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Keine Massnahmen gegen Elektroschrott-Berge

Die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen begrüsst die Stossrichtung der Revision der „Verordnung über die Rückgabe, die Rücknahme und die Entsorgung elektrischer und elektronischer Geräte“ (VREG). Allerdings geht die Vorlage entschieden zu wenig weit. Weiterhin fehlen griffige Regeln um Produkte wiederzuverwenden oder zu reparieren. Dies im Gesetz aufzunehmen wäre angesichts der wachsenden Abfallberge von Elektronikgeräten dringend angezeigt.

Die derzeit geltende Verordnung schreibt für Händler, Hersteller und Importeure lediglich die Rücknahme von Elektro- und Elektronikgeräten vor. Wie die Entsorgung finanziert wird, liess sie bisher offen. Die Mehrheit der Händler, Hersteller und Importeure haben sich daher bis anhin freiwillig zur Entrichtung einer vorgezogenen Entsorgungsgebühr entschieden. Einige wenige schwarze Schafe, haben sich aber dem freiwilligen Finanzierungssystem noch nicht angeschlossen und profitieren lediglich davon. Dies soll sich mit der derzeit laufenden Revision der VREG ändern. Neu werden alle Händler, Hersteller und Importeure dazu verpflichtet, die Entsorgungskosten und die Rückgabe für ihre Geräte über eine vorgezogene Entsorgungsgebühr zu decken. Unverändert bleibt für die Konsumenten die Rückgabepflicht von Altgeräten.

Die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen unterstützt die Bestrebungen, alle Hersteller und Importeure zu verpflichten. Allerdings bedauert sie, dass die Verordnung nur das Ende des Produktlebens regelt und die Abfallvermeidung nicht einbezieht. Wiederverwendung und Reparatur müssen zwingend in der Verordnung verankert werden. Die steigende Menge an Elektroschrott ist ein drückender Beweis für die Dringlichkeit wirksamer Massnahmen. Die Vorlage in der derzeitigen Version ist eindeutig zu kurzsichtig und lässt wichtige Aspekte der Nachhaltigkeit ausser Acht.

Weiter sollen Hersteller bereits in der Produktion sicherstellen, dass Geräte so gebaut werden, dass das Entnehmen von Einzelteilen und damit einhergehend eine kostengünstige Reparatur möglich ist.

Unklar bleibt im Verordnungsentwurf, welche Akteure welchen Teil der Entsorgungsgebühr bezahlen. Die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen befürchtet, dass damit eine Lücke für Hersteller und Importeure geschaffen wird, die Kosten der Entsorgung einzig auf den Konsumenten abzuwälzen. Dies wäre inakzeptabel, da Konsumenten keinen Einfluss auf die aus der Produktion entstehenden Entsorgungskosten haben. Der Grossteil der Entsorgungskosten soll deshalb eindeutig zu Lasten der Hersteller und Importeure fallen.

3 Kommentare zu “Keine Massnahmen gegen Elektroschrott-Berge”



Alex Hettlingen

Reparieren „kommt“ wieder. :) Hier eine Plattform rund um die Reparatur: http://www.reparaturfuehrer.ch



Tinu

Es sollte den Druckerherstellern endlich verboten werden, per Software das Lebensende oder eine kostenpflichtige Reparatur (die oft teurer ist als ein Neugerät) „einzubauen“. Immer wieder hört man von Druckern, die abstellen und einen Service verlangen, oder nach einer gewissen Seitenzahl z.B. plötzlich nur noch zwei Farben statt alle vier drucken (so hat mein Canon MX 700 versagt). Auf Youtube findet man verschiedene Reparaturanleitungen um solche „Fehler“ zu beheben (leider keine für meinen Fall), was beweist, dass die Hersteller diese „Fehler“ absichtlich einbauen. Dies ist eine fast kriminelle Firmenpolitik und gehört auch zum Thema Nachhaltigkeit.

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