Startseite Medienmitteilungen Räte sprechen sich für die Förderung von Managed Care aus

Räte sprechen sich für die Förderung von Managed Care aus

Endlich! Systemwechsel in der Gesundheitspolitik

Das jahrelange Ringen der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) für die Förderung integrierter Versorgungsnetze endet vorerst in einem Etappensieg: Nach dem Ständerat hat sich heute nun auch der Nationalrat für die Förderung von Managed Care ausgesprochen. In naher Zukunft müssen einige Punkte in der Umsetzung jedoch beobachtet und allenfalls optimiert werden, so beispielsweise die Anzahl und Verteilung der angebotenen Netzwerke.

Mit der Einführung des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG) wurden die gesetzlichen Grundlagen für besondere Versicherungsformen bereits im Jahre 1996 geschaffen. Gestützt auf diese Bestimmungen entstanden in der Folge sogenannte Health Maintenance Organizations (HMO), Ärztenetzwerke sowie auch Hausarztmodelle. Der Zulauf zu diesen Netzwerken war anfänglich gross, stagnierte aber mit der Zeit.

Diverse Studien haben unterdessen gezeigt, dass eine medizinische Versorgung, die während der ganzen Behandlungs- und Genesungsdauer von einer Hand gesteuert wird, qualitative und auch wirtschaftlichen Verbesserungen bewirkt. Im Jahre 2004 wurde daher eine Teilrevision des KVG in Angriff genommen. Eine Verpflichtung der Versicherer, besondere Versicherungsformen anzubieten, scheiterte bereits damals. Mit der heute angenommen Vorlage besteht für die Versicherer zwar immer noch keine Pflicht, Netzwerke anzubieten, doch sind zumindest die Grundpfeiler für die Förderung von Managed Care gesteckt worden.

Wer sich in einem Netzwerk behandeln lässt und somit dem Gesundheitssystem längerfristig Kosten einsparen hilft, soll selber auch finanziell belohnt werden. Es gilt daher ein differenzierter Selbstbehalt. So bezahlen Versicherte, die einer besonderen Versicherungsform angehören, wie bis anhin 10% der die Franchise übersteigenden Kosten (Selbstbehalt), alle anderen Versicherten 15%. Wegen der fehlenden Angebotspflicht ist es jedoch unabdingbar, dass die Übergangsklausel solange zur Anwendung kommt, bis sich die Netzwerke schweizweit etabliert haben: Kraft dieser Klausel kann der Bundesrat für einzelne Regionen weiterhin einen Selbstbehalt in der Höhe von 10% festlegen, sofern dort keine Netzwerke angeboten werden. Zudem wird der Risikoausgleich verfeinert, was einer zentralen Forderung der SKS nachkommt: So wird zukünftig der Anreiz gemindert, dass sich die Krankenkassen die guten Risiken – die gesunden Versicherten – abwerben.

Die SKS ist erfreut, dass der erster Grundstein für die Förderung integrierter Versorgungsnetze nun endlich gelegt ist. „Da es den Versicherern freigestellt bleibt, ob sie ein Netzwerk anbieten wollen, sind Teile der Bevölkerung finanziell benachteiligt. Das muss mit der Übergangslösung unbedingt verhindert werden“, sagt Sara Stalder, Geschäftsleiterin der SKS. Die SKS wird die Entwicklung der Netzwerke genau beobachten und sich gegebenenfalls für eine verbesserte Lösung einsetzen.


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