Startseite Medienmitteilungen Pelzdeklaration: Verlässlich und ohne Schlupflöcher umsetzen

Pelzdeklaration: Verlässlich und ohne Schlupflöcher umsetzen

Deklaration der Tierart, Herkunft und Haltungsform auf Pelzen und Pelzprodukten

Konsumentinnen und Konsumenten sollen in Zukunft erfahren, von welcher Tierart sie einen Pelz kaufen, ob er aus Zucht oder aus Wildfang stammt und woher der Pelz kommt. Die Verordnung über die Deklaration von Pelzen und Pelzprodukten ist ein wichtiger Beitrag zur Transparenz und Wahlfreiheit, findet die Stiftung für Konsumentenschutz. Sie bietet aber noch zu viele Schlupflöcher, um die Deklaration zu umgehen.

„Pelztragen ist Gewissenfrage“: Wegen unhaltbaren Haltungsbedingungen in engen Drahtgitterkäfigen und brutalen Tötungsmethoden ist die Pelzindustrie während Jahren in einem sehr schlechten Licht gestanden. Relativ günstige Massenproduktion und die fehlende Deklaration haben dazu geführt, dass Pelze nach wie vor gross in Mode sind. Wer sich informieren und nicht tierquälerische Haltungsformen mit Kauf eines Pelzes unterstützen will, steht bislang jedoch ohne Informationen da: Bis auf freiwillige und nicht sehr präzise Angaben der Anbieter tappen die Konsumenten bislang im Dunkeln.

Mit der Verordnung über die Deklaration von Pelzen und Pelzprodukten soll dies nun ändern. Die SKS begrüsst es sehr, dass die Angaben über Herkunft, Tierart und Haltungsform verbindlich vorgeschrieben und die Einhaltung dieser Deklarationsvorgabe auch kontrolliert und bei Missachtung sanktioniert werden soll. Es ist ein wichtiger Beitrag zur Konsumenteninformation, aber indirekt auch zum besseren Schutz der Tiere.

Die SKS bemängelt jedoch, dass die Deklaration sehr grossmaschig ausgelegt ist und den Anbietern viele Schlupflöcher bietet: So darf etwa als Herkunft auch der „kleinstmögliche geografische Raum“ angegeben werden. Möglich ist aber auch die Angabe „Herkunft unbekannt“, wenn das Land oder die Region nicht bekannt sei. Diese Möglichkeit macht es den Anbietern viel zu leicht, sich der Deklarationspflicht zu entziehen. Auch bei der Haltungsform soll es möglich sein, „Kann aus Fallenjagd oder aus Jagd ohne Fallen oder aus jeglicher möglichen Haltungsart stammen“. Hier schlägt die SKS die präzisere Formulierung „Kann aus Fallenjagd oder Käfighaltung stammen“ vor.

Zudem vermisst die SKS eine Regelung für Kleider und Produkte, die nur zu einem Teil aus Pelz stammen: Ein beachtlicher Teil gerade der billigen, minderwertigen und auch tierquälerisch hergestellten Pelzen wird zu Pelzbesätzen an Jacken, Mänteln und anderen Kleidungsstücken verwendet.

Die Deklaration darf aber auch nicht täuschend sein: Fantasienamen wie etwa „Gaewolf“ für Hundefelle – die in der Schweiz nicht mehr eingeführt werden dürfen – sollen nicht verwendet werden dürfen.

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