Startseite Medienmitteilungen Ständerat will nichts gegen überhöhte Roaming-Tarife tun

Ständerat will nichts gegen überhöhte Roaming-Tarife tun

Der Ständerat hat sich heute gegen verbindliche Höchsttarife für die Handynutzung im Ausland (Roaming) ausgesprochen. Die im Vorfeld der Abstimmung kommunizierten Preissenkungen von Swisscom, Sunrise und Orange konnten die Parlamentarier offenbar überzeugen. Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) bedauert diesen Entscheid, sie hat sich seit Jahren gegen die überhöhten Roaming-Tarife eingesetzt.

Die Tarife für die Handynutzung im Ausland (Roaming) sollen nicht reguliert werden, dies hat heute der Ständerat entschieden. Die ständerätliche Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen hatte sich am 13. Januar 2015 noch für die beiden Motionen Wyss und Fuchs/Rickli ausgesprochen. Im Februar und im März haben die drei grossen Anbieter Swisscom, Sunrise und Orange ihre Roaming-Tarife gesenkt, Swisscom hat sogar Preisreduktionen im Umfang von 100 Millionen Franken vorgenommen. Für SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder ist klar, dass der Zeitpunkt der Preissenkungen kein Zufall war: „Das Ziel der Preissenkungen war, eine Regulierung zu verhindern. Es ist sehr schade, dass eine Mehrheit im Ständerat dieses Spiel nicht durchschaut hat, denn bei genauerer Betrachtung ist es ja gerade das Eingeständnis, dass der Markt bei den Roaming-Tarifen nicht spielt und bei Druck seitens der Politik Preissenkungen jederzeit möglich sind.“
Dass bei den Roaming-Tarifen tatsächlich viel Spielraum für Preissenkungen besteht, zeigt ein Vergleich mit den Tarifen der EU-Anbieter, für die bereits eine Regulierung besteht (Stand 1. Quartal 2014):


Angaben in Euro, ohne Mwst, 1. Quartal 2014. Vergleich der Roaming-Tarife in der EU (Schweiz/Eurotarif). Quelle: BAKOM-Fernmeldebericht 2014, S. 19. und S.73 (Anhang 1), Grafik: SKS

Ausgehende Anrufe sind für Schweizer Kunden mehr als drei Mal so teuer, ankommende Anrufe sogar fast sechs Mal. Auch bei den SMS ist der Preisunterschied riesig und beim immer wichtiger werdenden Datenverkehr (Internet, Bilder) sind die Schweizer Tarife fünf Mal so hoch wie die regulierten Tarife in der EU.
Nicht in obiger Statistik berücksichtigt ist der Umstand, dass Telekommunikationsanbieter in der EU Gespräche auf die Sekunde genau und Datenübermittlung pro KB abrechnen müssen, während Schweizer Anbieter bei Gesprächen jede angebrochene Minute ganz berechnen und auch bei der Datenübermittlung den gleichen Trick anwenden. Damit generieren die Schweizer Anbieter Zusatzeinnahmen in Millionenhöhe, ohne eine Leistung dafür zu erbringen. Die in obenstehender Grafik ausgewiesenen Preisunterschiede sind in der Realität somit sogar noch grösser.


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