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ÖV: Fehlende Preisstrategie

Bahntarife ab Dezember 2012 vor allem für regelmässige Bahnkunden erneut teurer

Es sind keine gute Nachrichten für die Kunden des öffentlichen Verkehrs:  Die Tariferhöhungen fallen zwar weniger hoch aus als befürchtet, dennoch müssen insbesondere regelmässige Kunden deutlich tiefer ins Portemonnaie greifen. Zum dritten Mal in der Folge wird beispielsweise das Generalabonnement (GA) teurer, dieses Mal um stattliche 6.3 %. Die SKS fordert eine klare Strategie für die nächsten Jahre. Zudem darf es nicht sein, dass der Preisüberwacher ausgeschaltet wird, wie es in der Bahnreform 2 angedacht ist. 

Angesichts des grossen Handlungs- und Investitionsbedarfs beim Geleisenetz (Trassen) ist es zwar verständlich, dass ein Teil der Kosten an die Nutzer des öffentlichen Verkehrs abgewälzt wird. Die SKS begrüsst, dass dieser anfallende Investitionsbedarf nicht vollumfänglich den Kunden überwälzt wird.

Dennoch scheint bei den Bahntarifen dasselbe Spiel wie bei den Krankenkassen einzureissen: Jedes Jahr eine Erhöhung der Tarife. Die SKS hat sich gegen diese Salamitaktik zur Wehr gesetzt. Die SBB-Kunden müssen innert drei Jahren eine Erhöhung des GA von CHF 3100 auf CHF 3560 (15%) schlucken. Die Tageskarte 2. Klasse wurde von CHF 64 auf CHF 71 (11%) erhöht und die Tageskarte Gemeinde von CHF 11‘300 auf CHF 12‘900 (14%).

Beim Halbtax kommt es bei den Mehrjahreskarten zu unverhältnismässig starken Erhöhungen, so dass diese  faktisch ihre Berechtigung verlieren. Die Ersparnis für den Einzelnen ist marginal gegenüber der Unsicherheit, ob er diese Jahreskarte in zwei oder drei Jahren noch benötigen wird. So können Kunden nicht an ein Unternehmen gebunden werden!

Parallel dazu laufen Bemühungen, im Rahmen der Bahnreform 2 die Kompetenzen des Preisüberwachers zu beschneiden, damit er sich nicht mehr zu den Bahntarifen äussern kann. Damit wären in Zukunft Tür und Tor offen für weitere Erhöhungen.

Gerade bei den heute angekündigten Erhöhungen ist eine Überprüfung durch den Preisüberwacher sehr wichtig. Insbesondere bei den Tariferhöhungen im Regionalverkehr: Der VöV kündigt hier an, dass es „zu deutlichen Abweichungen vom Durchschnittswert“ kommen könne.

Die SKS fordert vom VöV eine Strategie, wie die Tarifentwicklung in den nächsten Jahren aussehen soll und damit auch Klarheit für die Kunden, welche Kostenanteile sie übernehmen müssen. Unabdingbar ist zudem, dass der Preisüberwacher seine Rolle bei der Preisgestaltung des öffentlichen Verkehrs weiterhin wahrnehmen kann und die Politik bei der Beratung der Bahnreform 2 diese wichtige Instanz nicht einfach ausschaltet.

 

Ein Kommentar zu “ÖV: Fehlende Preisstrategie”



Ruedi Stricker

Die Strategie ist generell falsch: Die Infrastruktur ist übernutzt. Beim Auto regen wir uns darüber auf, dass die Relation zwischen fixen und variablen Kosten dazu verführt, zu viel zu fahren („Doch, wir fahren da hin, es kostet ja nur das Benzin..“). Das GA der SBB gehört abgeschafft zugunsten einer leistungsabhngigen Nutzungsgebühr, analog zum
Beispiel LSVA, die weltweit als intelligentes Beispiel Beachtung findet.

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