Startseite Medienmitteilungen Das Ärgernis 2014: Unerlaubte Inkassoforderungen

Das Ärgernis 2014: Unerlaubte Inkassoforderungen

Sehr schnell übergeben Anbieter professionellen Unternehmen das Inkasso. Diese kontaktieren oftmals in aggressiver Weise die Konsumenten und fordern unerlaubterweise einen sogenannten Verzugsschaden. Die Ärgerliste der Beratungsanfragen bei der Stiftung für Konsumentenschutz SKS zeigt, dass ungerechtfertigte Forderungen von Inkassounternehmen zum grössten Ärgernis im Konsumalltag der letzten zwölf Monate gehören. Platz zwei und drei belegen ungenügende Garantieleistungen und Probleme mit der Telekommunikation beim Festnetz und im mobilen Bereich.

Der Konsumalltag ist komplex geworden, die rechtlichen Fragen vielfältig. Das Beratungsangebot der SKS wird deshalb immer öfter in Anspruch genommen, die Anfragen per Telefon, Mail oder Post nahmen auch dieses Jahr wieder zu. Im laufenden Jahr verzeichnete die SKS eine Zunahme der Beratungen um 12% (von Vorjahr 3850 auf 4510).

Die SKS-Ärgerliste (PDF-Download) spiegelt wider, wo den Konsumentinnen und Konsumenten der Schuh am stärksten drückt.

  1. Ungerechtfertigte Inkassoforderungen wie der Verzugsschadenkosten belegen den Spitzenplatz. Die Konsumentinnen und Konsumenten setzten sich mit dem Musterbrief der SKS rund 2000 Mal zur Wehr.
  1. Wegen diverser Probleme rund um die Erfüllung von Garantieleistungen wurde die SKS am zweithäufigsten kontaktiert. Auffallend dabei ist, dass Hersteller diese immer häufiger wegen angeblicher „Selbstverschuldung“ oder „äusserer Einwirkung“ ablehnen, auch wenn es sich offensichtlich um ein „Montagsmodell“ handelt.
  1. Probleme mit Telekommunikationsanbietern landen auf Platz 3: Die Roaming-Kostenfallen, die zuschnappten, oder hohe Kosten für unbestellte Abo-Verträge wurden regelmässig gemeldet. Weiter verärgerte Orange mit ihrer Rechnungsumstellung sehr viele Leute mit fehlerhaften oder zu spät eingetroffenen Rechnungen. Auch dieses Jahr jubeln skrupellose Firmen wie TalkEasy, SuissePhone, Swisscall oder Freephone vorwiegend Personen im fortgeschrittenen Alter mehrjährige Verträge unter. Zusätzlich verärgerten die Telekommunikationsanbieter wie Sunrise, Orange und Cablecom ihre Kunden, indem sie für Papierrechnungen happige Gebühren verlangen. Cablecom verschickte auch dieses Jahr Rechnungen an Nichtkunden, was wiederum grosse Verunsicherung auslöste.
  1. Mit dem riesigen Ärgernis der unerwünschten Werbeanrufe versuchen gewiefte Unternehmen, ein Geschäft zu machen: Die Firma Datacom verkauft – mit aggressiver Telefonwerbung – ein teures unnützes Angebot, mit dem falschen Versprechen, dass Werbeanrufe der Vergangenheit angehören sollen.
  1. Auch die Finanzdienstleister sorgten für rote Köpfe: Mehre hundert Male wurden Musterbriefe der SKS verwendet, um gegen die neue Regelung der Postfinance zu protestieren. Die Konsumenten sind nicht bereit, dass ihre Zahlungsverkehrsdaten ausgewertet werden, um zugeschnittene Werbeangebote zu erhalten. Auch der Protest gegen die Intransparenz und die Verhaltensweise der Banken mit den Provisionen, welche die Institute hinter dem Rücken der Kunden einstecken (sogenannte Retrozessionen), waren ein Dauerthema.

„Die Ärgerliste zeigt, dass nicht nur sogenannte „schwarze Schafe“ der diversen Branchen die Konsumentinnen und Konsumenten unfair behandeln und deren Rechte missachten“, stellt Geschäftsleiterin Sara Stalder fest.

Die genannten Ärgernisse werden die SKS auch im neuen Jahr intensiv beschäftigen. Nebst den Dauerthemen „ungerechtfertigter Verzugsschaden“ und „verweigerte Garantileistungen“ wird sich die SKS besonders den Bereichen Telekommunikation und Finanzdienstleistungen widmen. Hier stehen zudem wichtige politische Entscheidungen an (Revision Fernmeldegesetz und neues Finanzdienstleistungsgesetz).

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