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Garantie noch immer nicht garantiert

Konsumenten, welche Garantieleistungen einfordern wollen, haben hohe Hürden zu überwinden: Die Statistik der Beratungsanfragen bei der Stiftung für Konsumentenschutz SKS zeigt, dass abgelehnte Garantieleistungen zu den grössten Ärgernissen im Konsumalltag gehören. Platz zwei und drei belegen ungerechtfertigte Inkasso-Forderungen und Probleme mit der Telekommunikation.Der Konsumalltag ist komplex geworden, die rechtlichen Fragen vielfältig. Das Beratungsangebot der SKS wird deshalb oft in Anspruch genommen, die Anfragen per Telefon, Mail oder Post nehmen jedes Jahr zu. Im laufenden Jahr verzeichnete die SKS eine Zunahme der Beratungen um 13% (von Vorjahr 3367 auf 3850). Diese Zunahme zeigt auch, dass die Hürden für Konsumentinnen, um zu ihrem Recht zu kommen, komplexer und schwieriger geworden sind.

Die SKS-Beratungsstatistik spiegelt wider, wo den Konsumentinnen und Konsumenten der Schuh am stärksten drückt.

  1. Den Spitzenplatz belegen Probleme rund um die Erfüllung von Garantieleistungen. Auffallend dabei ist, dass Hersteller diese immer häufiger wegen angeblicher „Selbstverschuldung“ oder „äusserer Einwirkung“ ablehnen.
  2. Ungerechtfertigte Inkassoforderungen und damit verbundene Verzugsschadenkosten folgen auf Platz zwei (siehe auch Musterbrief der SKS).
  3. Probleme mit Telekommunikationsanbietern landen auf Platz 3: Einerseits jubeln skrupellose Firmen vorwiegend Personen im fortgeschrittenen Alter mehrjährige Verträge unter, andererseits sind Kostenfallen in der Mobiltelefonie nach wie vor aktuell, etwa weil die Anbieter nur lückenhaft informieren.
  4. Nach dem wegweisenden Bundesgerichtsurteil betreffend Retrozessionen (Vertriebsvergütungen, Kick-backs) tun sich die Banken schwer, den Kunden Transparenz zu gewähren und die Forderungen zurückzuerstatten.
  5. Seit die neue Spitalfinanzierung in Kraft getreten ist, sind die Prämien für Zusatzversicherungen (Spital ganze Schweiz) nur zögerlich gesunken.

„Es ist sehr ärgerlich, dass trotz verbesserten gesetzlichen Grundlagen den Konsumenten im Alltag so viele Hindernisse in den Weg gelegt werden“, stellt Geschäftsleiterin Sara Stalder fest, dass etliche Anbieter ihre Pflicht nicht wahrnehmen wollen.

Dies zeigt sich beispielsweise bei der zweijährigen Garantie, die seit Anfang dieses Jahres in Kraft getreten ist. Doch nun ziehen sich die Hersteller teilweise mit fadenscheiniger Begründung aus der Verantwortung und lehnen Garantieansprüche ab. Auch zwei Jahren nach Inkrafttreten des revidierten Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) bereitet den Konsumentinnen und Konsumenten unlauteres Handeln der Unternehmungen immer noch grossen Ärger – insbesondere die unerwünschten Werbeanrufe (Missachtung des Sterneintrags im Telefonbuch).

 

 

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