlich anmelden: www.konsumentenschutz.ch/abgasskandal

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